25.03.2026

Brief an die Studierenden der THA des Präsidenten der Technischen Hochschule Augsburg, Prof. Dr. Dr. h.c. Gordon Thomas Rohrmair, mit der Bitte, den offenen Elternbrief an die Eltern der Studierenden weiterzuleiten. 

 

Liebe Studierenden, 

heute erhalten Sie eine E-Mail, die es in dieser Form an der Technischen Hochschule Augsburg vermutlich noch nie gegeben hat: einen Elternbrief.

Bevor Sie sich wundern – nein, wir führen weder Anwesenheitskontrollen noch Hausaufgabenhefte ein. In den vergangenen Wochen haben wir jedoch bei verschiedenen Veranstaltungen immer wieder festgestellt, dass viele Eltern verunsichert sind. Die aktuelle Berichterstattung über eine angebliche „Akademikerschwemme“, vermeintlich überflüssige Studieninhalte durch KI oder schlechte Berufsaussichten hinterlässt Spuren – vermutlich auch in den Gesprächen mit Ihren Familien.

Nun haben wir allerdings ein ganz praktisches Problem: Wir haben keine E-Mail-Adressen Ihrer Eltern. Sie schon. Daher unsere Bitte: Leiten Sie diese Nachricht – vor allem aber das verlinkte Video – gerne an Ihre Eltern weiter.

Wir haben uns bewusst für ein etwa zehnminütiges Video entschieden. Zum einen, weil wir als Hochschule lieber digital als per Papierbrief kommunizieren. Zum anderen, weil wir davon ausgehen, dass TikTok oder Instagram für viele Eltern nicht unbedingt die bevorzugten Informationskanäle sind. Insofern sei uns an dieser Stelle ein etwas ausführlicheres, vielleicht sogar „klassischeres“ Format erlaubt.

In dem Video greifen wir die aktuelle Debatte auf und ordnen sie mit einem kleinen Augenzwinkern ein. Vielleicht erinnern Sie sich: Anfang des Jahres war in den Medien von einer „Schneehölle“ die Rede – am Ende waren es sechs Zentimeter Neuschnee, die zwar kurz für Aufregung sorgten, aber sicher nicht die Zivilisation zum Erliegen gebracht haben. Die Frage ist nun: Handelt es sich bei den aktuellen Schlagzeilen rund um Studium und Arbeitsmarkt um eine ähnliche „Schneehöllen-Nachricht“ – oder steckt tatsächlich Substanz dahinter?

Ein Blick auf die Zahlen zeigt jedenfalls ein deutlich weniger dramatisches Bild: Akademikerinnen und Akademiker haben nach wie vor die niedrigste Arbeitslosenquote. Gleichzeitig machen wir im Video deutlich, worum es im Studium wirklich geht: nicht um das kurzfristige Auswendiglernen von Wissen, sondern um den Aufbau eines belastbaren „Werkzeugkastens des Denkens“ – gerade im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz.

Unser eigentliches Anliegen ist dabei sehr einfach: etwas Ruhe in die Diskussion zu bringen und gleichzeitig Mut zu machen. Ein Studium ist kein Auslaufmodell – im Gegenteil. Für diejenigen, die engagiert ihren Weg gehen, bleiben die Perspektiven sehr gut.

Wenn Sie also einen kleinen Beitrag dazu leisten möchten, die Diskussion auch in Ihrem familiären Umfeld wieder etwas zu erden, freuen wir uns, wenn Sie das Video weiterleiten.

Mit herzlichen Grüßen
Ihr Gordon Rohrmair