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Skopje – „Die geschenkte Stadt“
Architekturstudierende auf Exkursion im Masterseminar
Die Region Skopje ist seit über 6.000 Jahren von unterschiedlichen Ethnien besiedelt und weist eine komplexe Kultur- und Stadtgeschichte auf. Ein prägendes Ereignis war das schwere Erdbeben von 1963, bei dem über 80 Prozent der Bausubstanz zerstört wurden. Der anschließende Wiederaufbau erfolgte mit internationaler Unterstützung und basiert maßgeblich auf dem Masterplan des japanischen Architekten Kenzo Tange, der 1965 aus einem von den Vereinten Nationen organisierten Wettbewerb hervorging.
Im Fokus der laufenden Exkursion stehen die Analyse der Stadtmorphologie sowie die Auseinandersetzung mit der Architektur- und Kulturgeschichte Skopjes. Besonderes Augenmerk gilt den nach 1963 errichteten Gebäuden der 1960er und 1970er Jahre, insbesondere der brutalistischen Architektur und den Ideen der japanischen Metabolisten. Viele dieser Bauten wurden Skopje von unterschiedlichen Nationen „geschenkt“ und prägen bis heute das Stadtbild.

Als Grundlage für die Masterarbeit analysieren die Studierenden ein Wohngebiet im Übergang von der Innenstadt rund um den Mazedonia-Platz über die sogenannte City Wall – errichtet nach dem Erdbeben – bis hin zu den traditionellen Maalos. Parallel dazu werden ausgewählte Wiederaufbauprojekte besichtigt und die Stadtgeschichte Skopjes vertieft.

Die Exkursion findet vor dem aktuellen Hintergrund statt, dass zahlreiche Gebäude der Nachkriegsmoderne inzwischen sanierungsbedürftig sind. Im Hinblick auf Skopjes Ernennung zur Europäischen Kulturhauptstadt 2028 sind umfangreiche Instandsetzungen geplant, was den Studierenden einen unmittelbaren und zeitnahen Einblick in den Umgang mit dem architektonischen Erbe der Moderne ermöglicht.

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