
Projektbeschreibung
Im Projekt BOSDra wird ein automatisiertes Erstzugriffs-Drohnensystem für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) entwickelt. Ziel ist es, marktverfügbare Drohnen und Drone-Hubs möglichst nahtlos in bestehende Einsatz- und Leitstellenprozesse einzubinden.
Einsatzaufträge sollen automatisiert in strukturierte Missionsprofile übersetzt, an die Flugplanung übergeben und die daraus resultierenden Flugpläne an das Drohnensystem übermittelt werden. Zudem soll eine robuste Mobilfunkkommunikation die Lagebilddarstellung sicher und in Echtzeit ermöglichen.
Motivation und Ausgangslage
Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS), wie Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste, setzen bereits zunehmend unbemannte Luftfahrzeugsysteme (UAS) zur Lageaufklärung ein. Ihr Betrieb erfordert bislang jedoch einen hohen Personaleinsatz mit häufig speziell geschultem Personal, individuelle Steuerung durch Piloten sowie komplexe Abstimmungsprozesse.
Zwischen Alarmierung und Lagebild vergehen bislang mehrere Schritte inklusive Anfahrt, Ausrüstungsaufbau und manuelle Seuerung durch einen Piloten. Das Lagebild erreicht die Leitstelle meist nur indirekt per Funk. Eine robuste, automatisierte Einbindung von Drohnensystemen in Leitstellenprozesse fehlt bislang, nicht zuletzt wegen der Heterogenität der Schnittstellen marktverfügbarer Systeme.
Automatisierte Drone-in-a-Box-Systeme versprechen hier deutliche Zeit- und Effizienzgewinne. Eine Drohne, die stationär und einsatzbereit an strategischen Standorten wartet, kann direkt bei Alarmierung starten und noch vor den ersten Kräften am Einsatzort ein Lagebild liefern. Genau hier setzt BOSDra an: mit einer durchgängigen Lösung für den Regelbetrieb, die marktverfügbare Drohnensysteme mit automatisierter Missionsplanung, redundanter Kommunikation über 5G/LTE und den operativen Anforderungen der BOS verbindet.
Projektziele
Im Zentrum steht die Entwicklung eines automatisierten Drohnen-Hub-Systems als Erstzugriffssystem für den zivilen Bevölkerungsschutz. Im Fokus stehen dabei vier sich ergänzende Aspekte:
- Automatisierte Anbindung von Drohnen und Hub-Systemen
Softwareseitige Integration marktverfügbarer Drohnenplattformen, sodass Einsatzaufträge automatisiert in Missionen übersetzt und ausgeführt werden können. - Robuste 5G-/LTE-Kommunikation
Aufbau und Erprobung einer zuverlässigen Mobilfunkanbindung für sichere Echtzeitkommunikation zwischen Drohne, Hub und Leitstelle, inklusive Fallback-Lösungen für Bereiche mit eingeschränkter Netzabdeckung. - Kollaborative Lagebilddarstellung
Entwicklung eines Interaktionskonzepts, mit dem Nutzer wie Einsatzkraft vor Ort und Leitstelle gleichzeitig auf das Lagebild zugreifen und die Drohnensteuerung koordinieren können. - Verifikation, Feldtests und Pilotphase
Kontinuierliche Tests in Labor- und Feldumgebung sowie eine begleitende Pilotphase mit Endanwendern, u. a. gemeinsam mit der bayerischen Polizei.
Zielgruppen und Übertragbarkeit
Die Ergebnisse richten sich unmittelbar an Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste, die auf schnell verfügbare Lagebilder angewiesen sind. Die im Projekt entwickelten Konzepte zur automatisierten Drohnenanbindung sind darüber hinaus auf weitere Anwendungsbereiche übertragbar, etwa den Schutz kritischer Infrastrukturen oder industrielle Inspektions- und Überwachungsszenarien.
Projektteam
Projektleitung THA
Telefon: | +49 821 5586-4014 |
Beteiligte Professoren
Telefon: | +49 821 5586-3441 |
Telefon: | +49 821 5586-4046 |
Wissenschaftlicher Ansprechpartner
Verbundpartner
HENSOLDT Multi Domain Solutions |
Technische Universität Dresden | |
Professur für Technologie und | |
Logistik des Luftverkehrs | |
UAV DACH e. V. |
Assoziierte Partner
Bayerisches Landeskriminalamt |
Bayerisches Rotes Kreuz |

