Statuskonferenz „Zirkuläre Textilien“
Forschung zeigt Wege zur textilen Kreislaufwirtschaft
Drei Tage lang stellten die Projekte ihre ersten Ergebnisse vor und zeigten, wie technologische Grundlagen für die textile Kreislaufwirtschaft entstehen. Die Themen reichten von der ressourceneffizienten Nutzung von Über- und Ausschüssen über regionale Kreisläufe bis zu Design4Recycling und neuen Färbestrategien. Unter anderem stellten die Teams vor:
- recycelte Alttextilfasern als Ersatz für Zellulose-, Kunststoff- und Glasfasern in Gipsfaserplatten
- Spinnanalytik von Rezyklaten für ein hochwertiges Textilrecycling
- chemisches Recycling von Polyester in Fasermischungen
- enzymatische Verwertung cellulosehaltiger Textilabfälle zur Rohstoffrückgewinnung
- modulare Bekleidungskonzepte für eine zirkuläre Textilwirtschaft
- digitalisierte, zirkuläre Prozesse in der Schutzkleidungsindustrie
Die Themenvielfalt machte deutlich, wie breit der textile Sektor aufgestellt ist und an wie vielen Stellen geforscht wird.
Auch die Innovationscommunity CirTex war mit ihren Communityprojekten CircSim (Dr. Thomas Fischer, DITF) und MAXIM (Prof. Nadine Warkotsch, bifa) vertreten. Auch in einer begleitenden Posterausstellung präsentierten sich mit CircSim, FRITA, NuCollect, RElastan, SIRUp und TexReKat einige CirTex-Communityprojekte. In Workshops zu den Querschnittsthemen „Ökobilanzen“, „Zirkuläre Geschäftsmodelle“ und „Design for Circularity“ entstanden angeregte Diskussionen, intensiver Austausch und neue Synergien. Am zweiten Tag ergänzte ein Begleitprogramm das fachliche Angebot: Die Teilnehmenden besichtigten das Recycling Atelier des Instituts für Textiltechnik Augsburg und nahmen an Führungen im Staatlichen Textil- und Industriemuseum Augsburg teil.
Dass gerade Augsburg als Tagungsort gewählt wurde, hat einen besonderen Bezug, wie Prof. Eva Lermer-Spitzweg, Vizepräsidentin der THA, betonte: „Dass die Konferenz in Augsburg und speziell an der THA stattfindet, passt in besonderer Weise: Die Stadt war über Jahrhunderte ein bedeutendes Zentrum der Textilproduktion. Mit Besuchen im Recycling Atelier und im Textilmuseum wird dieser historische und zugleich hochaktuelle Bezug vor Ort erlebbar.“
Als zentrale Herausforderungen der nahen Zukunft benannten die Teilnehmenden den Transfer von Wissen und Innovationen in die Anwendung sowie die Umsetzung zirkulärer Geschäftsmodelle für eine ökonomisch tragfähige textile Kreislaufwirtschaft. Diese Aufgaben gelte es gemeinsam anzugehen – mit Innovation, Dialog, Vernetzung und Förderung, einem Umdenken in der Gesellschaft und unter Einbezug aller Stakeholder aus Wissenschaft, Wirtschaft, Gesellschaft und Politik. Fördermaßnahmenübergreifende Veranstaltungen wie diese Statuskonferenz können dazu einen wichtigen Beitrag leisten.
Wir bedanken uns beim Team des Ecologic Instituts für die großartige Zusammenarbeit sowie bei allen Teilnehmenden, dem Projektträger Jülich, dem BMFTR und allen weiteren Mitwirkenden für diese bereichernde Konferenz.

Über CirTex und die Communityprojekte
Die DATIpilot Innovationscommunity Circular Textiles (CirTex) ist ein vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördertes Projekt zur Entwicklung und Umsetzung einer textilen Kreislaufwirtschaft. CirTex vernetzt Akteure aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft und unterstützt den Austausch von Wissen und Erfahrungen.
Ein zentraler Bestandteil von CirTex sind die Communityprojekte. In diesen Projekten arbeiten Forschungseinrichtungen, Unternehmen und weitere Partner an zentralen Fragestellungen der textilen Kreislaufwirtschaft.
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