Projekte

Im Rahmen der Innovationscommunity Circular Textiles werden durch Mittel des BMFTR aktuell 10 Communityprojekte zu unterschiedlichen Belangen der textilen Kreislaufwirtschaft und ein Querschnittsprojekt gefördert, das den Wissenstransfer für die in der Communtiy entstehenden Forschungsergebnisse erforscht.

Projektlogo SIRUp

SIRUp

Das Projekt SIRUp (Social Innovations in Re- and Upcycling) zielt darauf ab, technologische Innovationen im Bereich Re- und Upcycling in gesellschaftliche Kontexte einzubetten und durch soziale Innovationen zu erweitern. Das Forschungsteam will verstehen, welche sozialen Faktoren die Akzeptanz, Verwendung und Verbreitung von Re- und Upcycling-Textilien begünstigen und wie passende Kommunikationsstrategien und Geschäftsmodelle entwickelt werden können. Damit trägt SIRUp zum übergeordneten Ziel der Innovationscommunity Circular Textiles bei, eine ganzheitliche textile Kreislaufwirtschaft zu etablieren.

Sticker "ReUse" oder "Recycling", die auf Mülltüten zur Vorsortierung von Alttextilien geklebt werden können.

NuCollect

Das Projektteam von NuCollect entwickelt ein innovatives System zur Sammlung und Sortierung von Alttextilien, das Bürgerinnen und Bürger aktiv einbezieht. In Deutschland steigen Konsum und Abfallmengen von Bekleidungs- und Heimtextilien stark, während die bisherige Verwertung überwiegend aus Downcycling besteht. Aktuelle gehen so jährlich mehr als 500.000 Tonnen Textilien einer höherwertigen Nutzung verloren. Um Ressourcen zu schonen, möchten die Forscherinnen von NuCollect die ReUse- und Recycling-Ströme stärken und die Recyclingquote erhöhen. So soll die Grundlage für eine konstante Sekundärrohstoffbereitstellung geschaffen werden. Effiziente Vorsortierung durch Verbraucherinnen und Verbraucher kann hier einen entscheidenden Beitrag leisten.

Textiler Kreislaufkatalog (KI-Darstellung)

TexReKat

Die Transformation der Textilindustrie hin zu echten Kreislaufsystemen erfordert transparente und verlässliche Informationen über Produkte, Materialien und realistisch erreichbare Rezyklatanteile. Mit dem Forschungsprojekt TexReKat (Textiler Kreislaufkatalog) entsteht erstmals ein wissenschaftlich fundierter, öffentlich zugänglicher Katalog kreislauffähiger Textilprodukte für Industrie, Forschung und Politik. Die Communitymitglieder von CirTex werden aktiv an Datenerhebung, Validierung und Weiterentwicklung beteiligt.

Das Elastomer, das im Projekt RElastan entwickelt und getestet wird als Fläche, Garn und Granulat.

RElastan

Ob Sportbekleidung, Freizeit- oder Medizintextilien: Ohne Elastizität geht in der Textilbranche nichts. Doch die dafür meist eingesetzten Elastane lassen sich kaum recyceln – sie lassen sich in Mischtextilien nur schwer von anderen Fasern trennen. Das Projektteam von RElastan entwickelt elastische Garne und Textilien auf Basis thermoplastischer Copolyester-Elastomere (TPC). Diese bieten die gewohnte Dehnbarkeit, lassen sich aber schmelzspinnen und später thermomechanisch recyceln – und sind zudem kompatibel mit gängigem Polyester wie PET, was ihre Verarbeitung in bestehenden Recyclinganlagen erleichtert. Damit könnten Sie eine Alternative zu den sonst gängigen Elastanen darstellen. Ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu echten Kreislauflösungen in der Textilindustrie.

Screenshot Kreislaufsimulator CircSim

CircSim

CircSim (Kreislaufsimulator) macht sichtbar, wie textile Kreislaufwirtschaft funktioniert und welchen konkreten Mehrwert sie für Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft bietet. Ziel des Projekts ist es, einen niedrigschwelligen Zugang zu fundierten, wissenschaftlich belastbaren Daten zu schaffen – verständlich aufbereitet für Politik, Wirtschaft, Wissenschaft & Lehre, Schulen sowie für die Zivilgesellschaft. Im Mittelpunkt steht ein interaktiver Kreislaufsimulator, der zeigt, wie unterschiedliche Entscheidungen entlang des gesamten Lebenszyklus von Textilien zusammenwirken. Nutzerinnen und Nutzer können verschiedene Entscheidungspfade erkunden und vergleichen.

TexWi

Im Projekt TexWi (Wirksame Wissensvermittlung zu Nachhaltigen Textilien & Kreislaufwirtschaft) werden innovative Wege erforscht und erprobt, um Wissen zur nachhaltigen Textilproduktion, Nutzung von Textilien und anderen Konsummodellen wirksam an unterschiedliche Zielgruppen zu vermitteln. Ausgangspunkt ist die Herausforderung, dass vorhandenes Wissen über ökologische und soziale Auswirkungen der Textilindustrie bislang nur begrenzt zu verändertem Handeln führt. TexWi setzt genau hier an und untersucht neue Bildungs- und Kommunikationsformate, die diesen Wissenstransfer verbessern sollen.

