Erfolgsgeschichte eines Studenten im Studiengang International Information Systems

Wie gelingt der Berufseinstieg nach dem Studium? Muhammad Zubair, Absolvent des Studiengangs International Information Systems an der Hochschule Augsburg, berichtet über seinen Weg vom Werkstudenten über das Praxissemester und die Bachelorarbeit bis zur Festanstellung. Dabei gibt er internationalen Studierenden wertvolle Tipps für den Start ihrer Karriere in Deutschland.
07.10.2026
Muhammed Zubair vor dem THA_Logo
Muhammad Zubair, Absolvent des Studiengangs International Information Systems; Foto: Olivia Meisohle

Warum haben Sie sich für den Studiengang International Information Systems an der Hochschule Augsburg entschieden und wie hat er Sie auf Ihre berufliche Laufbahn vorbereitet?

Ich komme ursprünglich aus Pakistan und wollte in Bayern, Deutschland, studieren. Der Studiengang International Information Systems an der Hochschule Augsburg war für mich besonders attraktiv, weil er vollständig auf Englisch unterrichtet wird und Informatik mit betriebswirtschaftlich orientierten Fächern verbindet. Diese Kombination entsprach meinem Ziel, als IT-Fachkraft zu arbeiten.

Der Studiengang hat mich gut auf meine berufliche Laufbahn vorbereitet, da ich nicht nur technische Kenntnisse erworben, sondern auch ein Verständnis für die betriebswirtschaftlichen Aspekte hinter technischen Entscheidungen entwickelt habe. Im Berufsleben ist es wichtig, nicht nur eine technische Lösung entwickeln zu können, sondern auch zu verstehen, welchen Mehrwert sie für ein Unternehmen und seine Kunden bietet.

Welche Fächer oder Erfahrungen aus Ihrem Studium haben Ihnen beim Berufseinstieg besonders geholfen?

Die Programmierkurse haben mir eine solide technische Grundlage vermittelt, die ich auch heute noch in meiner Arbeit nutze.

Auch das Fach Intercultural Management war für mich sehr wertvoll, da ich als internationaler Student und später als Mitarbeiter eines deutschen Unternehmens mit Menschen aus unterschiedlichen kulturellen und beruflichen Hintergründen zusammenarbeite.

Darüber hinaus hatte ich während meines Studiums die Möglichkeit, an mehreren praxisorientierten und internationalen Projekten teilzunehmen. In einem Projekt mit Sopra Steria haben wir beispielsweise ein SAP-System angepasst. Außerdem nahm ich an einem kurzen akademischen Programm in Tallinn, Estland, sowie an der Schwaben Innovation Masterclass mit Studierenden von vier verschiedenen Hochschulen teil.

Diese Erfahrungen haben meine technischen, interkulturellen und kommunikativen Fähigkeiten gestärkt.

Wie haben Sie Ihr Praxissemester genutzt, um in die Berufswelt einzusteigen?

Mein Praxissemester absolvierte ich bei der Qbilon GmbH in Augsburg. Zu diesem Zeitpunkt war ich bereits als Werkstudent im Unternehmen tätig. Während des Praxissemesters arbeitete ich im Bereich der End-to-End-Testautomatisierung.

Dadurch konnte ich meine bereits vorhandenen Kenntnisse vertiefen und gleichzeitig mehr Verantwortung übernehmen. Für mich war das Praxissemester nicht einfach nur ein verpflichtender Bestandteil des Studiums, sondern ein wichtiger Schritt auf dem Weg in meine berufliche Laufbahn.

Ich lernte das Produkt, die internen Abläufe des Unternehmens und meine Kollegen besser kennen. Diese Erfahrung führte später direkt zu meiner weiteren Beschäftigung im Unternehmen.

Wie haben Sie Ihren jetzigen Arbeitgeber gefunden und von sich überzeugt?

Auf die Qbilon GmbH wurde ich zunächst durch das sogenannte Pyramid-Buch aufmerksam, in dem eine große Anzahl von Unternehmen aus der Region vorgestellt wird. Anschließend bewarb ich mich direkt bei dem Unternehmen und begann dort zunächst als Werkstudent.

Im Laufe der Zeit sammelte ich umfangreiche Erfahrungen mit dem Produkt und den vom Unternehmen eingesetzten Tools. Insgesamt hatte ich bereits etwa drei Jahre mit dem Unternehmen und seiner Software gearbeitet, bevor ich in eine Vollzeitstelle wechselte. Diese Erfahrung hat mir dabei sehr geholfen.

Welche Aufgaben haben Sie heute und wie stehen diese mit Ihrem Studium in Verbindung?

Heute arbeite ich im Bereich Software-Qualitätssicherung und trage zur kontinuierlichen Verbesserung des Softwareprodukts bei. Zu meinen Aufgaben gehören die Identifizierung potenzieller Qualitätsrisiken, die Unterstützung zuverlässiger Entwicklungsprozesse sowie die enge Zusammenarbeit mit verschiedenen technischen Teams.

Die Position verbindet analytisches Denken, technisches Verständnis und Kommunikation. Die Programmierkenntnisse, die ich während meines Studiums erworben habe, helfen mir dabei, technische Systeme zu verstehen und zur Automatisierung und Verbesserung von Prozessen beizutragen.

Gleichzeitig helfen mir die betriebswirtschaftlich orientierten Inhalte des Studiums dabei, technische Entscheidungen aus einer umfassenderen organisatorischen Perspektive zu betrachten.

Diese Verbindung von Technologie und Wirtschaft ist eine der stärksten Schnittstellen zwischen meiner heutigen Tätigkeit und dem Studiengang International Information Systems.

Welche Rolle spielte Ihre Bachelorarbeit beim Berufseinstieg?

