Tag der Lehre 2019
Lehre ist wichtig. Auch dieses Jahr möchten wir diesem Thema wieder einen Tag widmen. Um allen Lehrenden der Hochschule neue Impulse zu geben, haben wir drei Vortragende eingeladen, die alle das Thema Lehre zum Hauptgegenstand ihrer Forschung gemacht haben.
Prof. Dr. Reinhard Oldenburg (Lehrstuhl für Didaktik der Mathematik, Universität Augsburg) spricht zum Thema „Genetische Ideen in der Lehre“, Prof. Dr. Markus Dresel (Lehrstuhl für Psychologie, Universität Augsburg) setzt sich mit selbstreguliertem Lernen an der Hochschule auseinander und Dr. Marlit Annalena Lindner (IPN – Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik, Kiel) beleuchtet das Thema Multiple-Choice-Prüfungen.
Darüber hinaus geht es natürlich auch darum, sich über Fakultäts- und Institutsgrenzen hinweg zu treffen und auszutauschen.
Wir laden alle Lehrenden und Lehrinteressierten herzlich ein, sich am Freitag, den 28. Juni zwischen 9:00 und 13:30 Uhr über das Thema Lehre zu informieren und gemeinsam zu diskutieren, was gute Lehre ausmacht.
Am Nachmittag ab 14:15 Uhr werden außerdem Workshops zu den Themen Medienstudio/Filmproduktion und Moodle für Fortgeschrittene angeboten, bei denen wir um Anmeldung bitten (Link folgt).
Ort: Campus am Roten Tor, Hörsaal M1.01.
Besuchen Sie auch die Seiten der vergangenen Veranstaltungen, wo Sie u. a. vielfältige Videodokumentationen finden:
9:00 – 9:20 Uhr: Begrüßung und Zertifikatsüberreichung
Begrüßung
Prof. Dr. László Kovács (Vizepräsident für Studium und Lehre) und Prof. Dr. Michael Kipp (Referatsleiter Lehrformen) begrüßen die Gäste.
Überreichung des Zertifikats Hochschullehre Bayern
Frau Oksana Gold, Lehrkraft für besondere Aufgaben am Zentrum für Sprachen und Interkulturelle Kommunikation, erhält das Zertifikat Hochschullehre Bayern.

9:20 – 10:20 Uhr: Vortrag
Prof. Dr. Reinhard Oldenburg (Lehrstuhl für Didaktik der Mathematik, Universität Augsburg)
Genetische Ideen in der Lehre
Vorlesungen müssen viele Theorien und Fakten vermitteln. Dabei wird der Prozess, der zu ihrer Entstehung geführt hat, leider oft vernachlässigt. Seit fast einem Jahrhundert gibt es die Idee der genetischen Lehre, die diese Entstehungsprozesse ernst nimmt, aber es ist eine fortwährende Aufgabe, diese Idee in der Praxis der Lehre wirksam werden zu lassen. Im Vortrag wird etwas allgemeine Theorie gegeben und an Beispielen aus der Lehre der Mathematik und Informatik konkretisiert.
Homepage von Prof. Dr. Reinhard Oldenburg
Studium von Mathematik, Physik und Informatik in Frankfurt und Göttingen. Promotion in Mathematik (Algebra). Interessensgebiete: Hochschuldidaktik, Didaktik der Algebra und Analysis, Computereinsatz, Mathematik und Computer, Mathematische Physik und Knotentheorie
- 2000–2001 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Laser-Labor Göttingen
- 2001–2006 Lehrer am Felix-Klein-Gymnasium, Göttingen; Teilabordnung an das Göttinger Experimentallabor XLAB
- 2006–2008 Professor für Mathematik und ihre Didaktik, PH Heidelberg
- 2008–2014 Professor für Didaktik der Mathematik und der Informatik für das gymnasiale Lehramt, Universität Frankfurt/M.
- seit 2014 Professor für Didaktik der Mathematik an der Universität Augsburg
10:20 – 10:45 Uhr: Kaffeepause
10:45 – 11:45 Uhr: Vortrag
Prof. Dr. Markus Dresel (Lehrstuhl für Psychologie, Universität Augsburg)
Selbstreguliertes Lernen an der Hochschule
Hochschulische Lernkontexte zeichnen sich oft durch eine große Autonomie und hohe inhaltliche Anforderungen aus – es wird erwartet, dass sich Studierende umfangreiche Wissensbestände eigenständig erarbeiten. Kompetenzen zum Selbstregulierten Lernen werden deshalb als fundamental für den Studienerfolg (und darüber hinaus) betrachtet. Sie umfassen kognitive, metakognitive und motivationale Aspekte des Lernens. Zwischen Studierenden bestehen hierbei größere Unterschiede, wie empirische Forschungen eindrücklich demonstrieren. Dozierende und Hochschulen stehen deshalb vor der Aufgabe, mit den unterschiedlichen Kompetenzen ihrer Studierenden umzugehen und ihre Entwicklung und Förderung in den Blick zu nehmen. Im Vortrag werden eigene Forschungsarbeiten zum selbstregulierten Lernen an der Hochschule vorgestellt und daraus abgeleitet praktische Empfehlungen für die Gestaltung von Lehrangeboten diskutiert.
