griechisch,
mit Licht schreiben, die wohl treffendste Bezeichnung die Entstehung
eines "Lichtbildes" zu umschreiben.
Schon seit den Urzeiten der Menschheit besteht in ihm der Drang,
seine Eindrücke und Erlebnisse in irgendeiner Form darzustellen.
Die ältesten erhaltenen Darstellungen menschlichen bildlichen
Wirkens sind guterhaltene Höhlenzeichnungen von geradezu
faszinierender Realität.
Im flackernden Licht von offenen Feuern entstanden Zeichnungen,
die bis heute nichts von ihrer Faszination verloren haben.
Jahrtausende lang hatte der Mensch nur Farben und Pinsel zur Verfügung
um seine Umwelt, seine Gedanken, Träume oder Wünsche
für die Nachwelt festzuhalten.
Erst vor gut Hundert Jahren erhielt die Menschheit ein Werkzeug
in die Hand, das es ihm ermöglichte innerhalb von Minuten
ein reales Abbild seiner Umgebung zu erstellen.
Mit dieser Erfindung begann eine Ära in der Geschichte, die
in ihrer Auswirkung nur Vergleichbar ist mit der Erfindung des
Buchdrucks.
So wie Gutenberg die Welt veränderte indem man Schriften
nun fast unbegrenzt vervielfältigen konnte, so veränderte
die Erfindung der Fotografie die Kunstwelt.
Waren die ersten Aufnahmen die gemacht wurden nur Fotografien
von unbewegten Gegenständen, so wurde doch bald der Mensch
als Objekt vor der Kamera das Ziel der Daguerrotypisten wie man
damals nach dem Erfinder Daguerre die Fotografen bezeichnete.
Schon ein Jahr nach Bekanntwerden der Erfindung Daguerres im Jahre
1840 verkaufte der Pariser Optiker und Verleger Nicolas-Marie
Paymal Lerebours Aktaufnahmen.
Sie wurden damals hauptsächlich an Künstler verkauft,
die damit die Möglichkeit erhielten, nicht nach einem lebenden
Modell arbeiten zu müssen.
Diese Kostenersparnis war scheinbar doch beträchtlich, obwohl
eine Daguerrotypie ungefähr soviel kostete wie man zur Ernährung
einer kleinen Familie im Monat benötigte.
Doch es gingen damals solche Mengen an Daguerrotypien über
(oder unter?) den Ladentisch das den Bedarf der Künstler
mit Sicherheit weit überstieg.
Somit ist anzunehmen, das diese kleinen Bildchen für wohlhabende
Bürger sicher auch begehrte Sammelobjekte oder Souvenirs
waren.