Im Projekt FRITA adressiert das Team zentrale Defizite der Textil- und Bekleidungsindustrie, mit einem besonderen Fokus auf Verbraucherverhalten.
Die Menge neuer Fasern wächst, während bestehende Textilien kaum im Kreislauf bleiben. Gleichzeitig fehlt die Integration von ReUse-Angeboten in Alltagsroutinen: Trotz EU-Textilstrategie bleiben Verleih, Upcycling, Reparatur und Kleidertausch fragmentiert, lokal begrenzt und strukturell unsichtbar. Hinzu kommt ein Forschungsdefizit bei der Übersetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse in konkretes Verhalten. Eine repräsentative Umfrage von Fashion Revolution Germany e. V. (2025) zeigt: 25 % der deutschen Konsumentinnen und Konsumenten würden ReUse-Angebote regelmäßig nutzen – wenn Zugänge, Strukturen und Orientierung vorhanden wären.
Um diese Defizite zu adressieren, verfolgt das Team einen integrierten Ansatz aus empirischer Forschung, digitaler Plattform und praxisnahen Pilotprojekten.
- Konsummuster verstehen: Das Projektteam erforscht, was Menschen dazu bewegt, zirkuläre und ressourcenschonende Textilkonsum-Angebote zu nutzen – oder davon abhält.
- Plattform verhaltensbasiert entwickeln: Partizipative Methoden und Erkenntnisse aus der Verhaltensforschung fließen in den Aufbau einer digitalen, skalierbaren Infrastruktur ein.
- Forschung und Praxis verbinden: Pilotbetriebe der Plattform und eine gezielte Evaluation schaffen die Grundlage für den Rollout, Open-Access-Veröffentlichungen und politische Ableitungen.
Ziel des Projekts ist die Entwicklung und Qualifizierung der „Fashion Revolution Map" – einer digitalen, skalierbaren Plattform, die zirkuläre Textilkonsum-Angebote in Deutschland sichtbar macht. Sie bündelt Angebote wie ReUse, Reparatur, Tausch, Verleih und Upcycling, vernetzt relevante Akteurinnen und Akteure und bindet Nutzerinnen und Nutzer niedrigschwellig ein.
Empirische Forschung und praxisnahe Erprobung bilden die Grundlage für diese wissenschaftlich fundierte Lösung für Modekonsumentinnen und -konsumenten. So trägt das Projekt zur Reduktion von Neukäufen, zur Umsetzung der EU-Textilstrategie und zur Entwicklung skalierbarer Ansätze bei – die perspektivisch in Instrumente der erweiterten Herstellerverantwortung (EPR) überführt werden könnten.
Das Projekt FRITA wurde von Fashion Revolution Germany e.V., der HTW Berlin und der Deutschen Umwelthilfe e.V. initiiert und wird im Rahmen der DATIpilot Innovationscommunity Circular Textiles durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördert.