Betonkanu25 – Damenkanu
Wie kann Beton so zusammengesetzt werden, dass er schwimmt? Diese Frage steht im Mittelpunkt des von Prof. Dr.-Ing. Jürgen Huber betreuten B7-Projekts, in welchem sechs Studentinnen des 7. Semesters Bauingenieurwesen ein Kanu aus Beton entwickeln und bauen. Ziel ist es, einen Werkstoff zu schaffen, der trotz seiner Dichte leicht, stabil und schwimmfähig genug ist, um auf dem Wasser zu bestehen – und damit zu zeigen, dass Beton mehr kann, als man ihm zutraut.
Bei der Entwicklung spielt Nachhaltigkeit eine zentrale Rolle. Durch den Einsatz von Pflanzenkohle soll der CO₂-Ausstoß des Betons deutlich reduziert werden. Das Projekt verbindet so innovative Materialforschung mit praktischem Ingenieurinnenhandwerk. Entstehen soll ein funktionstüchtiges Kanu, das bei der Betonkanu-Regatta 2026 in Brandenburg an den Start geht.
Das Betonkanu ist zugleich Labor und Experimentierfeld für die Studentinnen: Neue Materialien werden getestet, Ideen erprobt und Technik greifbar gemacht. Das von Prof. Dr.-Ing. Jürgen Huber betreute Projekt führt Wissen, Kreativität und Teamgeist zusammen – und lädt Studierende wie Lehrende gleichermaßen ein, Theorie auf’s Wasser zu bringen.
Das Ergebnis ist mehr als nur ein Boot. Es zeigt, dass Beton nicht schwerfällig sein muss, sondern gleiten, tragen und begeistern kann – leicht, stark, nachhaltig und von einem engagierten Studentinnenteam gebaut.

News aus dem Projekt – Berichte der Studentinnen
Anpaddeln – Projektübernahme und das Team
Am 7. Oktober haben wir – sechs Studentinnen des Bauingenieurwesens – das Projekt übernommen und damit den Grundstein für ein besonderes Vorhaben gelegt. Unser Ziel war von Anfang an klar: Ein NeuTHrAl-Boot zu bauen.
NeuTHrAl steht für uns nicht nur als Name, sondern als Konzept. Das Kanu soll so CO₂-arm wie möglich hergestellt werden – mit Materialien und Prozessen, die einen bewussten Umgang mit Ressourcen zeigen. Damit wird deutlich, dass nachhaltiges Bauen bereits im Kleinen beginnen kann.
Gleichzeitig möchten wir mit NeuTHrAl ein Zeichen für Gleichberechtigung setzen. Als reines Frauenteam übernehmen wir Verantwortung in Planung, Bau und Organisation – unabhängig von Rollenbildern. Zusammenarbeit, Respekt und Teamgeist prägen unser Vorgehen und spiegeln sich in jedem Schritt des Projekts wider.
So entsteht mit NeuTHrAl ein Kanu, das zwei Aspekte vereint: Nachhaltige Herstellung und selbstbestimmtes Teamwork.
Wir haben mit den ersten Arbeitsschritten für unser Betonkanu begonnen. Derzeit stellen wir Probekörper her, um unterschiedliche Betonmischungen zu testen und grundlegende Eigenschaften wie Wasserdichtigkeit und Schwimmfähigkeit zu prüfen.

Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Einsatz von Pflanzenkohle als innovativem Zusatzstoff. Außerdem überlegen wir, das Kanu mit Textil- und Basaltfasern zu verstärken, und erproben erste Varianten. So entsteht Schritt für Schritt die Grundlage für ein Betonkanu, das Nachhaltigkeit und ingenieurtechnisches Know-how verbindet.

Am 20. November haben wir unser erstes Betonkanu hergestellt. Für alle Teammitglieder war es das erste Mal, ein Boot aus Beton zu bauen – entsprechend konzentriert und sorgfältig verlief der Tag.
Unsere Betonmischung, ergänzt durch Pflanzenkohle für eine CO₂-reduzierte Herstellung, wurde vollständig von Hand aufgetragen. Schicht für Schicht entstand die Form durch präzise Handarbeit, die Geduld und gutes Zusammenspiel im Team erforderte.




