THA bei der Langen Kunstnacht in Landsberg am Lech: Technik trifft auf Kunst

Die Technische Hochschule Augsburg war in diesem Jahr wieder Teil der Langen Kunstnacht in Landsberg am Lech und präsentierte in den Räumlichkeiten des TTZ (Technologie- und Transferzentrum) ein einzigartiges Zusammenspiel aus Technik und Kunst. Studierende des Studiengangs Systems Engineering zeigten ihre kreativen Projektarbeiten aus dem Sommersemester und begeisterten damit das Publikum.
05.10.2026
Pascal Masny und Zuhörer
Pascal Masny erklärt, was es mit dem Uncanny Valley auf sich hat. Foto: Ludwig Nägele

Projektarbeiten: Kunstgeneratoren und Prototypen

Die Aufgabe der Studierenden lautete: Entwickle einen Kunstgenerator und entwerfe einen Prototypen! Die drei besten Arbeiten wurden an der Langen Kunstnacht ausgestellt und luden die Besucher ein, Technik und Ästhetik auf innovative Weise zu erleben.

„VALLIS SIMULACRI“
Was passiert, wenn eine KI immer wieder ihre eigenen Bilder als Vorlage nutzt?

Diese interaktive Installation zeigt, wie klassische Kunstwerke durch Rückkopplungseffekte einer KI schrittweise ins Unheimliche abgleiten – ein Phänomen, das als „Uncanny Valley“ bekannt ist. Die Besucher:innen erleben dabei jedoch nicht nur die Verfremdung der Bilder, sondern werden selbst Teil des Kunstwerks: Eine Echtzeit-Emotionserkennung misst ihre Reaktionen und macht das Unbehagen messbar.

„Dreiton“
Klang wird sichtbar!

Diese kinetische Skulptur übersetzt akustische Signale in mechanische Bewegungen: Ein mechanisches Zeichensystem mit drei Achsen reagiert auf Bass, Mitten und Höhen eines Audiosignals und verwandelt Musik in visuelle Kunst. Jeder Ton erzeugt eine individuelle Bewegung – ein einzigartiges Kunstwerk aus Schall und Form.

„Zappelphilipp“
Eine Marionette, die mit KI zum Leben erwacht!

Inspiriert von der Augsburger Puppenkiste entwickelte die Gruppe eine KI-gesteuerte Marionette, die die Bewegungen der Besucher:innen in Echtzeit nachahmt. Eine Webcam erfasst die Bewegungen, eine KI analysiert sie, und die Marionette tanzt im Takt der Zuschauer. Ein spielerischer Brückenschlag zwischen Tradition und Moderne.

Bilder von Julia M. Wittmann
Julia M. Wittmann arbeitet in ihre Bilder gerne Licht ein. Foto: Ludwig Nägele

Pop Art und 3D-Druck: Weitere Highlights

Neben den Studierendenprojekten bereicherte die Pop-Art-Künstlerin, Julia M. Wittmann aus Neuburg an der Donau, die Ausstellung mit vier ihrer Werke. Ihre farbenfrohen Porträts verbinden Malerei, Musik und Literatur – jedes Bild erzählt eine eigene Geschichte und lädt ein, nicht nur hinzuschauen, sondern hinzuhören. Und das Besondere: Indem sie Licht in Form von Glühbirnen und LEDs in ihre Werke integriert, schafft auch sie eine Verbindung zwischen Kunst und Technik. Ihre Philosophie: „Kunst kennt keine Grenzen – sie ist Experiment, Kontrast und die Verbindung von Sichtbarem und Fühlbarem.“

Zusätzlich konnten die Besucher:innen live erleben, wie 3D-Druck und Kunst verschmelzen: Zwei 3D-Drucker demonstrierten vor dem Gebäude den kreativen Einsatz der Technologie.

Kinder und Erwachsene sehen 3D-Druckern beim Drucken zu
Auch die Kinder sind fasziniert von den 3D-Druckern. Foto: Ludwig Nägele
EVA-01, Maximilian Streit, Timon Kaebernick, Pascal Masny und Melina Buchschuster
EVA-01 zusammen mit Maximilian Streit, Timon Kaebernick, Pascal Masny und Melina Buchschuster. Foto: Ludwig Nägele

Ein besonderer Blickfang war der humanoide Roboter G1 von Unitree, verkleidet als EVA-01 aus „Neon Genesis Evangelion“ – ein echtes Highlight, besonders bei den jüngeren Gästen.

Eine gelungene Verbindung von Kunst und Technik

Die Ausstellung war gut besucht und die Besucher:innen blieben lange, um die interaktiven Angebote auszuprobieren. Besonders der Roboter und die KI-gesteuerten Installationen sorgten für Begeisterung. Die Veranstaltung zeigte einmal mehr, wie Technik und Kunst einander inspirieren können – und wie die Technische Hochschule Augsburg diese Verbindung lebendig werden lässt.