Friedrich Gottlieb Klopstock
1724 - 1803
Oden zur Französischen Revolution
1790-1799
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Auch die Nachwelt.1799
Einst wütet' eine Pest durch Europa's Nord,Genant der schwarze Tod. Wenn der schwärzere,Die sittliche, mit der ihr heimsucht,Sich nur nicht auch zu dem Norden hinwölkt.
Geschaudert hat vor euch mich, ihr Raubenden,Und dennoch Stolzen! die ihr die Freyheit nent,Und Alles dann, was Menschenwohl ist,Stürzet, zermalmt, und zu Elend umschaft!
Gezürnet hab' ich, und der GerechtigkeitZorn war es, welcher mir mit der Flamme KraftDas Herz durchdrang! Doch vor dem schwermuts-Nahen Gefühle des Grams entfloh er.
Ich will nicht wieder zürnen, nicht schaudern, willNicht trauren. Ruhig blicket die Kält' herab,Wenn sie ihr Endurteil nun spricht. IhrStolzen und Niedrigen . . . (Menschenfeindschaft
Bekämpft' umsonst mich! Darum sey euch alleinMein Wort gewidmet, treffe nicht mit wer MenschBlieb, ob er wohl auch Frevel that) ihrStolzen und Raubenden, ich veracht' euch.
Wer von den Franken, daß ich verachten muß,Mitfühlt, der treufelt Traurender Zähr' herab,Und weiht die edle mir, der leidendNahm von der Wahrheit Gesicht den Schleyer.
Und dieses Leiden trübet denn jetzo den,Der einst, von heißen frohen ErwartungenDurchdrungen, in der Frühe Schauer,Galliens werdenden Tag begrüßte.
Gedrängte Scharen sprechen mit mir mein WortVon euch, entstirnte Freyheitsvertilger, aus!Des Enkels Sohn, und dieses UrsohnHallet es wieder. Auch er verachtet.
Wähnt nicht, er lass' es je der Vergessenheit.Denn drohte die; er grüb' es in Marmor ein,Grüb's ein in Erzt! Doch was bedarf erFelsen? was Erzt? Er bewahrt's im Herzen! |
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