Innovatives Lehrformat: THA eröffnet Bachelorstudiengang Medizintechnik mit Konzept-Workshop

Wie müsste ein Gerät aussehen, mit dem Patientinnen und Patienten, die an einer chronischen Nebenschilddrüsenunterfunktion leiden, selbst zu Hause ihre Blutkalziumwerte bestimmen können? Wie könnte ein Smartphone-basiertes Hautkrebsscreening mit 3D-Ganzkörperaufnahme medizintechnisch in der heimischen Dusche umgesetzt werden? Wie müsste der Antrieb eines mechanischen Rollstuhls gestaltet werden, sodass auch Menschen mit Halbseitenlähmung ihn sicher bedienen können? Und wie könnte ein Konzept zur Priorisierung verschiedener Alarme am Patientenmonitor aussehen? Mit diesen und vielen weiteren Fragestellungen aus der Praxis beschäftigten sich die Erstsemesterstudierenden der Medizintechnik im Rahmen des Konzept-Workshops.
Die THA hatte im Vorfeld Praktikerinnen und Praktiker aus dem Gesundheitswesen – aus Kliniken und Medizintechnikunternehmen, Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen und Verbänden – dazu aufgefordert, konkrete Problemstellungen aus dem klinischen, pflegerischen, diagnostischen, therapeutischen oder medizintechnischen Alltag einzureichen.
Prof. Dr. Michael Zedler, Leiter des Konzept-Workshops, sagt: „Für den Workshop hat uns vor allem interessiert, an welchen Stellen Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte oder therapeutisches Personal im Arbeitsalltag auf technische Grenzen stoßen. Welche Abläufe in Kliniken könnten durch neue medizintechnische Lösungen verbessert werden? Und für welche praktischen Probleme fehlen bislang geeignete Geräte, digitale Anwendungen oder technische Verfahren? Unser Ziel war es, vom ersten Semester an mit unseren Studierenden an derartigen konkreten Fragestellungen zu arbeiten und Lösungsvorschläge zu entwickeln.“

Medizintechnische Herausforderung und Lösungsideen
Nach einer kurzen Vorstellung aller 16 eingereichten Themen fanden sich die Projektgruppen aus Studierenden, Praktikerinnen und Praktiker und Coaches zusammen. Gemeinsam entwickelten die Gruppen erste Lösungsansätze, die sie zum Abschluss des Workshops präsentierten.


Den Verlauf des Konzept-Workshops und die am Ende des Tages vorgestellten Ergebnisse bewertet Zedler positiv: „Das Format ist bei den Beteiligten auf breite Zustimmung gestoßen. Eine ganze Reihe der Praktikerinnen und Praktiker, die Themen eingereicht hatten, zeigte gesteigertes Interesse am weiteren Ausbau der Zusammenarbeit.“
Prof. Dr. Christoph Zeuke, Studiengangsleiter des Bachelorstudiengangs Medizintechnik, sagt: „Mit dem Workshop zeigen wir, wie wir Medizintechnik an der THA verstehen: Unsere Studierenden beschäftigen sich von Beginn an mit realen medizinischen Herausforderungen und lernen, gemeinsam mit Fachleuten aus der Praxis technische Lösungen zu entwickeln. Dieses projektorientierte Lernen zieht sich durch das gesamte Studium.“
Impressionen
Über den Bachelorstudiengang Medizintechnik
Der neue Bachelorstudiengang Medizintechnik ist an der Fakultät für Elektrotechnik der THA angesiedelt und verbindet ingenieurwissenschaftliches Know-how mit medizinischen Grundlagen und Anwendungen. Dazu hat die THA im Juli eine langfristig angelegte Lehrkooperation mit der Hessing Stiftung vereinbart: Die Stiftung bringt ihre medizinische und klinische Expertise in die Ausbildung der Studierenden ein. Die THA verantwortet die ingenieurwissenschaftlichen Inhalte, die curriculare Einbindung und die akademische Qualitätssicherung. Auch mit weiteren Partnerinnen und Partnern aus der Medizinbranche arbeitet die THA – so wie jetzt beim Konzept-Workshop – in der Lehre im Studiengang eng zusammen.
Alle weiteren Infos zum Studiengang Medizintechnik gibt es hier: Medizintechnik (B.Eng.)







