WARM-Studie

Wohnungslosigkeit stellt eine der extremsten Formen von Armut dar und geht meist mit äußerst prekären Lebenslagen einher. Damit verbunden sind erhebliche gesundheitliche Ungleichheiten bei den betroffenen Menschen: Nationale und internationale Studien zeigen deutlich erhöhte Raten körperlicher und psychischer Erkrankungen im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung. Häufig treten unbehandelte oder chronifizierte Krankheitsverläufe, Mehrfachdiagnosen sowie ein fehlender Krankenversicherungsschutz auf. Zusätzlich wirken Umwelteinflüsse wie Hitze, Kälte oder fehlender Schutzraum unmittelbar belastend auf die Gesundheit wohnungsloser Menschen.

01.01.2026 - 31.12.2027
Bild: Colourbox

Die medizinische Versorgung von obdach- und wohnungslosen Menschen ist eine komplexe gesellschaftliche und fachliche Herausforderung. Die gesundheitliche Regelversorgung kann aufgrund diverser Faktoren von dieser Personengruppe nur unzureichend genutzt werden, weshalb ergänzende niedrigschwellige Angebote entstanden sind – darunter auch Formen des medical streetwork.

Ein solches Angebot ist das Johanniter-Hilfsmobil, das seit Juni 2024 in Augsburg im Einsatz ist. Als niedrigschwelliger und akzeptanzorientierter Ansatz außerhalb der Regelversorgung fährt es soziale Brennpunkte und Wohnheime für obdach- und wohnungslose Menschen direkt an und bietet medizinische Unterstützung vor Ort.

Die WARM-Studie begleitet das Hilfsmobil wissenschaftlich. Im Mittelpunkt stehen die Analyse akuter und chronischer Wunden, suchtmedizinische Fragestellungen sowie sozialwissenschaftliche Aspekte. Der sozialwissenschaftliche Teil der Studie wird von Prof. Dr. Daniel Niebauer vom Studiengang Soziale Arbeit der THA verantwortet. Anhand standardisierter Fragebögen und leitfadengestützter Interviews werden psycho-soziale Faktoren von wohnungslosen Menschen, die das Johanniter-Hilfsmobil in Anspruch nehmen, tiefergehend untersucht.

Durch die Zusammenführung aller erhobenen Daten sollen schließlich belastbare Erkenntnisse über die Auswirkungen von Umwelteinflüssen auf akute und chronische Wunden, psychischen Erkrankungen und sozialen Faktoren bei obdach- und wohnungslosen Menschen in Augsburg gewonnen werden – mit dem Ziel, das lokale Hilfesystem und die gesundheitliche Versorgung obdach- und wohnungsloser Menschen nachhaltig zu verbessern.

Projektbeschreibung

Die WARM-Studie erfolgt als Kooperation zwischen der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V., Regionalverband Bayerisch Schwaben, vertreten durch Marc Kannengießer (Leiter des Johanniter-Hilfsmobil), der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik der Universität Augsburg, vertreten durch Dr. med. Marcus Gertzen (Leiter der Forschungsgruppe Sucht), der Fakultät für Angewandte Geistes- und Naturwissenschaften, Fachbereich Soziale Arbeit, der Technischen Hochschule Augsburg, vertreten durch Prof. Dr. Daniel Niebauer (Professur für Professionstheoretische Grundlagen der Sozialen Arbeit) unter der Leitung der Klinik für Gefäßchirurgie der Universität Augsburg, vertreten durch Prof. Dr. med. Alexander Hyhlik-Dürr und Dr. med. Tobias Dominik Warm.

Die Studie läuft vom 01.01.2026 bis 31.12.2027 und wird durch die Intramurale Forschungsförderung der Medizinischen Fakultät der Universität Augsburg gefördert.

Pressespiegel

Presseberichtserstattung zur WARM-Studie in a.tv Aktuell vom 12.02.2026:

https://www.augsburg.tv/mediathek/video/am-puls-unterwegs-mit-dem-hilfsmobil-der-johanniter-augsburg/

Projektleitung

Prof. Dr. Daniel Niebauer

Technische Hochschule Augsburg 

Fakultät für Angewandte Geistes- und Naturwissenschaften 

Telefon: +49 821 5586-3671 
daniel.niebauer@tha.de

Externe Partner

Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. / Regionalverband Bayerisch Schwaben
Marc Kannengießer
Leiter des Johanniter-Hilfsmobil
Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik der Universität Augsburg
Dr. med. Marcus Gertzen
Leiter der Forschungsgruppe Sucht
Klinik für Gefäßchirurgie der Universität Augsburg
Prof. Dr. med. Alexander Hyhlik-Dürr
Dr. med. Tobias Dominik Warm

Förderung

Das Projekt wird durch die Intramurale Forschungsförderung der Medizinischen Fakultät der Universität Augsburg gefördert.