Exkursion zur WMM Modulbau
Bauingenieurwesen-Studierende des 2. Semesters gewinnen Einblicke in das industrialisierte Bauen

Auf der Baustelle beschränken sich die Arbeiten im Wesentlichen auf das Setzen der Module, den Plug-and-Play-Anschluss sowie abschließende Verputzarbeiten. Am Standort Kammlach verfügt WMM über eine Kapazität von rund 1.500 Modulen pro Jahr, was einer Wohnfläche von etwa 36.000 m² entspricht. Über alle Standorte hinweg beträgt die jährliche Produktionskapazität aktuell rund 75.000 m².

Die Studierenden wurden vom Geschäftsführer Herrn Tobias Waltl und seinem Team begrüßt und in mehreren Gruppen durch die Fertigung geführt. Dabei wurde das WMM-Produktionsprinzip anschaulich erläutert. Zu Beginn erfolgt das Gießen der Bodenplatte im werkseigenen Betonfertigteilwerk.


Danach durchlaufen die Module, vergleichbar mit Produktionslinien in der Automobilindustrie, in einer benachbarten Halle fünf aufeinanderfolgende Produktionsstationen.
- Tag 1: Die Wände in Ziegel‑Massivbauweise werden errichtet und die vorgefertigte Stahlbetondecke montiert.
- Tag 2: Die an einem gesonderten Arbeitsplatz vorbereiteten Versorgungsstränge werden integriert, der Boden gedämmt und die Fußbodenheizung installiert.
- Tag 3: Innen- und Trennwände werden eingebaut sowie die Fenster gesetzt. Gleichzeitig erfolgen die Verlegung der Bodenbeläge und die Fliesenarbeiten im Badezimmer.
- Tag 4: Die sanitären Einrichtungen werden montiert. Im Wohn- und Küchenbereich wird die Wandverkleidung ausgeführt, zudem werden die Küchenfronten angebracht.
- Tag 5: Abschließend wird die Inneneinrichtung komplettiert, die lose Möblierung eingebracht und das Modul vor der Auslieferung gereinigt.

Im Anschluss bot sich bei Snacks und Getränken die Gelegenheit zum Austausch mit Herrn Waltl und seinem Team über die Potenziale industrieller Vorfertigung und die Zukunft modularer Bauweisen. Dabei wurde auch der besondere Unternehmergeist deutlich, der WMM prägt. Das Unternehmen hat seine Wurzeln nicht in der klassischen Bauwirtschaft und wird von einem Geschäftsführer mit bankwirtschaftlichem Hintergrund geführt. Die klare Ausrichtung auf Wirtschaftlichkeit sowie der Anspruch, neue Wege zu gehen und innovative Lösungen zu entwickeln, waren für die Studierenden unmittelbar erlebbar.
Gerade vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels und der dringenden Notwendigkeit, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, gewinnen solche Ansätze zunehmend an Bedeutung. Die Studierenden konnten so nicht nur wertvolle technische Einblicke gewinnen, sondern auch neue Perspektiven auf die Zukunft des Bauens mitnehmen. Seitens WMM wurden sie zudem eingeladen, sich im Rahmen eines dualen Studiums, als Praktikanten, bei Abschlussarbeiten oder als Berufseinsteiger einzubringen und die Zukunft des Bauens aktiv mitzugestalten.
Die Technische Hochschule Augsburg dankt allen Beteiligten herzlich für die engagierte und zugleich besonders lebendige Gestaltung der Exkursion sowie den Studierenden für ihr großes Interesse. Exkursionen wie diese leisten einen wichtigen Beitrag zur Verbindung von Theorie und Praxis und tragen dazu bei, Studierende dafür zu begeistern, die Zukunft des Bauwesens aktiv und offen mitzugestalten.
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