Innovative, ressourcenschonende Lösungen für das Bauen von morgen

Am TTZ Aichach kommt Forschung direkt zur Anwendung
Anhand bereits realisierter Bauprojekte zeigten die Forschenden im TTZ Aichach – dem Technologietransferzentrum (TTZ) für digitales Planen und Fertigen im Bauwesen der Technischen Hochschule Augsburg, welche innovativen Ansätze sie für eine nachhaltige und zukunftsfähige Bauindustrie im Massivbau und im digitalen Holzbau bereits realisieren. In der Halle des TTZ Aichach im interkommunalen Gewerbegebiet „Acht/300 Gewerbepark Aichach-Dasing“ steht ein moderner Maschinenpark für die Forschungs- und Kooperationsprojekte mit regionalen Handwerks- und Baubetrieben bereit.
Im Rahmen des fachlichen Austauschs konnten die Besuchenden im TTZ Aichach erleben, wie Roboter zusätzliche Montage- und Sägearbeiten automatisiert ausführen und damit neue Potenziale für die moderne Holzverarbeitung erschließen.
Einblicke in verschiedene Forschungsschwerpunkte des Bereichs Massivbau
Zu Beginn gaben die Forschenden Einblicke in verschiedene Themenschwerpunkte des Bereichs Massivbau. Vorgestellt wurden unter anderem innovative Betonbauteile mit nichtmetallischer Bewehrung. „Die Technologie bietet zahlreiche Vorteile gegenüber herkömmlichen Stahlbewehrungen, darunter eine höhere Zugfestigkeit, Korrosionsbeständigkeit sowie ein deutlich geringeres Gewicht“, erläuterte Prof. Dr.-Ing. Sergej Rempel, wissenschaftlicher Leiter im Forschungsfeld Massivbau am TTZ Aichach. Darüber hinaus präsentierten die Forschenden die Entwicklung von Gipsfaserplatten aus Alttextilien. Diese bieten einen vielversprechenden Ansatz zur stofflichen Wiederverwertung von Textilabfällen. Ein weiteres Thema war der Holz-Beton-Verbund (HBV), bei dem die jeweiligen Stärken von Holz und Beton gezielt kombiniert werden, um ressourceneffiziente und leistungsfähige Tragstrukturen zu schaffen.
Im Anschluss stand der Werkstoff Holz im Mittelpunkt
Die Gäste erhielten einen Einblick in moderne digitale Fertigungstechnologien und die Möglichkeiten aktueller Abbundanlagen. „Durch die Kombination verschiedener Bearbeitungsschritte wie Sägen, Bohren und Fräsen auf einer Maschine können neuartige Holz-Holz-Verbindungen wirtschaftlich hergestellt werden“, sagte Prof. Dr. Christopher Robeller, wissenschaftlicher Leiter im Forschungsfeld Digitaler Holzbau am TTZ Aichach. Zudem wurde aufgezeigt, wie der Einsatz von Künstlicher Intelligenz dabei unterstützt, auch kürzere Holzstücke sinnvoll zu kombinieren und zu hochwertigen Tragstrukturen weiterzuverarbeiten.
Klimawandel stellt neue Anforderungen an die Bewirtschaftung und Nutzung der Waldressourcen
Der intensive Austausch zwischen den Vertreterinnen und Vertretern aus Forschung, Forstwirtschaft und Verwaltung machte deutlich, dass der Klimawandel neue Anforderungen an die Bewirtschaftung und Nutzung unserer Waldressourcen stellt. Der gemeinsame Tenor lautete: „Um den Herausforderungen der Zukunft zu begegnen, sind eine gezielte Produktion und der nachhaltige Anbau von Ressourcen ebenso erforderlich wie die konsequente Weiterentwicklung digitaler und additiver Fertigungsmethoden. So können innovative, ressourcenschonende Lösungen für das Bauen von morgen entstehen.“
Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Augsburg hatte im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Grüner Kranz“ gemeinsam mit den Bayerischen Staatsforsten den fachlichen Austausch im TTZ Aichach organisiert.
Das TTZ Aichach wurde 2023 ins Leben gerufen. Es wird im Rahmen der Hightech Agenda Bayern des Freistaats Bayern sowie vom Landkreis Aichach-Friedberg und der Stadt Aichach gefördert. Interessierte aus der Bauwirtschaft und dem Handwerk können gemeinsam mit den Forschenden der Technischen Hochschule Augsburg am TTZ Aichach innovative Lösungen für konkrete betriebliche Bedarfe im Massiv- und digitalen Holzbau entwickeln.
Weiterführende Informationen
Die Forschungsfelder des TTZ Aichach:
Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Augsburg
Bayerische Staatsforsten




