Kultur im virtuellen Raum neu denken: Technische Hochschule Augsburg beteiligt an EU-Großprojekt LIL-ECHOES

Living Cultural Labs: Empowering Communities through Intercultural Encounters in Virtual Worlds
Wie verändern virtuelle Welten unser kulturelles Zusammenleben? Unter der Konsortialführung der Newcastle University startete das EU-geförderte Forschungsprojekt LIL-ECHOES (Living Cultural Labs: Empowering Communities through Intercultural Encounters in Virtual Worlds). Die Technische Hochschule Augsburg (THA) ist als zentrale deutsche Hochschulpartnerin im Projekt vertreten und übernimmt eine Schlüsselrolle bei der partizipativen Gestaltung digitaler Kulturerlebnisse.
Digitale Brücken bauen statt Filterblasen verstärken
Erweiterte Realitäten (XR) und KI-gestützte Kommunikation halten zunehmend Einzug in den Alltag. Damit wächst jedoch auch das Risiko digitaler Isolation und gesellschaftlicher Polarisierung. LIL-ECHOES setzt hier an: Über ein Netzwerk von Reallaboren – sogenannten Living Cultural Labs (LiLs), in öffentlichen Kulturräumen wie Bibliotheken und Museen in Deutschland, Großbritannien, Italien und Griechenland erproben Forschende neue Wege für ein inklusives Miteinander.
In diesen Laboren kommen unterschiedliche Bevölkerungsgruppen, wie Jugendliche, Seniorinnen und Senioren oder Menschen mit Migrationsgeschichte, zusammen, um immersive Technologien aktiv mitzugestalten, eigene Geschichten zu teilen und voneinander zu lernen.
Als Leiterin des Arbeitspakets 5 (Community Co-design of Digital Content for Cultural XR Encounters) verantwortet Prof. Dr. Alice Gruber zusammen mit ihrem Team an der THA die Konzeption und Erprobung partizipativer Erstellungsprozesse.
Die THA arbeitet eng mit Partnern wie der Münchner Stadtbibliothek und dem XR HUB Bavaria zusammen, um die Forschungsergebnisse direkt in der Praxis und für die breite Öffentlichkeit nutzbar zu machen.
Nachhaltiger Impuls für die Kultur- und Kreativwirtschaft
Ziel des vierjährigen Projekts ist es, neben wissenschaftlichen Erkenntnissen auch frei zugängliche Software-Werkzeuge, ethische Designprinzipien und politische Handlungsempfehlungen bereitzustellen. Damit soll sichergestellt werden, dass die Digitalisierung des kulturellen Lebens den gesellschaftlichen Zusammenhalt und das europäische Miteinander nachhaltig stärkt.
Über das Projekt LIL-ECHOES
Das Projekt LIL-ECHOES wird durch das EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation Horizon Europe gefördert. Dem interdisziplinären Konsortium gehören 17 Partnerorganisationen aus acht europäischen Ländern an, darunter Hochschulen, Museen, Bibliotheken, KI- und XR-Branchenverbände sowie zivilgesellschaftliche Organisationen.