Preisträgerinnen und Preisträger des VDI-Preises 2026 mit Vertretern des VDI. Foto: Daniel Thalhofer
07.04.2026

Der Verein Deutscher Ingenieure e.V. (VDI) hat in seinem Augsburger Bezirksverein wieder besonders gelungene Abschlussarbeiten prämiert. Dabei wurden vier Absolventinnen und Absolventen der THA ausgezeichnet: Jakob Schmid aus der Fakultät für Architektur und Bauwesen, Katrin Nehmeier aus der Fakultät für Elektrotechnik, Konstanze Seitz aus der Fakultät für Maschinenbau und Verfahrenstechnik und Finn Heinrich aus der Fakultät für Informatik. 

 

VDI-Direktor Adrian Willig überreichte die Preise an die Ausgezeichneten gemeinsam mit dem Bezirksvorsitzenden Christian Könitzer und seinem Stellvertreter Stefan Knobloch im Technologiezentrum Augsburg (TZA).

Jakob Schmid (Fakultät für Architektur und Bauwesen)

 

Jakob Schmids Bachelorarbeit im Bachelorstudiengang Bauingenieurwesen trägt den Titel „Ermittlung von Leistungssteigerungspotentialen des Brunnens 354 der Stadtwerke Augsburg durch neue Stränge“. Schmid beschäftigt sich darin mit der langfristigen Sicherung der Augsburger Trinkwasserversorgung. Er untersuchte technische Maßnahmen zur Steigerung der Leistungsfähigkeit eines bestehenden Horizontalfilterbrunnens zur Trinkwassergewinnung in Augsburg. 

v. l. n. .r.: Stefan Knobloch, stv. Vorsitzender VDI-Bezirksverein Augsburg, Adrian Willig, VDI-Direktor, Christian Könitzer, Vorsitzender VDI-Bezirksverein Augsburg, Jakob Schmid und Prof. Dr. Rita Hilliges
v. l. n .r.: Stefan Knobloch, stv. Vorsitzender VDI-Bezirksverein Augsburg, Adrian Willig, VDI-Direktor, Christian Könitzer, Vorsitzender VDI-Bezirksverein Augsburg, Jakob Schmid und Prof. Dr. Rita Hilliges
Foto: Daniel Thalhofer
 

Der bereits 1969 in Betrieb gegangene Brunnen zeigt die durch den jahrzehntelangen Betrieb zu erwartende Reduzierung der Entnahmeleistung. In der Laudatio hieß es, Schmid habe mit großem Engagement und Fleiß detailliert untersucht, welche konkreten technischen Maßnahmen für die Steigerung der Förderleistung des Brunnens in Frage kommen, wie diese technisch umsetzbar und welche Kosten zu erwarten seien. Die erarbeiteten Varianten wurden bewertet und die zu erwartenden Kosten der Maßnahmen wurden abschließend noch mit den zu erwartenden Kosten eines alternativen Brunnenneubaus in Vergleich gestellt. Die Abschlussarbeit wurde in Kooperation mit der Stadtwerke Augsburg Wasser GmbH durchgeführt. Betreut wurde Schmid dabei von Prof. Dr.-Ing. Rita Hilliges.

Katrin Nehmeier (Fakultät für Elektrotechnik)

 
v. l. n. r.: Adrian Willig, VDI-Direktor, Christian Könitzer, Vorsitzender VDI-Bezirksverein Augsburg, Katrin Nehmeier, Prof. Dr. Claudia Meitinger und Stefan Knobloch, stv. Vorsitzender VDI-Bezirksverein Augsburg
v. l. n. r.: Adrian Willig, VDI-Direktor, Christian Könitzer, Vorsitzender VDI-Bezirksverein Augsburg, Katrin Nehmeier, Prof. Dr. Claudia Meitinger und Stefan Knobloch, stv. Vorsitzender VDI-Bezirksverein Augsburg
Foto: Daniel Thalhofer

Aus der Fakultät für Elektrotechnik wurde Katrin Nehmeier für ihre herausragende Masterarbeit ausgezeichnet. Nehmeier widmet sich darin einer hochaktuellen Herausforderung an der Schnittstelle von künstlicher Intelligenz und praktischer Anwendung: der Entwicklung einer Interaktionsarchitektur für wissensbasierte KI-Systeme, die durch menschliche Expertise kontinuierlich verbessert werden können. Im Zentrum der Arbeit steht der sogenannte „SalesBot“, ein KI-gestütztes Konfigurationssystem für Entgratwerkzeuge.

 

Katrin Nehmeier entwickelte eine innovative Lösung, die es Fachexpertinnen und -experten ermöglicht, direkt in den Konfigurationsprozess eines Kunden oder einer Kundin einzugreifen und die Wissensbasis des Systems zu ergänzen bzw. zu verfeinern. Damit wird eine Brücke zwischen automatisierter Produktempfehlung und menschlicher Expertise geschlagen und so die jeweiligen Stärken von Mensch und Maschine optimal kombiniert. Prof. Dr.-Ing. Claudia Meitinger, die Katrin Nehmeier beim Verfassen der Abschlussarbeit betreute, sagte in ihrer Laudatio: „Besonders hervorzuheben ist, dass die Arbeit in einem interdisziplinären Umfeld entstanden ist. Für die erfolgreiche Umsetzung kombinierte Katrin Nehmeier ihre Kompetenzen aus den Bereichen künstliche Intelligenz und Softwareentwicklung mit der spezifischen Anwendungsdomäne der Entgratwerkzeuge. Sie bewies nicht nur technisches Geschick bei der Implementierung von Fehlererkennungsmechanismen im Soar-Agenten, sondern stimmte sich auch eng mit verschiedenen Projektpartnern ab.“

