Erfahrungsbericht mein Auslandssemester an der SZTU (WS 2024/2025) – Maximilian Gehring
Planung
Mein Ziel war es, im chinesischsprachigen Ausland mein studienintegriertes Praktikumssemester zu absolvieren. So hat es dann bei der Shenzhen Technlogy University (SZTU), einer Partneruni der Technischen Hochschule Augsburg (THA) geklappt. China ist ein wirtschaftlich stark verflochtenes Land. Ebenso wird häufig der technische Fortschritt betont, was für mich neben der kulturellen Erfahrungen sowie Verbesserung der eigenen Sprachkenntnisse ausschlaggebende Argumente waren. Sobald klar war, dass ich das Praktikumssemester dort machen konnte, ging es für mich an die regulären Formalitäten, wie z.B. das Einreichen der Kopie des Reisepasses, etc. Ansprechpartner vor Ort war in meinem Fall Herr Prof. Raps (Gründungsdekan des College of Urban Transportation and Logistics an der SZTU) sowie das International Office der SZTU. Ein wichtiger Schritt war natürlich auch die Organisation des Visums. Für die Volksrepublik China war dies in meinem Fall ein X2 Visum im Visumszentrum Standort München (Stand 2024).
Vorbereitung
Neben Sprachkursen habe ich zur Vorbereitung auch im Rahmen des CHIN-KoBe (Chinakompetenzprogramm) durch die Teilnahme an einem zusätzlichen Sprachkurs sowie weiteren kulturellen Seminaren genutzt. Wichtigste Kontaktperson für die Planung und die Durchführung vor Ort war in meinem Fall Prof. Raps. Neben den oben genannten Formalitäten wie das Visum ist natürlich auch zu beachten, die entsprechenden Dokumente wie Nachweis der chinesischen Gesundheitsversicherung (die man von der Uni aus verpflichtend abschließen muss – ich hatte zusätzlich auch eine deutsche Krankenversicherung abgeschlossen) und Immatrikulationsbescheinigung der chinesischen Partneruni für den Flug mitzunehmen, um alles an der Grenze parat zu haben. Die vollständigen Formalitäten bekam ich auch übersichtlich als Liste von der SZTU zugeschickt. In China ist das Internet eingeschränkt zugänglich, insbesondere westliche Internetdienste sind davon betroffen. Außerdem sind die Installation diverser chinesischer Apps notwendig, darunter die „Alles-Apps“ WeChat und AliPay. Eine Unterkunft war für uns als internationale Austauschstudenten in den universitätseigenen Dormitories in einem Einzelzimmer möglich.
Situation vor Ort
Die SZTU ist insgesamt herausragend ausgestattet: Alles Wichtige bekommt man in Läden auf dem Campus, mehrere Mensen bieten Abwechslung bei den Mahlzeiten, und neben einer sehr großen, modernen Bibliothek gibt es ebenfalls ein Schwimmbad sowie Sportplätze (darunter mehrere Tennisplätze). Als ich an der SZTU ankam, wurde ich an der U-Bahnstation von einem Mitarbeiter des International Office empfangen. Diese befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Campus und ist nach der Uni benannt: „Technology University“. Danach ging es direkt ins International Office, wo mich alle sehr herzlich begrüßt haben und erste Formalitäten geklärt wurden. Dann ging es auch schon zum Dormitory. Hier gibt es auch mehrere Mitarbeiter, primär zwei, die Englisch konnten und uns tatkräftig unterstützt haben. In den ersten Tagen waren das vor allem die Einrichtung eines chinesischen Bankkontos, das sehr hilfreich und bei größeren Beträgen nötig ist, u.a. auch, um die Campus-Karte mit Geld aufzuladen. Auch wie das funktioniert, wurde uns erklärt.