Homepage von Prof. Dr. Markus Dresel
Geboren in Nürnberg. Lehramtsstudium an den Universitäten Erlangen-Nürnberg und München. Promotion mit Hauptfach Psychologie an der Universität München (2001). Wissenschaftlicher Mitarbeiter an den Universitäten München, Frankfurt/Main und Ulm (1998–2002). Wissenschaftlicher Assistent am Institut für Psychologie und Pädagogik der Universität Ulm (2002–2008). Habilitation an der Fakultät für Psychologie und Pädagogik der Universität München, Erteilung der Venia Legendi für Psychologie (2008). Vertretung der Professur für empirische Unterrichtsforschung der Universität Erlangen-Nürnberg (2007–2008, verbunden mit der Geschäftsführung des Zentralinstituts für Lehr- und Lernforschung) sowie Vertretung des Lehrstuhls für Psychologie der Universität Augsburg (2008). Seit Dezember 2008 Inhaber des Lehrstuhls für Psychologie an der Universität Augsburg. Mitgliedschaft in zahlreichen Fachgesellschaften, Gutachtergremien und universitären Arbeitsgruppen. Einwerbung mehrerer Drittmittelprojekte und Veröffentlichung zahlreicher Fachpublikationen. Studiendekan (2014–2015), Prodekan (2015–2017) und Dekan (seit 2017) der Philosophisch-Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Augsburg.
Forschungsinteressen
- Motivation und Motivationsförderung in Bildungskontexten
- Selbstreguliertes Lernen im schulischen und universitären Kontext
- Zusammenhänge zwischen Geschlecht, Herkunft und Bildungserfolg
- Lehrerprofessionalisierung und Lehrerbildung
- Unterrichtsforschung
- Evaluation und Qualitätsentwicklung universitärer Lehre
11:45 – 12:15 Uhr: Kaffeepause
12:15 – 13:15 Uhr: Vortrag
Dr. Marlit Annalena Lindner (IPN – Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik, Kiel)
Multiple-Choice-Prüfungen an Hochschulen: Chancen, Risiken und Nebenwirkungen
Multiple-Choice-Aufgaben finden zunehmend Eingang in den Studienalltag an Hochschulen. Doch der Einsatz dieses Formates bietet nicht nur Chancen, sondern ist potenziell auch mit Risiken und Nebenwirkungen verbunden. So stellt sich beispielsweise die Frage, ob Multiple-Choice-Aufgaben relevante Kompetenzen adäquat erfassen können und welchen Einfluss das erwartete Prüfungsformat auf das Lernverhalten Studierender hat. Diese und angrenzende Fragen werden basierend auf aktuellen Forschungsbefunden diskutiert. Ziel des Vortrags ist es, für die vielfältigen Herausforderungen zu sensibilisieren, die zugunsten eines angemessenen Einsatzes des Multiple-Choice-Formates an Hochschulen bedacht werden sollten.
Homepage von Dr. Marlit Annalena Lindner
Leibniz-Junior Research Group Leader, Cognition and Motivation in Educational Testing (COMET)
IPN – Leibniz Institute for Science and Mathematics Education, Educational Research and Educational Psychology Department
Professional Activity
- 2019 – present: Head of the Leibniz-Junior Research Group „COMET“ at the IPN, Kiel
- 2011 – present: Research Scientist at the IPN – Leibniz Institute for Science and Mathematics Education, Kiel
- 04–06/2012: Period of research at Lund University (Humanities Lab), Sweden
- 2011–2015: Editorial Assistant for the Journal „Diagnostica“ (Hogrefe)
Research Interests
- Cognitive and affective-motivational processes in educational assessment
- Feedback and multimedia effects in learning and testing
- Computer-based assessment
- Eye tracking
- Open and closed response formats
13:30 – 14:15 Uhr: Mittagspause
14:15 Uhr: Workshops
14:15 Uhr: Führung HSA-Medienstudio
Markus Wangler – Raum J3.16
Das neue HSA-Medienstudio (J3.16) bietet Lehrenden der Hochschule einen Raum speziell für die Produktion von Lehrvideos. Neben Equipment für Audio- und Videoaufnahmen – inklusive einer Greenscreen – steht auch ein kleiner Schnittplatz zur Verfügung. Es wird eine kurze Einführung und Live-Demos der Möglichkeiten des Studios geben.
15:15 bis ca. 17:00 Uhr: Camtasia-Schulung
Markus Wangler
Ein wichtiger Teil von Lehrvideos sind sogenannte Screencasts. In einem Hands-On-Workshop erstellen Sie mit Hilfe der Software Camtasia Ihren eigenen Screencast. Die Schulung gibt einen Überblick von Aufnahme über Bearbeitung bis hin zur Veröffentlichung des fertigen Videos. Der Workshop ist auf sechs Teilnehmer begrenzt. Anmeldung bitte direkt per Mail an markus.wangler@hs-augsburg.de
14:15 bis ca. 17:00 Uhr: Moodle für Fortgeschrittene
Nicolas Romero – Raum J2.01
Ihnen brennt schon länger eine konkrete Moodle-Frage unter den Nägeln, hatten aber noch keine Zeit und Gelegenheit, sich näher damit zu beschäftigen?
Dann schauen Sie bei unserem Moodle-Workshop für Fortgeschrittene vorbei. Der Workshop ist offen konzipiert und lebt von Ihren Fragen und Vorschlägen. Nach einer gemeinsamen Themensammlung werden wir zusammen in die Tiefen von Moodle tauchen, Ihre Ideen und Vorschläge besprechen und kollaborativ Lösungen finden.
Es spielt dabei keine Rolle, ob es um eher didaktisch-theoretische Fragen geht, oder ganz praktische „wo muss ich nun genau hinklicken“-Tipps. Damit Sie eine bessere Vorstellung bekommen, hier ein paar mögliche Themen:
- Didaktik und Lehrszenarien mit Moodle
- Flipped Classroom mit Moodle
- Einbinden von YouTube-Videos
- Wie kann man Abgaben bewerten und Noten rückmelden?
Schauen Sie einfach vorbei. Vergessen Sie aber nicht Ihre Themen mitzunehmen!