Meine Bachelorarbeit spielte eine wichtige Rolle, da sie mir die Möglichkeit gab, zu zeigen, dass ich ein praxisbezogenes Problem selbstständig analysieren und dafür eine strukturierte Lösung entwickeln konnte.

Ich untersuchte, wie Informationen über Abhängigkeiten zwischen Softwarekomponenten genutzt werden können, um die Zusammenarbeit zwischen Qualitätssicherung und Softwareentwicklung zu verbessern.

Das Thema war unmittelbar mit meiner praktischen Arbeit verbunden und ermöglichte es mir, eine reale Herausforderung des Unternehmens aus wissenschaftlicher Perspektive zu untersuchen.

Was war die größte Herausforderung beim Übergang von der Hochschule ins Berufsleben?

Für mich war der Übergang von der Hochschule ins Berufsleben nicht besonders schwierig, da ich durch meine Tätigkeit im Unternehmen, mein Praxissemester und meine Bachelorarbeit bereits mit dem Produkt, dem Unternehmen und den Mitarbeitern vertraut war. Dadurch fühlte sich der Wechsel in eine Vollzeitstelle sehr natürlich an.

Natürlich vermisse ich manchmal die Freiheit und Flexibilität des Studentenlebens. Der berufliche und persönliche Übergang wurde jedoch dadurch deutlich erleichtert, dass meine Kollegen sehr offen, freundlich und hilfsbereit sind.

Die deutsche Sprache kann für internationale Studierende eine Herausforderung darstellen. Deutsch ist für die langfristige Integration und den Zugang zu einem größeren Spektrum an beruflichen Möglichkeiten sehr wichtig. Deshalb habe ich früh angefangen, Deutsch zu lernen, auch wenn ich meine Sprachkenntnisse noch weiter verbessern möchte.

Welchen Rat würden Sie internationalen Studierenden geben, die erfolgreich in Deutschland ins Berufsleben starten möchten?

Mein wichtigster Rat ist, nicht darauf zu warten, dass sich eine berufliche Chance von selbst ergibt. Studierende sollten während ihres Studiums aktiv versuchen, Möglichkeiten zu schaffen – zum Beispiel durch eine Werkstudententätigkeit, ein Praktikum oder ein Unternehmensprojekt.

In meinem Fall hat der Weg vom Werkstudenten über das Praxissemester und die Bachelorarbeit bis hin zur Vollzeitbeschäftigung sehr gut funktioniert. Dadurch hatte das Unternehmen die Möglichkeit, meine Arbeit über einen längeren Zeitraum kennenzulernen. Gleichzeitig konnte ich herausfinden, ob das Unternehmen der richtige Arbeitgeber für mich ist.

Ich würde internationalen Studierenden außerdem empfehlen, so früh wie möglich mit dem Deutschlernen zu beginnen. Auch wenn Englisch die tägliche Arbeitssprache ist, erleichtern Deutschkenntnisse die Kommunikation, die Integration und die Jobsuche erheblich.

Studierende sollten sich außerdem nicht von Absagen entmutigen lassen. Absagen sind ein normaler Bestandteil des Bewerbungsprozesses. Die Angst vor einer Ablehnung sollte niemanden davon abhalten, sich zu bewerben. Es ist wichtig, aus jeder Bewerbung und jedem Vorstellungsgespräch zu lernen und es weiter zu versuchen.

Darüber hinaus empfehle ich, frühzeitig ein berufliches Netzwerk aufzubauen, Karrieremessen zu besuchen, Kontakte zu Unternehmen zu knüpfen, den eigenen Lebenslauf regelmäßig zu verbessern und sowohl fachliche als auch soziale Kompetenzen weiterzuentwickeln.

Welchen Rat würden Sie anderen Studierenden geben, die auf der Suche nach einem Platz für ihr Praxissemester sind?

Ich empfehle, etwa sechs Monate vor dem geplanten Praxissemester mit der Suche zu beginnen. Studierende sollten sich nicht ausschließlich auf Online-Stellenanzeigen verlassen, sondern verschiedene Wege nutzen. Persönliche Kontakte, Karrieremessen, Unternehmensveranstaltungen und Initiativbewerbungen können besonders hilfreich sein.

Es lohnt sich außerdem, sich nicht nur bei großen und bekannten Unternehmen zu bewerben. Auch Start-ups sowie kleine und mittelständische Unternehmen können hervorragende Möglichkeiten bieten, praktische Erfahrungen zu sammeln.

Welchen allgemeinen Rat haben Sie für das Praxissemester?

Das Praxissemester sollte nicht nur als Pflichtbestandteil des Studiums oder als Möglichkeit gesehen werden, eine Note bzw. Leistungspunkte zu erhalten. Es bietet die Chance herauszufinden, welche Aufgaben und Themen einen tatsächlich interessieren.

Studierende sollten neugierig bleiben, Fragen stellen und versuchen, die Hintergründe und Abläufe ihrer Aufgaben zu verstehen. Es ist hilfreich, Verantwortung zu übernehmen, regelmäßig um Feedback zu bitten und sich auch mit Kollegen außerhalb des eigenen Teams auszutauschen.

Ich empfehle außerdem, die eigenen Aufgaben und Erfolge zu dokumentieren. Das kann später bei Bewerbungen, Vorstellungsgesprächen und der Auswahl eines möglichen Themas für die Bachelorarbeit hilfreich sein.

Mein eigener Weg zeigt, wie wertvoll eine langfristige Zusammenarbeit mit einem regionalen Unternehmen sein kann. Was als Werkstudententätigkeit begann, entwickelte sich zu meinem Praxissemester, meiner Bachelorarbeit und schließlich zu meiner Festanstellung.