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CirTex beim 3. Stakeholder-Dialog in Berlin

Weichenstellung für die Textil-EPR

 
Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD, l.) im Gespräch mit CirTex-Sprecher Prof. Dr.-Ing. Stefan Schlichter (r.) beim Rundgang über den "Marktplatz der Kreislaufwirtschaft". Ebenfalls anwesend: Dr.-Ing. Julia Hobohm (Geschäftsführerin GRS Gemeinsames Rücknahmesystem Servicegesellschaft mbH, 2.v.l.) und Johannes Diebel (Forschungskuratorium Textil e.V. und Mitglied des CirTex-Managementboards, 3.v.l.). Foto: Gregor Fischer
20.04.2026
Berlin

Am 16. April 2026 kamen rund 150 Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Politik, Zivilgesellschaft und Forschung auf dem EUREF-Campus in Berlin zusammen, um das Eckpunktepapier des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) zur nationalen Umsetzung der Erweiterten Herstellerverantwortung (Extended Producer Responsibility, kurz EPR) für Textilien zu diskutieren. Eingeladen hatten der Gesamtverband textil+mode e.V. und GRS PRO Textil – zum dritten Mal in diesem Format.

CirTex-Sprecher Prof. Dr.-Ing. Stefan Schlichter stellte den ganzheitlichen Ansatz der CirTex-Community vor und begleitete Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) bei einem Rundgang über den abschließenden Marktplatz der Kreislaufwirtschaft. Dort präsentierte Nicole Hühn (ITA Augsburg) Forschungsvorhaben aus dem CirTex-Communityprojekt NuCollect, das ein innovatives System zur Sammlung und Sortierung von Alttextilien unter aktiver Einbeziehung von Bürgerinnen und Bürgern entwickelt. Dr. Thomas Fischer (DITF Denkendorf) stellte das CirTex-Communityprojekt CircSim vor, das mit einem interaktiven Simulationstool zeigt, wie textile Kreislaufwirtschaft funktioniert und welchen konkreten Mehrwert sie für Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft bietet. Ebenfalls auf dem Marktplatz vertreten war das Recycling Atelier des Instituts für Textiltechnik Augsburg, einem An-Institut der Technischen Hochschule Augsburg.

Den inhaltlichen Rahmen der Veranstaltung setzte die Vorstellung des BMUKN-Eckpunktepapiers, das die Grundlage für das kommende Gesetzgebungsverfahren bildet. Bundesumweltminister Carsten Schneider betonte dabei den Anspruch auf eine bürokratiearme Umsetzung unter Erhalt bestehender Strukturen und sprach sich für gleiche Standards und faire Bedingungen auf europäischer Ebene aus. In einer Podiumsdiskussion mit Vertreterinnen und Vertretern aus der Industrie – darunter von Unternehmen wie Adidas, Decathlon und Zalando – sowie anschließend mit Bundestagsabgeordneten wurden offene Fragen zur Ausgestaltung, Finanzierung und Harmonisierung des Systems erörtert.

Eine Mentimeter-Umfrage unter den Teilnehmenden zeigte: Das Eckpunktepapier wird grundsätzlich als Schritt in die richtige Richtung bewertet, braucht aber in zentralen Punkten noch Konkretisierung – etwa beim Anwendungsbereich, bei Systemkosten, Zielquoten und der Einbindung von Recyclern. Auch die Verknüpfung mit dem Europäischen Produktpass (DPP) und dem ESPR-Rahmen (EU-Ökodesign-Verordnung) wurde als wesentliche offene Frage benannt.

Für die CirTex-Community war der Stakeholder-Dialog eine wichtige Gelegenheit, Forschungsvorhaben und Praxisansätze in einem hochrelevanten politischen Moment sichtbar zu machen – und zu zeigen, welchen Beitrag ein ganzheitlicher, transferorientierter Ansatz zur Gestaltung einer zirkulären Textilwirtschaft leisten kann.

Über CirTex und die Communityprojekte

Die DATIpilot Innovationscommunity Circular Textiles (CirTex) ist ein vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördertes Projekt zur Entwicklung und Umsetzung einer textilen Kreislaufwirtschaft. CirTex vernetzt Akteure aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft und unterstützt den Austausch von Wissen und Erfahrungen.

Ein zentraler Bestandteil von CirTex sind die Communityprojekte. In diesen Projekten arbeiten Forschungseinrichtungen, Unternehmen und weitere Partner an zentralen Fragestellungen der textilen Kreislaufwirtschaft.

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