KI lernt, mit der realen Welt zu interagieren

TTZ adressiert Datenlücke in der industriellen und humanoiden Robotik
Diese Woche fand im Rahmen von AI.BAY ein projektinterner Catch-up-Call statt. Der Austausch bot Gelegenheit, die laufenden Arbeiten zusammenzuführen und zentrale Herausforderungen bei der Entwicklung zukünftiger KI-Grundlagenmodelle für die Robotik zu beleuchten. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie KI-Systeme lernen können, zuverlässig mit physischen Objekten und ihrer Umgebung zu interagieren. Die langfristige Perspektive: Robotersysteme, die Anweisungen verstehen, Objekte erkennen, die physikalischen Eigenschaften ihrer Umgebung berücksichtigen und komplexe Aufgaben in realen industriellen Szenarien zuverlässig ausführen.
Das Technologietransferzentrum (TTZ) Flexible Automation Nördlingen widmet sich dabei einer grundlegenden Herausforderung: Vision-Language-Action-Modelle (VLA) benötigen große, vielfältige und multimodale Datensätze. Während für alltägliche Szenarien zunehmend Daten verfügbar sind, herrscht im industriellen Umfeld ein deutlicher Mangel. Das gilt insbesondere für Manipulationsaufgaben mit intensivem physischem Kontakt und in besonderem Maße für die humanoide Robotik, für deren industriellen Einsatz entsprechende Datensätze bislang kaum existieren. Neben realen Daten spielt deshalb die Simulation eine zentrale Rolle: Das TTZ leistet hier mit dem Aufbau eines digitalen Zwillings einen entscheidenden Beitrag, um Trainingsdaten skalierbar zu erzeugen und reale Aufnahmen gezielt zu ergänzen. Darüber hinaus befasst sich das TTZ gemeinsam mit den Partnern im Konsortium mit grundlegenden Fragen zum Design von VLA-Modellen und zur Entwicklung des neuen bayerischen Basismodells.
Grand Opening des LabCampus am Flughafen München
Ein weiterer Meilenstein folgte mit dem Grand Opening des LabCampus am Flughafen München. Dort wurde der erste Demonstrator des Projekts vorgestellt, der der Aufnahme realer Demonstrationsdaten sowie der Evaluierung des im Projekt entwickelten Foundation Models dient. Die Vorführung übernahm das Projektteam, in dem auch das TTZ Nördlingen vertreten war.
Ein gemeinsamer Ansatz für Bayerns KI-Zukunft
Mit dem Forschungsschwerpunkt „Robotics and Perception“ verfolgt AI.BAY das Ziel, eine gemeinsame, modulare Grundlage für Embodied AI aufzubauen. Dafür sollen visuelle, sprachliche, akustische und taktile Informationen in multimodalen Modellen zusammengeführt werden. Eine große, offene Datengrundlage aus Simulationen, Videos und realen Interaktionen bildet dabei einen wichtigen Baustein.
Damit leistet die Forschung einen Beitrag zu einer leistungsfähigen, offenen und anwendungsorientierten KI-Basis in Bayern, mit dem Potenzial, die nächste Generation intelligenter Industrie- und humanoider Robotik entscheidend voranzubringen.
