Langsam startet schon das Ende meines Auslandssemesters in Riga. Mir wurde im Vorfeld oft gesagt, dass Januar und Februar hier die „schlimmsten“ Monate seien – kalt, dunkel und lang. Bisher hatte ich allerdings großes Glück: Die Temperaturen sind überraschend mild und erinnern eher an einen deutschen Winter.
In den letzten Monaten habe ich unglaublich viel über Riga und Lettland gelernt. Riga ist mit rund 600.000 Einwohnern nicht nur die größte Stadt des Baltikums, sondern auch das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Landes. Besonders spannend fand ich die kulturelle Vielfalt der Stadt: Neben der lettischen Mehrheit prägen auch russischsprachige und weitere osteuropäische Einflüsse den Alltag, was sich in Sprache, Küche und Stadtbild widerspiegelt.
Architektonisch ist Riga extrem vielseitig. Die mittelalterliche Altstadt, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, steht im starken Kontrast zu den beeindruckenden Jugendstilfassaden – Riga gilt als eines der größten Jugendstil-Zentren weltweit – und den sowjetischen Plattenbausiedlungen außerhalb des Zentrums. Diese Gegensätze erzählen viel über die wechselvolle Geschichte Lettlands.
Auch kulturell konnte ich viel mitnehmen. Lettland ist eine echte Sänger- und Tanznation: Musik und gemeinsames Singen gehören fest zur Identität des Landes. Die starke Verbundenheit zur Natur hat mich ebenfalls beeindruckt – fast die Hälfte Lettlands ist von Wald bedeckt, und Aktivitäten wie Pilzesammeln oder Zeit im Grünen zu verbringen sind ein wichtiger Teil des Lebensstils. Das spiegelt sich auch in der Küche wider, die sehr naturverbunden und regional geprägt ist.
Auch ist in Lettland Wintersport ein wahres Erlebnis. Statt Fußball schauen hier alle Eishockey, jeder hat eigene Schlittschuhe und nutzt jede Gelegenheit und am 21.12.2025 wurde der Word Cup im Bobfahren in Sigulda angeboten.