Konstanze Seitz (Fakultät für Maschinenbau und Verfahrenstechnik)

 

Konstanze Seitz aus der Fakultät für Maschinenbau und Verfahrenstechnik erhielt die Auszeichnung für ihre Masterarbeit „Advanced Oxidation Process zur Kreislaufwasseraufbereitung in der gewerblichen Fahrzeugwäsche.“ Die etablierten Verfahren zur Waschwasseraufbereitung erfüllen oft die Anforderungen bezüglich Tensidabbau, Eisenoxidation sowie Abbau von Farbstoffen nur unzureichend. Konstanze Seitz hat im Rahmen ihrer Masterarbeit in einer SWOT-Analyse das vielversprechendste Ergänzungsverfahren – die photokatalytische Oxidation mittels Peroxyradikalen – aus der Gruppe der Advanced Oxidation Processes vorausgewählt. 

v. l. n. r.: Adrian Willig, VDI-Direktor, Christian Könitzer, Vorsitzender VDI-Bezirksverein Augsburg, Konstanze Seitz und Stefan Knobloch, stv. Vorsitzender VDI-Bezirksverein Augsburg
v. l. n. r.: Adrian Willig, VDI-Direktor, Christian Könitzer, Vorsitzender VDI-Bezirksverein Augsburg, Konstanze Seitz und Stefan Knobloch, stv. Vorsitzender VDI-Bezirksverein Augsburg
Foto: Daniel Thalhofer
 

Das Thema ist bisher noch im Entwicklungsstadium, so dass dringender Forschungsbedarf besteht. Konstanze Seitz stellte ein kinetisches Modell auf und erzielte einen schnellen und weitgehenden Abbau aller getesteter Modellsubstanzen. Zudem erfolgte die Wirtschaftlichkeitsanalyse und die Ableitung der verfahrenstechnisch und wirtschaftlich vielversprechendsten Rahmenbedingungen. Abschließend erarbeitet Seitz eine Roadmap zur Entwicklung eines wirtschaftlichen Verfahrens. Die Abschlussarbeit wurde durch großzügige apparative Unterstützung und unter kooperativer thematischer Mitbetreuung von Washtec durchgeführt. Betreut wurde Konstanze Seitz von Prof. Dr. Thomas Osterland.

Finn Heinrich (Fakultät für Informatik)

 
v. l. n. r.: Adrian Willig, VDI-Direktor, Christian Könitzer, Vorsitzender VDI-Bezirksverein Augsburg, Finn Heinrich, Prof. Dr. Alexandra Teynor und Stefan Knobloch, stv. Vorsitzender VDI-Bezirksverein Augsburg
v. l. n. r.: Adrian Willig, VDI-Direktor, Christian Könitzer, Vorsitzender VDI-Bezirksverein Augsburg, Finn Heinrich, Prof. Dr. Alexandra Teynor und Stefan Knobloch, stv. Vorsitzender VDI-Bezirksverein Augsburg

Die Bachelorarbeit von Finn Heinrich, Absolvent der Fakultät für Informatik, beschäftigt sich mit der Entwicklung eines Systems zur Echtzeit-Audiovisualisierung, das die semantische Bedeutung von Klängen nutzt, um visuelle Inhalte zu steuern. Herkömmliche Echtzeit-Visualisierungsverfahren basieren meist auf einer reinen Frequenzanalyse der Audiosignale, beispielsweise durch schnelle Fourier-Transformation, ignorieren aber damit die inhaltliche Bedeutung der Signale. 

 

Aktuelle KI-Audioanalyse-Modelle, wie YAMNet, AST oder CLAP, können inzwischen Audiosignale semantisch klassifizieren. Sie erkennen einzelne Instrumente wie „Geige“ oder „Klavier, Geräusche wie „vorbeifahrendes Auto“ oder „Klatschen“ oder auch Kategorien wie „Sprechen“ oder „Singen“. Darauf aufbauende Bild- oder Videoerzeugung durch generative KI-Bildmodelle ist jedoch noch zu rechenintensiv für Live-Anwendungen.  Das von Finn Heinrich entwickelte System schließt diese Lücke, indem es effiziente Audioanalyse-Modelle mit einer prozeduralen Bildgenerierung kombiniert. Über ein speziell für diese Arbeit entwickeltes, webbasiertes User Interface können Nutzerinnen und Nutzer die erkannten semantischen Klassen intuitiv per Node-System verknüpfen und visuelle Parameter steuern. Die Ergebnisse zeigen, dass eine semantisch gesteuerte Visualisierung mit einer Latenz von ca. 250 ms realisierbar ist und den Nutzerinnen und Nutzern ermöglicht, individuell und intuitiv auf die Bedeutung von Klängen einzugehen.

Über den VDI

 

Der VDI e.V. engagiert sich seit 170 Jahren stark für Ingenieure, Ingenieurinnen, Naturwissenschaftler und Naturwissenschaftlerinnen – in fachlichen und beruflichen Belangen. Mit seinen 125.000 Mitgliedern ist er Wegbereiter für moderne und nachhaltige Technologien.