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MAXIM

Bekleidung produzieren, Bekleidungsabfälle vermeiden und trotzdem tragfähig wirtschaften – lange galt das als Spannungsfeld ohne Lösung. Im Projekt MAXIM (Lösungen zur Minimierung von Bekleidungsabfällen zum MAXIMalen Nutzen aller Akteure) entwickelt ein interdisziplinäres Projektteam Geschäftsmodelle, die ökologische, ökonomische und soziale Vorteile für alle beteiligten Akteure schaffen. Dafür untersucht das Projektteam Einflussfaktoren entlang der textilen Wertschöpfungskette und leitet daraus anwendungsnahe Visionen und Handlungsempfehlungen ab. Im Mittelpunkt steht ein Sowohl-als-auch-Ansatz: weniger Konsum und Abfall bei gleichzeitig wirtschaftlich tragfähigen Innovationen für nachhaltige Textilien.

Fashion Revolution Map auf dem Smartphone.

FRITA

Alternativen zum Neukauf wie Verleih, Reparatur, Upcycling und Kleidertausch existieren, sind aber fragmentiert und im Alltag kaum sichtbar. Dabei zeigt eine Umfrage von Fashion Revolution Germany e.V.: Jede fünfte Person in Deutschland würde ReUse-Angebote regelmäßig nutzen, fehlten nicht Zugänge und Orientierung. Hier setzt das Team des Projekts FRITA (Fashion Revolution Map - Digitale Infrastruktur für kreislauffähige Textilkonsum-Angebote) an. Auf Basis empirischer Forschung entsteht die „Fashion Revolution Map" – eine digitale Plattform, die zirkuläre Textilkonsum-Angebote in Deutschland sichtbar macht, bündelt und vernetzt. So trägt FRITA dazu bei, Neukäufe zu reduzieren und die EU-Textilstrategie in die Praxis zu bringen.

KOMMIT

Mechanisch recycelte Garne bergen großes Potenzial für die textile Kreislaufwirtschaft – ihre Verarbeitung in gewebten Textilien bringt jedoch besondere Herausforderungen mit sich: kürzere Fasern, schwankende Materialeigenschaften und Auswirkungen auf Garnfestigkeit und Prozessstabilität. Genau hier setzt das Projektteam von KOMMIT (Kooperation für Material, Mode, Innovation und Transfer) an und verbindet Design, Materialforschung und industrielle Produktion in einem ko-kreativen Entwicklungsprozess. Unter realistischen Produktionsbedingungen entstehen so textile Flächenmuster, Prototypen und übertragbare Erkenntnisse für den Einsatz zirkulärer Textilien.

Textile Air Loop: Zirkuläre Kabinentextilien.

Textile Air Loop

Ausgediente Kabinentextilien landen heute überwiegend in der thermischen Verwertung. Das Projektteam von TEXTILE AIR LOOP entwickelt und validiert erstmals einen Closed-Loop-Kreislauf für Flugzeugsitztextilien aus Wolle: von der Rücknahme über das Recycling bis zur Integration in neue Kabinenprodukte. Dabei setzt es auf Design for Recycling, entwickelt recyclingfähige Sitztextilkonzepte und bewertet die Materialeigenschaften wissenschaftlich – insbesondere bezüglich Kriterien wie Flammschutz und Recyclingpotenzial. Digitale Materialpässe schaffen zusätzlich Transparenz über Materialherkunft und Kreislauffähigkeit. Ziel ist der Nachweis der technischen Machbarkeit als Grundlage für künftige Industriestandards im Bereich „Circular Aviation Interiors" – mit Übertragungspotenzial auf Bahn, Bus und maritime Anwendungen.

Logo TraCe mit textilen Seilen

TraCe

Damit Forschungsergebnisse aus den CirTex-Projekten über die Projektlaufzeit hinaus Wirkung entfalten, braucht es passende Transferwege und -formate. Mit dieser Aufgabe beschäftigt sich TraCe (Transfer der CirTex-Projekte stärken): Als Metaprojekt Transfer unterstützt das Projektteam die CirTex-Projekte dabei, ihre Ergebnisse wirksam in Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft zu übertragen. Im Fokus steht der Quadruple-Helix-Ansatz, der Transfer nicht als Folge, sondern als integralen Bestandteil von Innovationsprozessen versteht. Das Projektteam erhebt zunächst die Transferbedarfe der CirTex-Projekte und entwickelt darauf aufbauend Unterstützungsangebote sowie übertragbare Methoden, Formate und Tools für den Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse zur zirkulären Transformation.

Die Innovationscommunity Circular Textiles ist ein gemeinsames Projekt von:
Logo THA
Logo apsus
Logo Forschungskuratorium Textil
Logo TEXAID
Die Innovationscommunity Circular Textiles wird im Rahmen des Programms "DATIpilot" durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördert.
Programmlogo "DATIpilot"
Logo "Gefördert durch: Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt"