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Augsburger Zukunftspreis für nachhaltiges Wirtschaften 2023

„Architektur. Im Kreis.“ – Transferprojekt der Technischen Hochschule Augsburg und des Staatlichen Bauamtes Augsburg ausgezeichnet

 
Augsburger Zukunftspreis für nachhaltiges Wirtschaften 2023: Bürgermeisterin Martina Wild (rechts) und Reiner Erben, Referent für Nachhaltigkeit, Umwelt, Klimaschutz und Gesundheit der Stadt Augsburg (2.v.l.) überreichten mit der Laudatorin Stefanie Haug, Regio Augsburg Wirtschaft (links), die Auszeichnung für das Transferprojekt „Architektur. Im Kreis.” an THA-Vizepräsidentin Prof. Dr. Nadine Warkotsch (2.v.r.) und Kathrin Fändrich, StBAA (Mitte). Bild: Michael Hochgemuth/Stadt Augsburg
29.11.2023
Augsburg

Die Technische Hochschule Augsburg (THA) erhält zusammen mit dem Staatlichen Bauamt Augsburg (StBAA) den „Augsburger Zukunftspreis für nachhaltiges Wirtschaften 2023“ für das Transferprojekt „Architektur. Im Kreis.“

Im Rahmen der Preisverleihung am 09.11.2023 überreichten Bürgermeisterin Martina Wild von der Stadt Augsburg sowie Reiner Erben, Referent für Nachhaltigkeit, Umwelt, Klimaschutz und Gesundheit, gemeinsam mit der Laudatorin Stefanie Haug von der Regio Augsburg Wirtschaft GmbH, im Goldenen Saal der Stadt Augsburg die Auszeichnung.

Architektin Prof.  Mikala Holme Samsøe (THA) und Baudirektorin Kathrin Fändrich (StBAA) haben das bayernweit erste staatliche Pilotprojekt zum Zirkulären Bauen initiiert und im Rahmen des Transferprojekts „Architektur. Im Kreis.“ realisiert. Prof. Dr. Nadine Warkotsch, Vizepräsidentin für Forschung und Nachhaltigkeit der THA nahm stellvertretend für Architektin Samsøe die Auszeichnung entgegen.

 

Mehr als 300 geladene Gäste waren in den Goldenen Saal im Rathaus der Stadt Augsburg zur Verleihung von insgesamt sieben Augsburger Zukunftspreisen 2023 gekommen. Neben der Urkunde und einer Plakette aus Holz erhielten die Preisträgerinnen und Preisträger jeweils ein Preisgeld in Höhe von 1.000 Euro pro Preis-Kategorie. Ein Preis wurde zu je 500 Euro geteilt. Für den Zukunftspreis 2023 haben sich 50 Projekte beworben. Eingereicht wurden sie von Vereinen, Institutionen, Schulen, Wirtschaftsbetrieben und Privatleuten. Fünf unabhängige Jurys aus Politik, Zivilgesellschaft und Wirtschaft sowie eine Jury aus Schülerinnen und Schülern der Klasse 8d der Agnes-Bernauer-Realschule haben die jeweiligen Preisträger und Preisträgerinnen ausgewählt. Finanziell unterstützt wird der Zukunftspreis von der Stadtsparkasse Augsburg. Traditionell haben die Bewerberinnen und Bewerber auch in diesem Jahr erst bei der Preisverleihung erfahren, wer zu den Gewinnerinnen und Gewinnern zählt.  

„Zukunftsfähigkeit der Stadt kreativ gestalten“

Zweite Bürgermeisterin Martina Wild: „Der Augsburger Zukunftspreis hat heuer einen Relaunch erfahren. Erstmals wurden der Zukunftspreis zur Förderung des gesellschaftlichen Zusammenlebens als Integrationspreis sowie der Preis für Kunst, Kultur und Transformation verliehen. Acht Initiativen und Institutionen, die sich in besonderer Weise für die Nachhaltigkeit in unserer Stadt einsetzen, wurden ausgezeichnet. Diese Ausgezeichneten zeigen uns, wie vielfältig, kreativ und innovativ die Augsburgerinnen und Augsburger sind, wenn es darum geht, die Zukunftsfähigkeit unserer Stadt zu gestalten. Sie sind Vorbilder und Impulsgeber für uns alle und machen Augsburg zu einer lebenswerten, solidarischen und zukunftsorientierten Stadt“.