Als die letzte Schicht aufgetragen war, konnten wir das erste sichtbare Ergebnis unserer Arbeit betrachten – ein konkretes Resultat unserer Planung und unseres Anspruchs an Nachhaltigkeit.
Die Betonage war anspruchsvoll, markierte aber einen wichtigen Schritt: Unser Projekt nahm damit erstmals konkrete Form an.

Nach Wochen der Planung, Vorbereitung und handwerklichen Arbeit war es soweit: #neuTHrAl ging auf Jungfernfahrt. Gemeinsam transportierten wir das Betonkanu von der Hochschule zum Kuhsee, trugen es ans Ufer und ließen es erstmals ins Wasser. Kurz darauf zeigte sich: Das Kanu schwamm. Die erste Fahrt verlief insgesamt reibungslos und bestätigte, dass unser Konzept auch praktisch funktioniert. Gleichzeitig wurde deutlich, dass das Steuern Übung erfordert. Diese erste Fahrt lieferte uns daher wichtige Erkenntnisse für die weitere Entwicklung des Kanus.

Nach der erfolgreichen Jungfernfahrt unseres ersten Betonkanus beginnt nun die nächste Phase unseres Projekts.
Im Wintersemester 2025/26 entstand an unserer Hochschule zunächst das Konzept NeuTHrAl. Ziel war es, ein möglichst klimaneutrales Betonkanu zu entwickeln. Durch den gezielten Einsatz von Pflanzenkohle konnten wir den CO₂-Fußabdruck des Kanus deutlich reduzieren. In Etappe 3 stellte NeuTHrAl seine Praxistauglichkeit eindrucksvoll unter Beweis: Die Jungfernfahrt verlief erfolgreich und bestätigte, dass unser innovativer Ansatz funktioniert.
Im weiteren Verlauf zeigte sich jedoch, dass der hohe Anteil an Pflanzenkohle nicht mit den Regularien der Betonkanu-Regatta vereinbar ist. Um die Vorgaben des Wettbewerbs einzuhalten, mussten wir daher ein zweites Kanu bauen.
Da wir mit NeuTHrAl bereits bewiesen hatten, dass unser klimafreundliches Konzept technisch umsetzbar ist, passten wir für das neue Kanu den Pflanzenkohleanteil auf das maximal zulässige Maß an. Das Ergebnis ist zwar weniger klimaneutral, erfüllt jedoch vollständig die Anforderungen des Reglements.
Passend zu diesem realistischeren Ansatz erhielt unser Wettbewerbsboot den Namen ErnsTHAft. Mit diesem Kanu gehen wir nun an den Start der Betonkanu-Regatta und freuen uns darauf, unser Projekt und unseren Teamgeist im Wettbewerb zu präsentieren.


Nach der erfolgreichen Jungfernfahrt von NeuTHrAl und der Fertigstellung unseres Regattakanus ErnsTHAft startet nun Etappe 5 unseres Betonkanu-Projekts: Die finalen Vorbereitungen für die Teilnahme an der Betonkanu-Regatta 2026.
In den vergangenen Wochen wurden beide Kanus transportsicher verpackt und für die Reise vorbereitet. Darüber hinaus entwickelten und fertigten wir die vorgeschriebenen Halterungen und Konstruktionen für die Startnummer sowie für die Boje, sodass unsere Kanus auch den organisatorischen Anforderungen des Wettbewerbs entsprechen.
Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Vorbereitung war das Training auf dem Wasser. Gemeinsam mit dem Kanu Schwaben Augsburg e. V. erhielten wir ein ausführliches Briefing und eine praktische Trainingseinheit. Dabei wurden uns die grundlegenden Paddeltechniken sowie wichtige Tipps für das Verhalten auf dem Wasser vermittelt. Diese Unterstützung half uns dabei, nicht nur unsere Kanus, sondern auch unser Team optimal auf die Regatta vorzubereiten.
Am Wochenende vom 18. bis 20. Juni 2026 werden unsere Kanus nach Brandenburg an der Havel transportiert. Dort treten wir schließlich bei der Betonkanu-Regatta in Brandenburg an und freuen uns darauf, unser Projekt im Wettbewerb zu präsentieren und uns mit Teams aus ganz Deutschland zu messen.