Nachhaltige Unternehmensführung aus Sicht der Landwirtschaft
Rinderhaltung und Klimaschutz
Herr Manuel Förg begrüßte die Gruppe herzlich auf der Rinderweide, wo er die Haltung von alten Rinderrassen erläuterte, die ganzjährig auf den Weiden grasen. Er betonte, dass diese Form der extensiven Weidehaltung nicht nur dem Tierwohl dient, sondern auch positive Auswirkungen auf das Klima hat. Durch die Beweidung wird das Graswachstum angeregt, was zu einer erhöhten Kohlenstoffbindung im Boden führt. Studien zeigen, dass Grünland in der Lage ist, signifikante Mengen an CO₂ im Boden zu speichern, wodurch die Methanemissionen der Rinder teilweise kompensiert werden können.
Hühnerhaltung und Zweinutzungsrassen
Anschließend besichtigten die Studierenden die Hühnerställe des Hofs. Frau Förg erklärte, dass der Betrieb ausschließlich Zweinutzungshühner hält, die sowohl zur Eierproduktion als auch zur Fleischgewinnung genutzt werden. Diese Hühner sind robuster und gesünder als spezialisierte Rassen und tragen zur Erhaltung genetischer Vielfalt bei. Allerdings ist die Haltung mit höheren Kosten und geringerer Produktivität im Vergleich zur konventionellen Tierhaltung verbunden. So legen Zweinutzungshühner weniger Eier pro Jahr als spezialisierte Legehennen, und die Mast der Hähne dauert länger, was die Rentabilität negativ beeinflusst.
Diskussion und Erkenntnisse
Während des Besuchs wurde deutlich, dass auch in der ökologischen Landwirtschaft Zielkonflikte zwischen nachhaltiger Produktionsweise und Wirtschaftlichkeit bestehen. Trotz dieser Herausforderungen setzt der Bioland-Hof Förg bewusst auf nachhaltige Praktiken und nimmt wirtschaftliche Einbußen in Kauf, um ökologische und ethische Standards zu erfüllen. Dies verdeutlicht den komplexen Balanceakt, den nachhaltige Landwirtschaftsbetriebe zwischen ökologischen Idealen und ökonomischen Realitäten vollziehen müssen.
Vielen Dank an das Ehepaar Förg für die wertvollen Einblicke in die ökologische Landwirtschaft und die damit verbundenen Herausforderungen!