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SustainLab

Studierende präsentieren nachhaltige Praxisprojekte bei der IHK Schwaben

 
Foto: Julia Koch
06.02.2026
IHK Schwaben

Am 6. Februar 2026 präsentierten die Studierenden des 4. Semesters des Masterstudiengangs Nachhaltigkeitsmanagement bei der IHK Schwaben die Ergebnisse ihrer Großen Masterprojekte im Rahmen des SustainLab. Die Projekte wurden in enger Kooperation mit regionalen Unternehmen und Organisationen durchgeführt und zeigten praxisnahe Lösungsansätze für nachhaltiges Wirtschaften.

Eröffnet wurde die Veranstaltung von Melanie Hornikel von der IHK Schwaben, die die Bedeutung von Nachhaltigkeit in einer Zeit betonte, in der die Einhaltung der Klimaziele zunehmend unter Druck gerät. Laut Prof. Dr. Sabine Joeris, Studiengangsleiterin des Masterstudiengangs und Projektbetreuerin, zeigten die Ergebnisse des Nachhaltigkeitsmonitorings 2024 und 2025 deutlich, dass der Erfahrungsaustausch zwischen Unternehmen ein zentraler Treiber für die erfolgreiche Umsetzung von Nachhaltigkeitsmaßnahmen ist. Mit der Abschlussveranstaltung wurde hierfür ein passender Rahmen geschaffen.

Von der Projektidee zur Umsetzung

Im Vorfeld hatte die IHK Schwaben Unternehmenspartner dazu aufgerufen, Projekte mit Nachhaltigkeitsfokus einzureichen. In einem anschließenden Pitch wurden insgesamt neun Projektideen vorgestellt, von denen fünf für die Umsetzung ausgewählt wurden:

  • Ganzheitliches Kommunikationskonzept im Bereich Corporate Sustainability für die WashTec AG
  • Entwicklung einer Webseite für die LEW Bildungsinitiative 3malE, inklusive multimedialer Inhalte zur Bildung für nachhaltige Entwicklung
  • Verpackungsnavigator für die deuter Sport GmbH – ein Informations- und Entscheidungsinstrument zur Verknüpfung regulatorischer und verpackungstechnischer Anforderungen
  • Erstellung einer Treibhausgas-Erstbilanz für das Studierendenwerk Augsburg
  • Vom Corporate Carbon Footprint zur wirksamen Emissionssteuerung – Erkenntnisse aus dem Fünf-Sterne-Hotel Hotel Franks

Dabei zeigte sich die Interdisziplinarität des Studiengangs als besonderer Erfolgsfaktor: Die Studierenden brachten unterschiedliche fachliche Hintergründe ein und bündelten ihre Kompetenzen in den Projektteams, was sich deutlich in der Qualität und Umsetzbarkeit der Ergebnisse widerspiegelte. Ein herausragendes Beispiel war das Projekt für die deuter Sport GmbH: Ein fünfköpfiges Team entwickelte einen Verpackungsnavigator, der regulatorische Anforderungen mit verpackungstechnischen Fragestellungen verknüpft. Umfangreiche EU- und nationale Vorgaben wurden analysiert, der bestehende Verpackungsstatus bewertet und Compliance-Lücken transparent gemacht. Die komplexen Datenmengen wurden in einer zentralen Informationsbasis gebündelt. Jennifer Bregenhorn, Projektbetreuerin bei deuter, zeigte sich begeistert von den Ergebnissen, die das Unternehmen bei seinem Ziel, den ökologischen Fußabdruck von Verpackungen weiter zu reduzieren und Recyclingströme zu optimieren, ein Stück weiterbringen.

Nachhaltigkeit sichtbar machen: Kommunikation nach innen und außen

Die Projekte für die WashTec AG und die LEW Bildungsinitiative 3malE widmeten sich beide der Kommunikation und Vermittlung von Nachhaltigkeitsthemen. Im Projekt für die WashTec AG stand die Frage im Mittelpunkt, wie Nachhaltigkeitsthemen verständlich, glaubwürdig und wirksam nach innen und außen kommuniziert werden können. Ziel war es, sowohl Mitarbeitende als auch Kunden für Nachhaltigkeit zu sensibilisieren, entsprechende Maßnahmen transparent darzustellen und Nachhaltigkeit als festen Bestandteil der Unternehmenskommunikation in die Öffentlichkeit zu tragen. Beim Projekt für die LEW Bildungsinitiative 3malE ging es darum, Bildung für nachhaltige Entwicklung niedrigschwellig zugänglich zu gestalten. In Kooperation mit der Fakultät für Informatik entwickelten die Studierenden eine Webseite, auf der komplexe Inhalte didaktisch aufbereitet und in praxisnahe, altersgerechte Lernformate übersetzt wurden.

Beide Projekte zeigen exemplarisch, dass nachhaltige Transformation nicht allein durch technische oder organisatorische Maßnahmen gelingt, sondern maßgeblich davon abhängt, wie Nachhaltigkeit kommuniziert, erklärt und erlebbar gemacht wird – sei es im Unternehmen oder in der Bildungsarbeit. Ihr Fazit: „Mit Bildung für nachhaltige Entwicklung gestalten wir die Zukunft.“

Treibhausgasbilanzen als Grundlage für wirksame Maßnahmen

Die beiden Projekte zur Erstellung von Treibhausgasbilanzen wurden von Prof. Dr. Alexander Stehle betreut. Trotz der unterschiedlichen Unternehmensstrukturen – Studierendenwerk und familiengeführtes Hotel – zeigten sich vergleichbare Emissionsschwerpunkte: Wärmeerzeugung, Food & Beverage sowie die Mobilität zählen zu den zentralen Emissionstreibern. In beiden Fällen diente der Greenhouse Gas Protocol Corporate Standard als methodische Grundlage.

Positives Fazit und intensiver Austausch

Im Anschluss an die Präsentationen blieb ausreichend Zeit für den gegenseitigen Austausch. Die beteiligten Unternehmen zeigten sich durchweg sehr zufrieden mit den praxisnahen, fundierten und gut übertragbaren Ergebnissen der Studierenden. Das SustainLab bestätigte einmal mehr den hohen Mehrwert der Zusammenarbeit zwischen Hochschule und regionaler Wirtschaft.

Die nächste Runde des SustainLab läuft im WS 2026/27 - interessierte Unternehmen können sich ab sofort bis Mitte Juni über die HK Schwaben bewerben.

Fotos: Jacqueline Walter / Julia Koch, THA