THA bringt humanoiden Roboter auf die Bühne der Münchener Biennale
Team um Robotik-Experte Prof. Dr. Constantin Wanninger programmierte Roboter für Musiktheaterproduktion „V01CES//B0D1EZ“
„V01CES//B0D1EZ“ war eine Uraufführung im Rahmen der Münchner Biennale. Die Produktion entstand als Koproduktion der Münchener Biennale und der Bayerischen Theaterakademie August Everding. Kooperierende Partner sind das Münchener Kammerorchester, die Technische Hochschule Augsburg und die Ludwigsburger Schlossfestspiele. „Eine besondere Herausforderung dieser ersten Musiktheaterproduktion mit einem humanoiden Roboter lag in den festgelegten zeitlichen Strukturen des Musiktheaters. Der Roboter verfügt jedoch über einen eigenen Zeitrhythmus, aus dem kreative Bewegungsimpulse entstehen. Die gelungene Integration des Roboters in die musikalischen Abläufe war ein großer Erfolg und zeigt die Flexibilität und den Pragmatismus der beteiligten musikalischen und Robotik-Teams“, berichtet die Regisseurin des Stücks Amy Stebbins.
„V01CES//B0D1EZ“ verbindet Hans Werner Henzes „Voices“ mit Piyawat Louilarppraserts neuer Komposition „R3SIST4NC3 B0D1EZ“. Es setzt sich mit politischer und physischer Arbeit, ritualisierten Tätigkeiten, Erschöpfung und Widerstand in einer zunehmend von künstlicher Intelligenz geprägten Arbeitswelt auseinander. Musik, Körper, Stimme, Video und Technologie greifen dabei ineinander. Die Choreografie stammt von Katja Wachter.
Roboter in Interaktion mit Tänzerinnen und Tänzern
Für den Robotik-Experten Wanninger und sein Team bestand die Herausforderung darin, den humanoiden Roboter nicht nur technisch bereitzustellen, sondern ihn als eigenständigen Akteur in eine künstlerische Form einzubinden. Während Roboter in Forschung und Industrie vor allem präzise, reproduzierbar und funktional arbeiten sollen, verlangt die Bühne zusätzlich Präsenz, Lesbarkeit und dramaturgische Wirkung. Der Roboter sollte nicht als technisches Schauobjekt erscheinen, sondern verlässlich mit Choreografie, Musik, Licht, Video und den menschlichen Performerinnen und Performern zusammenspielen.
Dafür mussten Bewegungen programmiert, wiederholbar gemacht und exakt auf die Abläufe der Aufführung abgestimmt werden. Auch die Interaktion mit den Sängerinnen und Sängern erforderte eine genaue Planung: Abstände, Bewegungsradien, Reaktionszeiten und Sicherheitsmechanismen mussten so abgestimmt werden, dass künstlerische Freiheit und technischer Betrieb zuverlässig zusammenfinden.
„Ein humanoider Roboter bringt eine eigene Körperlichkeit mit auf die Bühne. Genau darin liegt die Spannung dieses Projekts: Wir müssen technische Präzision und künstlerische Offenheit zusammenbringen“, sagt Prof. Dr. Constantin Wanninger. „Für die THA ist die Zusammenarbeit mit der Münchener Biennale eine außergewöhnliche Gelegenheit, Robotik nicht nur als industrielle Zukunftstechnologie, sondern als kulturelle und ästhetische Praxis erfahrbar zu machen.“
Wann kommt der humanoide Roboter bei „VO1CES//BOD1EZ“ wieder zum Einsatz: Am Donnerstag, 30. Juli, wird das Stück bei den Ludwigsburger Schlossfestspielen aufgeführt.
Und im Wintersemester 2026/2027 startet der neue Bachelor-Studiengang Künstliche Intelligenz und Robotik; weitere Informationen gibt es hier: https://www.tha.de/Informatik/KI-und-Robotik
Kontakt:
Prof. Dr. Constantin Wanninger
Fakultät für Informatik
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