Die Gesamtemissionen der THA sind 2024 gegenüber dem Jahr 2022 deutlich angestiegen – von 3.618 t CO₂e auf 4.174 t CO₂e (+15 %). Gleichzeitig wuchs die Zahl der Hochschulangehörigen um ca. +13 %. Der Emissionsanstieg lag somit leicht über dem relativen Wachstum der Hochschulgemeinschaft. Hauptursache für die Emissionsbilanz ist jedoch eine vollständigere Datenerhebung.
Interpretation mit Blick auf fehlende Daten des Jahres 2022
In der Ausgangsbilanz 2022 bestand eine wesentliche Datenlücke, die die Kategorie „sonstige Mobilität“ betrifft. Im Jahr 2022 konnten nur 75 % der studentischen Auslandsreisen erfasst werden, welche im Rahmen des Erasmus-Programms durchgeführt wurden.
Aufgrund fehlender Daten wurden Flugreisen außerhalb Europas nicht erfasst. In der aktuellen Bilanz von 2024 verursachen diese Reisen 450 t CO₂e.
Daraus folgt:
- Die Emissionen 2022 wurden deutlich unterschätzt.
- Der starke Anstieg der Kategorie „sonstige Mobilität“ von 153,64 t CO₂e (2022) auf 597,88 t CO₂e (2024) ist nur zum Teil real, denn ein erheblicher Anteil entfällt auf die nun vollständigere Datenerfassung.
Weiterhin bestehen noch Datenlücken bei Exkursionen, Beschaffungen, Bauunterhalt sowie Bauvorhaben. Bei Anmietungen wurde vereinzelt noch mit Vorjahreswerten oder Verbrauchsabschätzungen gearbeitet.
Weitere zentrale Veränderungen
Bereiche mit sinkenden Emissionen
- Energie Wärme/Kälte: deutlicher Rückgang (–33 %).
- Flüchtige Gase: Halbierung (–51 %).
- Abfall und Wasser: leichter Rückgang (–8 %).
Bereiche mit steigenden Emissionen
- Energie Strom: +16 %.
- Bezogene Waren: +34 %.
- Dienstreisen: +47 %.
- Pendeln Studierende: +7 %.
- Pendeln Mitarbeitende: +7 %.
- Mobile Verbrennung: +36 %.
Diese Anstiege spiegeln teils höhere Aktivitäten, teils veränderte Mobilitätsmuster wider. Methodische Einflüsse der Datenerhebung können aufgrund der SAP-Einführung nicht ausgeschlossen werden.
Fazit
Die Bilanz 2024 zeigt ein heterogenes Bild:
- Reale Verbesserungen in den Bereichen Wärme/Kälte und flüchtige Gase,
- aber auch substanzielle Anstiege bei Strom, Beschaffungen und Reisetätigkeiten.
Wichtig für die Interpretation der Gesamtentwicklung:
Der scheinbar starke Anstieg der „sonstigen Mobilität“ ist kein realer Trend, sondern entsteht durch eine Datenlücke aus 2022. Die damals fehlenden internationalen Flugreisen (ca. 450 t CO₂e) verzerren die Vergleichbarkeit.