„Preis hebt verborgene Talente ans Licht“

Umweltreferent Reiner Erben betonte die große Zahl an eingereichten Projekten: „Nachhaltigkeit schaffen wir nur gemeinsam. Viele in Augsburg engagieren sich schon. Dieses Engagement soll nicht nur sichtbar gemacht, sondern auch honoriert werden. Insofern hebt der Augsburger Zukunftspreis einige bisher verborgene Talente ans Licht. Wir freuen uns deshalb sehr über die 50 eingereichten Projekte!“

„Ein Nachhaltigkeits-Gesamtkonzept, das umfänglich vorbildlich ist: Alles wurde berücksichtigt – ökonomische, ökologische, soziale Aspekte gleichermaßen“

Stefanie Haug, Nachhaltigkeitsbeirätin der Stadt Augsburg und Leitung Geschäftsfeld Nachhaltiges Wirtschaften der Regio Augsburg Wirtschaft GmbH: „ ‚Architektur. Im Kreis.’ überzeugt mit seiner Strahlkraft über die Regionsgrenzen hinaus, mit dem Aspekt der Teilhabe vieler Akteure an einem großen Projekt, mit dem Aufbrechen etablierter Geschäftsmodelle, mit den messbaren Auswirkungen auf Umwelt und CO2-Emissionen, mit der Vermeidung von Müll und der Weiterverwendung noch brauchbarer Ressourcen, mit dem digitalen Ansatz, ein Objekt in seinen Teilen zu erfassen und erwerbbar zu machen. Damit kann das Gesamtkonzept ‚Architektur. ImKreis.’ in den unterschiedlichen Bereichen der Nachhaltigkeit wirken und das macht es auch so umfänglich vorbildlich: Alles wurde berücksichtigt – ökonomische, ökologische, soziale Aspekte gleichermaßen.“

„Eine nachhaltige Innovation für den Umgang mit Abbruchmaterialien“

„Wir freuen uns sehr über den Augsburger Zukunftspreis für nachhaltiges Wirtschaften. Das Besondere an dem Transferprojekt „Architektur. Im Kreis.“ ist, dass für einen realen Bedarf, nämlich den Umgang mit Abbruchmaterialien und gebrauchten Bauteilen, eine nachhaltige Innovation nicht nur konzipiert, sondern realisiert wurde. Die Studierenden und Lehrenden haben dabei eng mit Kooperationspartnern aus Augsburg und der Region zusammengearbeitet. Im Rahmen der Bund-Länder-Initiative „Innovative Hochschule“ hatten wir zudem die Möglichkeit, diesen neuen ressourcenschonenden Umgang mit Baumaterialien in diesem Kooperationsprojekt aufzuzeigen und zu dokumentieren“, sagt Prof. Dr. Nadine Warkotsch, Vizepräsidentin für Forschung und Nachhaltigkeit der Technischen Hochschule Augsburg.

In Transferprojekten gelingt es, Expertisen zu bündeln

Das Projekt „Architektur. Im Kreis.” vereint zentrale Aspekte des Transferverständnisses der Technischen Hochschule Augsburg: Akteure tragen mit ihren unterschiedlichen Fach- und Praxisexpertisen zur Lösung eines zentralen Zukunftsthemas bei.

„Wenn man etwas Neues ausprobiert ist es gut, wenn man anfangs Bedenken hat. Wir haben am Anfang viel Hohn und Spott geerntet, keiner hat geglaubt, dass das was wird. Der Run auf unsere Abrissparty war dann der letzte Durchbruch. Ein bisschen wie beim Fall der Mauer – jeder hat noch ein Stück mitnehmen wollen“, so Fändrich bei der Verleihung.

