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Exkursion zum Zerwirkgewölbe München

70 Studierende erkunden ein Künstlerhaus der Renaissance

 
Das Zerwirkgewölbe galt lange als das älteste Haus Münchens (Foto: Carina Winkler)
02.04.2026

Am 25. März 2026 besuchten rund 70 Studierende des Studiengangs E2D der Technischen Hochschule Augsburg das Zerwirkgewölbe in der Münchner Altstadt. Das Baudenkmal steht im Mittelpunkt des diesjährigen Integralen Entwurfsprojekts (IEP3) und der Bachelor-Thesis: Die Studierenden entwickeln im Sommersemester Konzepte für eine denkmalgerechte Sanierung und gemeinwohlorientierte Nachnutzung des seit 2020 leerstehenden Gebäudes.

 
Den Auftakt bildete ein Vortrag von Dr. Judith Sandmeier (Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege / ehemalige Gastprofessorin THA) in der Säulenhalle der Alten Münze am Hofgraben. Sie gab den Studierenden einen Einblick in die Grundlagen des denkmalpflegerischen Umgangs mit historischer Bausubstanz und ordnete das Zerwirkgewölbe in seinen stadtgeschichtlichen Kontext ein.
Dr. Judith Sandmeier berichtet in der Säulenhalle der Alten Münze vor 70 interessierten Studierenden über innovative Ansätze in der Denkmalpflege (Foto: Christian Bauriedel)
Dr. Judith Sandmeier berichtet in der Säulenhalle der Alten Münze vor 70 interessierten Studierenden über innovative Ansätze in der Denkmalpflege (Foto: Christian Bauriedel)
Die Studierenden zu Gast beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege bestaunen das neue Solardach auf dem Gebäude der Alten Münze (Foto: Joachim Müller)
Die Studierenden zu Gast beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege bestaunen das neue Solardach auf dem Gebäude der Alten Münze (Foto: Joachim Müller)
Anschließend führte der Bauforscher Peter Kifinger (TU München, Lehrstuhl für Baugeschichte / Büro Kayser + Böttges) die Gruppe durch das Gebäude, erläuterte die baukonstruktiven Besonderheiten der zweischiffigen Kreuzgratgewölbe und die komplexe Baugeschichte: Das heutige Zerwirkgewölbe wurde um 1595 errichtet und konnte im Zuge der laufenden Forschungen dem Augsburger Kistler und bayerischen Hofbaumeister Wendel Dietrich zugeschrieben werden – ein Künstleratelier der Renaissance. Später erfolgten Umbauten zum kurfürstlichen Brauhaus und zur königlichen Wildmetzgerei. Die Studierenden nutzten die Gelegenheit, das Gebäude eingehend zu analysieren und zu dokumentieren.
 
Peter Kifinger erläutert Studierenden im Kreuzgratgewölbe des Erdgeschosses die neuen Erkenntnisse aus der Bauforschung (Foto: Hendler Klinglhöfer)
Peter Kifinger (TUM, Lehrstuhl für Baugeschichte / Büro Kayser + Böttges) erläutert Studierenden im Kreuzgratgewölbe des Erdgeschosses die neuen Erkenntnisse aus der Bauforschung
(Foto: Hendler Klinglhöfer)
Jagdfresko an der Südfassade. „Zerwirken” bedeutet in der Jägersprache das Zerlegen von erlegtem Wild – daher der Name des Gebäudes. Die Jahreszahl 1264 ist nach neuester Bauforschung überholt. (Foto: Carina Winkler)
Jagdfresko an der Südfassade. „Zerwirken” bedeutet in der Jägersprache das Zerlegen von erlegtem Wild – daher der Name des Gebäudes. Die Jahreszahl 1264 ist nach neuester Bauforschung überholt. (Foto: Carina Winkler)
 
Das Zerwirkgewölbe gehört dem Freistaat Bayern und sucht derzeit eine neue Perspektive. Das studentische Projekt soll zeigen, wie eine behutsame Sanierung und eine zukunftsfähige Nutzung aussehen könnten – in enger Kooperation zwischen THA und BLfD.

Ansprechpartner

Prof. Dr.-Ing. Christian Bauriedel

Architektur und Bauwesen

Telefon: 

+49 821 5586-3174