
NuCollect – Das Sammelsystem der Zukunft
Förderlaufzeit: 01.02.2025–31.01.2027
Projektbeschreibung
Ausgangslage
Konsum und Abfallmengen von Bekleidungs- und Heimtextilien steigen in Deutschland stetig, während die Verwertung bislang überwiegend aus Downcycling besteht. Von rund 1 bis 1,2 Millionen Tonnen gesammelten Textilien pro Jahr werden nur etwa 27 Prozent recycelt. Seit Januar 2025 gilt zwar eine Getrenntsammelverpflichtung für Kommunen – das bestehende Sammelsystem über öffentliche Container stammt jedoch aus den 1990er-Jahren: Textilien werden darin vermischt und häufig verschmutzt, was hochwertiges Recycling erschwert.
Projektziele
Um dem entgegenzuwirken, entwickelt das Projektteam ein ganzheitliches Sammel- und Sortiersystem für Alttextilien, das die Qualität der gewonnenen Recyclingfasern spürbar verbessert. Möglich wird das durch eine vorsortierte Abgabe, die künftig auch Nicht-Bekleidungs-Textilien einschließt. Ziel ist es, über gezielte Vorsortierung deutlich höhere Recyclingquoten zu erreichen als heute.
Vorgehen
Dafür analysiert und optimiert das Projektteam zunächst die bestehende Sortierpraxis und entwickelt darauf aufbauend ein neues System, das Textilien bereits bei der Sammlung nach Material, Farbe und Struktur vorsortiert. Es berücksichtigt dabei sowohl herstellerabhängige als auch herstellerunabhängige Sammelsysteme und bindet Bürgerinnen und Bürger aktiv ein, indem diese zuhause ihre Textilien vorsortieren (Kategorien ReUse (Wiederverwendung), Recycling oder Restmüll).

Zusatzmodul: NuCollect Engage
Das Partizipationsmodul NuCollect Engage erweitert NuCollect um einen gezielten Beteiligungsansatz: Bürgerinnen und Bürger, Kommunen sowie Sammel- und Entsorgungsakteure werden als Mitgestaltende eingebunden, um Umsetzbarkeit, Partizipation, Anwendbarkeit und Inklusion des Sammelsystems zu verbessern. Der Wirkungsraum konzentriert sich aktuell auf die Region Augsburg, mit Option zur geografischen Ausweitung.
Die Umsetzung erfolgt in drei aufeinander aufbauenden Schritten: Zunächst erproben sogenannte Sortiersprints in Realexperimenten eine digitale Entscheidungshilfe ("Textil-Check", siehe oben), mit der Teilnehmende ihre Alttextilien zuhause in Reuse, Recycling und Restmüll vorsortieren – ihr Feedback zur Anwendung fließt unmittelbar in die Weiterentwicklung ein. Parallel dazu bringen Sortierwerkstätten die Beteiligten in Dialog- und Co-Kreationsformaten zusammen, um Systemdesign und Kommunikation gemeinsam zu verbessern.
Aus den gewonnenen Erkenntnissen entsteht schließlich der Sortiertransfer: Die erprobte duale Sammellogik aus Sammelsack und bestehendem Containersystem wird von der Testphase in ein dauerhaftes Angebot überführt, das Bürgerinnen und Bürgern auch über die Projektlaufzeit hinaus zur Verfügung stehen soll. Sortiersprints und Werkstätten laufen dabei in iterativen Schleifen, sodass Erkenntnisse aus der Praxis fortlaufend einfließen können.
Förderung
Projektleitung / Ansprechpartnerin: Svenja Jahn, svenja.jahn@ita-augsburg.de
Förderzeitraum: 01.05.2026–28.02.2027
Förderkennzeichen: 03DPC0312
Fördergeber: Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)





