Elastische Textilien sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Sie sorgen dafür, dass Kleidung dehnbar ist, sich dem Körper anpasst und nach Bewegung wieder ihre ursprüngliche Form annimmt. Diese Eigenschaft, in der Textiltechnik als Elastizität bezeichnet, spielt für viele Anwendungen – etwa in Sport-, Freizeit- oder Medizintextilien – eine wichtige Rolle.
Heute wird Elastizität in Textilien überwiegend durch den Einsatz von Elastanen erreicht. Elastane sind besonders dehnbare Chemiefasern, die meist nur in kleinen Anteilen anderen Fasern wie Polyester oder Baumwolle beigemischt werden, aber maßgeblich zu Komfort, Passform und Bewegungsfreiheit beitragen. Klassische Elastane bestehen aus elastomeren Polyurethanen, die überwiegend auf erdölbasierten Rohstoffen beruhen. Sie werden in vergleichsweise aufwendigen Trockenspinnprozessen unter Einsatz von Lösungsmitteln hergestellt.
Eine zentrale Herausforderung bezüglich Elastanen liegt im Recycling. Herkömmliche Elastane sind nicht schmelzbar und damit nicht thermomechanisch recycelbar. Darüber hinaus werden sie sehr stark in Mischtextilien eingesetzt, etwa in Kombination mit anderen synthetischen Fasern wie Polyester. Diese Materialien lassen sich am Ende ihres Lebenszyklus nur schwer voneinander trennen, wodurch ein hochwertiges Recycling stark eingeschränkt wird.
Hier setzt das Forschungsprojekt RElastan an. Ziel ist die Entwicklung recyclingfähiger elastischer Garne und Textilien auf Basis thermoplastischer Copolyester-Elastomere (TPC). Diese Materialien bieten ebenfalls eine hohe Elastizität, können jedoch aufgrund ihres thermoplastischen Charakters aufgeschmolzen, schmelzgesponnen und später thermomechanisch recycelt werden. Zudem sind TPC gut mit gängigen Polyestern wie Polyethylenterephthalat (PET) kompatibel, was ihre Integration in bestehende Recyclingprozesse erleichtert.
Im Projekt wird die gesamte Wertschöpfungskette betrachtet – von der Garnentwicklung über die textile Verarbeitung bis zur Rückführung in Regranulat und dessen Verarbeitung zu neuen Textilien. Ein elastisches Bandgewebe dient als textiler Demonstrator. Ergänzend werden Konzepte zur Erfassung und Sortierung entsprechender Textilien entwickelt.
Das Projekt RElastan wurde vom ITA Institut für Textiltechnik der RWTH Aachen University initiiert und wird im Rahmen der DATIpilot Innovationscommunity Circular Textiles durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördert.