Zustand Kanalisation in Bayern - Datenstand 2024
Das öffentliche Kanalnetz ist eine zentrale, aber für die Öffentlichkeit weitgehend unsichtbare Infrastruktur. Mit rund 110.000 km Kanalisation sorgt es in Bayern für eine sichere Abwasserableitung und trägt wesentlich zum Schutz von Umwelt, Gewässern, Lebensqualität und sauberem Trinkwasser bei.
Gleichzeitig stellen Alter und Zustand der Kanalnetze die Kommunen vor große Herausforderungen. Dichte Abwasserkanäle sind eine wichtige Voraussetzung für den Boden- und Grundwasserschutz und helfen, betriebliche Probleme zu vermeiden. Regelmäßige Inspektionen und die rechtzeitige Sanierung sind entscheidend, um die Funktionsfähigkeit der Infrastruktur langfristig zu sichern.

Finanzierung über:
- Bayerisches Landesamt für Umwelt – LfU
- Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz – StMUV
Bearbeitungszeitraum:
2025 - 2026
Beteiligte Personen:
Prof. Dr.-Ing. Rita Hilliges
M.Eng. Isabella Campestre
Kontakt via:
wasser(at)hs-augsburg.de
Im Rahmen des Forschungsvorhabens wurde der Zustand der öffentlichen Kanalisation zum Stand 2024 sowie eine mögliche Veränderung der Situation gegenüber den letzten Jahren erhoben. Im Fokus stand dabei die Erstellung einer automatisierten Datenbank als Grundlage für die Auswertung und Bewertung der verfügbaren DABay-Daten. DABay dient der strukturierten Erfassung und Auswertung von Daten zur öffentlichen Kanalisation in Bayern und bildet damit eine wichtige Grundlage für die landesweite Bewertung der Kanalisation. Des Weiteren sind die Daten einer Informationskampagne des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU) in die Auswertung eingeflossen.

Die Ergebnisse werden mit früheren Erhebungen aus den Jahren 2006, 2012 und 2018 verglichen und Entwicklungen aufgezeigt und zukünftige Herausforderungen inkl. Entsprechender erforderlicher Investitionssummen für die Erhaltung der bayerischen Kanalisation abgeleitet.
Ziel ist es, einen aktuellen und umfassenden Überblick über den Zustand der öffentlichen Kanalisation in Bayern und den daraus resultierenden Investitionsbedarf zu schaffen.
Erste Ergebnisse zeigen, dass die bayerische Kanalisation zunehmend durch alternde Infrastruktur geprägt ist. Im Jahr 2024 waren rund 37 % der Sammelkanäle bereits älter als 40 Jahre. Für einen langfristigen Substanzerhalt ist eine kontinuierliche Inspektion des Kanalnetzes und Steigerung der Sanierungsaktivität erforderlich.