Das Wichtigste:
Ohne Internet geht nichts. Daher wurden wir auch unterstützt, eine SIM-Karte einzurichten und WLAN im Dormitory zu bekommen. Eine chinesische Handynummer ist nahezu unverzichtbar, da viele Mini- Apps in WeChat eine chinesische Nummer zur Verifizierung erfordern, um sich dort verifizieren zu können, denn nahezu alles ist personalisiert – auch bei der Buchung von Tickets für Sehenswürdigkeiten Das Kursangebot an der SZTU ist dabei sehr breit gefächert. Zwar nahm das Praktikum in Form eines Studentenprojekts die meiste Zeit in Anspruch, doch wollte ich auch einmal einen Einblick in die Lehre bekommen. In meinem Fall war das dann recht unkompliziert möglich, sodass ich aus dem Kurskatalog Kurse auswählen konnte. Ebenfalls super: Es wurden in unserem Jahrgang zwei Chinesischkurse angeboten und glücklicherweise kamen diese hinsichtlich der Teilnehmerzahl auch zustande: Einer für Anfänger und einer für Fortgeschrittene. Einen weiteren Kurs konnte ich während der sogenannten „International Week“ belegen.
Rückblickend war es sehr einfach, sich an die neue Umgebung zu gewöhnen und sich einzuleben. Besonders angenehm war die Hilfsbereitschaft aller Leute vor Ort, sowohl auf dem Campus als auch sonst. Auf WeChat lassen sich sofort viele neue Kontakte knüpfen. Ein für den Anfang sehr hilfreiches Feature: Die eingebaute Übersetzungsfunktion im Chat, was für beide Seiten eine Erleichterung in der Kommunikation ist. Die SZTU bietet auch eine Reihe von Clubs (Sport, Kalligraphie, etc.), an denen man ebenfalls mit dabei sein kann. Das International Office informierte darüber hinaus über anstehende Veranstaltungen – eine tolle Möglichkeit, auch hier tolle Erfahrungen „mitzunehmen“!
Beispielsweise hatten wir als Studenten die Möglichkeit, an der Veranstaltung zu 20 Jahre Partnerschaft Bayern-Guangdong in Guangzhou mit der Bayerischen Delegation teilzunehmen und so mit Vertretern aus der bayerischen Politik, dem Generalkonsul der BRD im Kanton/China und
Wirtschaft in Kontakt zu kommen. Daneben waren in unserem Jahrgang zahlreiche Firmenbesuche bei Tech-Giganten wie Tencent, Lenovo und BYD organisiert.
Situation nach dem Auslandssemester/Praktikumssemester – Fazit
Auch die nachlaufenden Arbeiten, um das Auslandssemester offiziell abzuschließen, haben alle reibungslos geklappt. Ich denke, dass der Auslandsaufenthalt ein voller Erfolg war: Einerseits konnte ich in meinem Studium vorankommen und das Praktikumssemester abschließen. Aber auch der Einblick in die Lehre war für mich unglaublich wertvoll. Fachlich konnte ich so Einblicke in neue Technologien gewinnen und ein Allzweck-IT-System (ein chinesisches Open-Source-Projekt, mit (noch) keiner konsequenten Internationalisierung) sowie das Themenfeld des autonomen Fahrens kennenlernen.
Shenzhen ist das chinesische Pendant zum Silicon Valley, Guangdong einer der Top-Industriestandorte in China. Allein die Umgebung zu erleben und die teils sehr fortgeschrittenste Infrastruktur zu nutzen und zu sehen, wie schnell Baustellen voranschreiten, war sehr beeindruckend.
In besonderem Maße ist mir natürlich auch das Mindset der Menschen gegenüber moderner Technik und Veränderung aufgefallen: Spielräume und Fortschritt als Chance zu begreifen, das Zusammenleben der Menschen sowie die Umwelt durch Technikeinsatz nachhaltig zu verbessern anstatt (technologische) Veränderung als Bedrohung zu sehen.
Zu verdanken, dass alles so gut gelaufen ist habe ich das natürlich allen Beteiligten der Technischen Hochschule Augsburg, alle Stellen einschließend. Ebenfalls einen großen Dank an die SDW, die mich bei meinem Vorhaben unterstützt hat! Desweiteren vor Ort allen Beteiligten der SZTU, für Ihren
Einsatz für uns internationale Studenten, vor allem aber für die unglaubliche Gastfreundschaft!
Gerne kann hier ein kleiner Einblick in mein Auslandssemester gewonnen werden!


