Ausstellung MUT: Kinder und Jugendliche laden zum Perspektivwechsel ein
„Wann waren Sie zuletzt mutig?“ Mit dieser Frage eröffnete Prof. Dr. László Kovács, Vizepräsident für Studium und Lehre an der THA, seine Ansprache zur Vernissage „MUT – gemeinsam Respekt und Vielfalt gestalten“. Sie steht am Anfang einer Ausstellung, die weit über die Präsentation von Kunstwerken hinausgeht: Sie ist eine Einladung, miteinander ins Gespräch zu kommen, eigene Vorstellungen zu hinterfragen und Mut aus einer anderen Perspektive kennenzulernen.
„Wer heute und in Zukunft die Welt gestalten will, der muss mutig sein“, so Kovács. Doch wie lässt sich Mut vermitteln? Und kann man Mut an einer Hochschule lehren? Für ihn braucht es Vorbilder, die nicht nur durch ihr Handeln überzeugen, sondern auch ethische Werte verkörpern. Die Kinder und Jugendlichen, die ihre Werke in der Ausstellung präsentieren, seien solche Vorbilder. Mit ihrer Kreativität zeigten sie, was in ihnen steckt, und eröffneten zugleich neue Perspektiven darauf, was Mut bedeuten kann.
Die Ausstellung entstand in Kooperation mit der Aktion Mensch, der THA und der Förderstiftung der Katholischen Jugendfürsorge Augsburg (KJF). In Kreativ-Workshops unter der Leitung von Anda Manea, Lehrkraft für besondere Aufgaben der Fakultät für Gestaltung, und ihren Studierenden setzten sich die Kinder und Jugendlichen intensiv mit Themen wie Akzeptanz, Vorurteilen und gegenseitigem Verständnis auseinander. Aus ihren Erfahrungen und Ideen entwickelten sie ausdrucksstarke Kunstwerke, die dem Besucher einen persönlichen Zugang zu diesen gesellschaftlich relevanten Fragen ermöglichen.
Die Palette künstlerischen Gestaltens ist vielfältig: Bunte Acrylgemälde setzen Akzente an den grauen Betonwänden, Plastiken und Tafeln stehen aufgereiht vor den Fenstern. Ein noch weißer Tisch und Tafeln laden ein, selbst kreativ zu werden. Auf großformatigen Fotocollagen sind die Künstler selbst abgebildet – auf der Vernissage bot sich den Gästen die Gelegenheit, direkt mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Wie eng Kreativität und Identität miteinander verbunden sind, zeigte sich besonders bei einer kleinen Modenschau: Vor dem begeisterten Publikum präsentierten die Kinder ihre aus Zeitungspapier gefertigten Kleidungsstücke auf einem roten Catwalk. Hier wurde deutlich: Kleidung vermittelt, wer wir sind, wie wir uns sehen und wie wir von anderen wahrgenommen werden möchten.
Prof. Dr. Kellner, Vorsitzender des Kuratoriums der Förderstiftung der KJF, hob in diesem Zusammenhang die Bedeutung des gemeinsamen kreativen Prozesses hervor: „Die Kinder und Jugendlichen hatten die Chance, sich selber besser kennenzulernen durch die Schaffung der Kunstwerke. Und wir – Lehrende, Studierende und Mitarbeitende der Hochschule – haben nun die Chance, sie besser kennenzulernen.“ Die Ausstellung ermögliche es, in die Denkweise der jungen Künstler einzutauchen und ihre Sorgen, Wünsche und Zukunftsgedanken besser zu verstehen. Deshalb freue er sich besonders darüber, dass die Kunstwerke das gesamte Semester an der Hochschule zu sehen sein werden. So bleibe das Thema Mut im Hochschulalltag präsent und biete immer wieder Anlass, sich mit den eigenen Einstellungen und dem Umgang miteinander auseinanderzusetzen. Die Ausstellung lädt dazu ein, eigene Antworten zu finden – und gemeinsam eine Welt zu gestalten, in der Vielfalt als Bereicherung verstanden wird.