Strom.Linien.Form.

Zum Ende des Wintersemesters materialisiert sich in der Werkhalle der Holztechniker in Immenstadt das Ergebnis eines Semesters gemeinschaftlicher Arbeit: Ein Prototyp für die neue Holz-Hülle eines Beton-Trafohäuschens wird von Holztechniker-Schülern mit der Unterstützung von Architekturstudierenden gebaut.

Die Holztechnikerklasse der Berufsschule Immenstadt und der Masterstudiengang Architektur der Technischen Hochschule Augsburg planen und realisieren im Schuljahr bzw. Wintersemester 2024/2025 ein gemeinsames Holzbau-Projekt. Die im Berufsleben essentielle Kooperation zwischen der planenden und der ausführenden Seite soll bereits in der Ausbildung geprobt werden, um das Verständnis für die Herangehensweisen, Herausforderungen und Aufgabenprofile der jeweils anderen Seite im Bauwesen frühzeitig zu vertiefen.

01.10.2024 - 14.03.2025
Studierende und Holztechnik-Schüler bauen den Prototypen
Bauphase in Immenstadt, Vorfertigung der Fassadenelemente ©THA

Studiengang:
Architektur (M.A.)

Partner:

Ansprechpartner:
Prof. Wolfgang Huß

fertiges Trafohäuschen

Bauaufgabe

Die allgemeine Stromversorgung ist eine zentrale infrastrukturelle Aufgabe. Die Allgäuer Überlandwerk GmbH (AÜW) ist unter anderem für die Stromversorgung im Allgäu zuständig. Sie erstellt und betreibt die Trafostationen zur Stromverteilung. Für die bauliche Umsetzung werden Standard-Lösungen verwendet, die als Stahlbeton-Raummodule vorgefertigt und durch Flach- oder auch Satteldachelemente ergänzt werden.

Diese Kleingebäude sind sehr stark aus der technischen Funktionalität entwickelt, was auch ihr Erscheinungsbild prägt. Viele Standorte könnten durch eine besser an die jeweilige Situation angepasste Gestaltung und zusätzliche Funktionen wesentlich aufgewertet werden. So könnte ein Beitrag zum Ortsbild und zur Baukultur im Allgäu geliefert werden.

Die allgemeine Stromversorgung ist eine zentrale infrastrukturelle Aufgabe. Die Allgäuer Überlandwerk GmbH (AÜW) ist unter anderem für die Stromversorgung im Allgäu zuständig. Sie erstellt und betreibt die Trafostationen zur Stromverteilung. Für die bauliche Umsetzung werden Standard-Lösungen verwendet, die als Stahlbeton-Raummodule vorgefertigt und durch Flach- oder auch Satteldachelemente ergänzt werden.

Diese Kleingebäude sind sehr stark aus der technischen Funktionalität entwickelt, was auch ihr Erscheinungsbild prägt. Viele Standorte könnten durch eine besser an die jeweilige Situation angepasste Gestaltung und zusätzliche Funktionen wesentlich aufgewertet werden. So könnte ein Beitrag zum Ortsbild und zur Baukultur im Allgäu geliefert werden.

Modellbau-Workshop Immenstadt
Modellbau-Workshop Immenstadt

Arbeitsweise

Es wurden 10 Gruppen aus je zwei Holztechnik-Schülern und zwei Architekturstudierenden gebildet, die gemeinsam Vorschläge erarbeiteten. Die Gruppen arbeiteten an insgesamt vier Workshop-Tagen betreut zusammen und tauschten sich in der Zwischenzeit selbstständig aus, um das Projekt voranzutreiben.

Die Workshops fanden sowohl im Berufsschulzentrum Immenstadt wie auch in der Hochschule in Augsburg statt. 
Alle Arbeiten wurden einer Fachjury präsentiert, Allgäu Digital stellte dafür seinen Präsentationsraum in Kempten zur Verfügung.

Ein Jurymitglied bei der Bewertung

Bewertungen

Die Jury wurde von den lokalen Architekten, Vertretern der Zimmererinnung, der ‚Bauherrenschaft‘, dem Architekturforum Allgäu und den beiden beteiligten Bildungsstätten gebildet.
Nach intensiver Diskussion wurden vier Arbeiten mit Preisen ausgezeichnet:

3. Preis: Paula Feigen, Max Köberle, Tamara Orlet, Anna-Maria Schatz, Julian Schöb

3. Preis: Roman Hold, Hannes Klotz, Emilio Reger, Kilian Stachel

2. Preis: Frederik Doll, Leon Fischer, Jonas Meis, Lisa Peter

1. Preis: Isabel Bodenmiller, Michael Häring, Pascal Liebenau, Johannes Zwicker

Die Siegerarbeit zeichnet sich durch eine feingliedrige Tektonik, eine zurückhaltende und ortsverträgliche Gestaltung, guten Materialeinsatz, überzeugenden konstruktiven Holzschutz und ein schönes, integratives Gestaltungskonzept aus, das Aufenthalts- und Ausstellungsmöglichkeiten als aus der Fassade klappbare Elemente anbietet.

Ansicht Längsseite Gewinner-Gruppe
Ansicht Längsseite Gewinner-Gruppe ©THA
Perspektive Gewinner-Gruppe
Perspektive Gewinner-Gruppe ©THA

Ergebnis

Bereits einen Monat später trafen sich die Holztechniker und ein Teil der Architekturstudierenden in der Werkstatt wieder, um den ersten Preis als Prototypen umzusetzen. Nach drei Tagen intensiver Arbeit kann die neue Hülle auf einem Trafo-"Dummy" aus OSB-Platten in der Werkhalle probemontiert wurden. Das Projekt wurde anschließend an einem prominenten Standort in Kempten montiert.