Friedrich Gottlieb Klopstock
1724 - 1803
Oden zur Französischen Revolution
1790-1799
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Mein Irrthum.1793
Lange hatt' ich auf sie, forschend geschaut,Auf die redenden nicht; die Thäter! war,Bey den Maalen der GeschichteWandelnd, den Franken gefolgt.
Die an Völkern du rächst, Königen rächst,Priestern, die Menschheit, wie war's, Geschichte, vollVon Gemählden, die der Gute,Bleich vor Entsetzen erblickt.
Dennoch glaubt' ich, und ach Wonne war mir,Morgenröthlicher Glanz der goldne Traum!War ein Zauber, wie gehofterLiebe, dem trunkenen Geist!
Freyheit, Mutter des Heils, daucht' es mich, duWürdest Schöpferin seyn, die Glücklichen,Die so ganz du dir erkohrest,Umzuschaffen gesandt!
Bist du nicht Schöpferin mehr? oder sind sieNicht umschafbar, die du entfesseltest?Ist ihr Herz Fels, und ihr AugeNacht zu sehn, wer du bist?
Deine Seel' ist Gesetz! Aber ihr BlickWird des Falken, ihr Herz wird Feuerstrom;Ha er funkelt, und es glühet;Wenn das Ungesetz winkt.
Dieses kennen sie, dich kennen sie nicht!Das das lieben sie! Doch dein Name tönt.Wenn die Guten das verruchteSchwert trift: schallt es von dir!
Freyheit, Mutter des Heils, nanten sie dichNicht selbst da noch, als nun Erobrungskrieg,Mit dem Bruche des gegebnenEdlen Wortes, begann?
Ach des goldenen Traums Wonn' ist dahin,Mich umschwebet nicht mehr sein Morgenglanz,Und ein Kummer, wie verschmähterLiebe, kümmert mein Herz.
Müde labet auch wohl Schatten am Weg'In der Öde, der weit umher sich krümt;So hat jüngst mich die erhabneMännin, Kordä gelabt.
Richter schändeten sich, sprachen es los's Ungeheuer: sie sprach nicht los, und that,Was mit Glut einst auf der Wange,Thränen, der Enkel erzählt. |
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