Wege des Wassers. E2D-Studierende präsentieren Projektarbeiten auf dem Augsburger GIS-Forum für Umweltmonitoring

Das UNESCO Welterbe
Das Augsburger Wassermanagement-System gehört seit dem 6. Juli 2019 zum offiziellen UNESCO-Weltkulturerbe. Die Auszeichnung würdigt ein weltweit einzigartiges, über 800 Jahre hinweg kontinuierlich gewachsenes System der Wasserwirtschaft. Es erstreckt sich über ein rund 30 Kilometer langes Netzwerk und umfasst insgesamt 22 technische und architektonische Einzelobjekte in der Stadt und der Region.
Herzstück des Welterbes ist die bereits im Jahr 1545 streng eingeführte Trennung von Trink- und Brauchwasser, womit Augsburg eine europaweite Pionierrolle einnahm. Zu den geschützten Denkmälern zählen unter anderem die historischen Wassertürme am Roten Tor – die ältesten ihrer Art in Mitteleuropa – sowie das monumentale Wasserwerk am Hochablass. Auch die drei prachtvollen Renaissance-Brunnen der Innenstadt (Augustus-, Merkur- und Herkulesbrunnen) sowie ein dichtes Netz aus Lechkanälen, die im Mittelalter das lokale Handwerk antrieben, gehören dazu. Ergänzt wird das System durch wegweisende hydrotechnische Anlagen der Moderne, wie den für die Olympischen Spiele 1972 künstlich angelegten Eiskanal und frühe Wasserkraftwerke zur industriellen Stromerzeugung.
Dieses lebendige Netzwerk verbindet bis heute technische Innovationskraft, nachhaltige Ressourcennutzung und kunstvolle Architektur. Für Interessierte bietet das zentrale Welterbe-Info-Zentrum am Rathausplatz einen idealen Startpunkt, um die Geschichte der Augsburger Wasserstadt multimedial zu erkunden.
Neue Räume der Mobilität
Das Projekt „Wege des Wassers“ der Stadt Augsburg wurde im Dezember 2025 offiziell als Projektkandidat für die Internationale Bauausstellung Metropolregion München 2034 (IBA-M) ausgewählt. Damit hat sich die Idee als eine von nur 16 erfolgreichen Bewerbungen unter rund 140 Einsendungen durchgesetzt. Das Vorhaben knüpft direkt an das bestehende UNESCO-Welterbe „Augsburger Wassermanagement-System“ an.

Das Ziel ist es, die insgesamt 22 dezentralen Welterbe-Objekte – darunter historische Wassertürme, Prachtbrunnen und Kanäle – im Stadtraum sichtbarer, besser zugänglich und unmittelbarer erlebbar zu machen. Im Kern setzt das Projekt auf zwei strategische Säulen:
- Intermodales Mobilitätsnetz: Neue Fuß- und Radwege sollen die verstreuten Stationen entlang der Flüsse Lech und Wertach sowie der vielen Stadtbäche verknüpfen. Dies wertet gleichzeitig die städtischen Grün- und Wasserachsen auf.
- Digitale Besucherlenkung: Durch innovative Informationsstationen und digitale Angebote wird das historische Erbe zeitgemäß vermittelt und eine Brücke von der Vergangenheit in die Zukunft der urbanen Wasserkultur geschlagen.
Durch die Aufnahme in die Qualifizierungsphase der IBA-M erhält Augsburg die Möglichkeit, diese zukunftsweisende Verbindung aus Mobilitätswende, Freiraumgestaltung und Denkmalschutz in den kommenden Jahren im regionalen Kontext weiterzuentwickeln.
Augsburger GIS-Forum für Umweltmonitoring
Das Augsburger GIS-Forum für Umweltmonitoring ist eine jährlich stattfindende Konferenz des Runden Tisch GIS e.V. und der GI Geoinformatik. In den Veranstaltungsräumen der IHK Schwaben am Theodor-Heuss-Platz konnten die Studierenden unter dem Schwerpunktthema Wasser des ersten Veranstaltungstages ausgewählte Projektarbeiten zum Thema präsentieren.

Aufgabenstellung
Die Arbeiten der Studierenden wurden in den Modulen der Umfeldplanung des Studiengangs E2D – Energieeffizientes Planen und Bauen (Bachelor) bzw. EnergieEffizienzDesign (Master) erarbeitet. Die Aufgabenstellung entstammt einer längerfristigen Kooperation mit dem Referat für Stadtentwicklung, Planen und Bauen und dem Welterbe-Büro der Stadt Augsburg Aufgabenstellungen entwickelt. Für das Sommersemester 2026 galten folgende Anforderungen:
BSc. E2D Umfeldplanung II – Fokus Methodenanwendung, z.B.:
- Erreichbarkeitsanalysen der Welterbe-Standorte
- Datenbasierte Analysen städtebaulicher Ausstattungsqualitäten
- SWOT-Analysen und Beteiligungsverfahren
MSc. EED Umfeldplanung – Fokus Konzepte:
- Erarbeitung von Nutzerprofilen und Nutzungsperspektiven
- Erstellung zukunftsorientierter Mobilitäts-/Grünkonzepte
- Integration digitaler Innovationen und Smart-City-Anwendungen
Die Ergebnisse wurden als interaktive Webseiten mit der Software ArcGIS-StoryMaps ausgearbeitet. Ausgewählte Arbeiten können unter den Links und den QR-Codes der nachfolgenden Tabelle eingesehen werden.