Auch Architektin Prof. Mikala Holme Samsøe von der Technischen Hochschule Augsburg freut sich über den Augsburger Zukunftspreis für nachhaltiges Wirtschaften und sieht großes Potenzial im Zirkulären Bauen: „Es geht um nichts weniger, als die Neuausrichtung der Baubranche. Wir bewegen uns von einer expansiven zu einer reduktiven Moderne. Das stellt unseren Erneuerungsdrang und unsere Vorstellung von Ästhetik in Frage. Lasst uns gegenseitig helfen die mentalen und rechtlichen Schwellen aufzulösen, um endlich angemessen mit Material umzugehen. Viele Bauherren und -frauen, Planende und Behörden haben Lust darauf. Gemeinsam werden wir, mit Gebrauchtem, die Baubranche erneuern.“

 

Bilder: Michael Hochgemuth/Stadt Augsburg

 
Transferprojekt „Architektur. Im Kreis.“ – ein innovatives Beispiel für nachhaltiges Wirtschaften

Im Transferprojekt „Architektur. Im Kreis.“ ging das Staatliche Bauamt Augsburg zusammen mit der Technischen Hochschule Augsburg einen unüblichen Weg beim Abbruch eines Gebäudes: Die ehemalige Stadtbücherei in Augsburg, welche einem Neubau weichen musste, wurde nicht herkömmlich abgebrochen, Bauschutt nicht einfach auf die Deponie gefahren. Sondern gemeinsam mit Studierenden wurden vorab verwertbare Bauteile identifiziert, vermessen sowie katalogisiert und an Interessierte über eine online-Plattform verkauft. So landeten mehr als 80 Prozent der verwertbaren Bauteile nicht auf der Deponie, sondern erhielten ein zweites Leben.

Durch die Wiederverwendung konnte das Bauamt nicht nur erheblich Deponiekosten und damit Steuergelder sparen. Auch die Herstellungskosten und die „Graue Energie“, die in jedem Bauteil steckt, bleiben dadurch erhalten.

Ebenso erwarben die Studierenden zum ersten Mal Kompetenzen im Umgang mit wiederverwertbaren Baumaterialien, die sie in ihren Entwürfen für ein neues Gebäude berücksichtigten.

Durch das gemeinsame Transferprojekt leben nun etliche Bauteile weiter, die sonst zu „Müll“ deklariert worden wären. Dieses Vorgehen ist Teil des kreislaufwirtschaftlichen Bauens. So sind beispielsweise Türen der ehemaligen Stadtbüucherei aus Augsburg nun in einem Hotel auf Rügen eingebaut. Ehemalige Kellerschachtgitter wurden zu einer Sprungrampe für Mountainsbikes in einem Funpark in Tettnang am Bodensee umfunktioniert.

 
Augsburger Zukunftspreise werden jährlich vergeben

Mit dem Augsburger Zukunftspreis würdigt die Stadt Augsburg traditionell das Engagement für eine nachhaltige und zukunftsfähige Entwicklung, im Jahr 2023 nunmehr seit 18 Jahren. Kriterien für die Auswahl der Preise sind die ökologische, soziale, wirtschaftliche und kulturelle Zukunftsfähigkeit Augsburgs, die mit den vom Stadtrat beschlossenen „Zukunftsleitlinien für Augsburg“ erreicht werden soll.

Im Jahr 2023 haben sich 50 Projekte beworben – die dritthöchste Bewerbungszahl insgesamt. Von sechs unabhängigen Jurys wurden folgende Preise in zum Teil neuen Kategorien vergeben:

  • Zukunftspreis für Klimaschutz (Blue City Augsburg) – 2006 bis 2014, erneut seit 2022
  • Zukunftspreis zur Förderung des gesellschaftlichen Zusammenlebens (Integrationspreis) - erstmals 2023
  • Zukunftspreis für nachhaltiges Wirtschaften – seit 2018
  • Zukunftspreis für Kunst, Kultur und Transformation - erstmals 2023
  • Zukunftspreis des Nachhaltigkeitsbeirats
  • Zukunftspreis der Schülerinnen und Schüler (die Jury wurde 2023 von einer 8. Klasse der Agnes-Bernauer-Realschule gestellt) – seit 2016.

Finanziell unterstützt wird der Augsburger Zukunftspreis von der Stadtsparkasse Augsburg.

Weiterführende Informationen

 
Plakette "Augsburger Zukunftspreis 2023"

Kontakt

 
 

Kontakt für Presseanfragen

 

Jessica Hövelborn, M.A.

Referat Kommunikation

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+49 821 5586-3575

Staatliches Bauamt Augsburg

Nora Held

Leitung Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation

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