Medaillenregen beim ADC Talent Award
Top-Ergebnis: THA-Gestalterinnen und -Gestalter gewinnen elf Nägel und neun Auszeichnungen
Die Prämierung der besten Nachwuchskreativen aus dem deutschsprachigen Raum fand im Rahmen der ADC Talent Award Show am 11. Juni 2026 beim ADC Festival 2026 in Hamburg statt.
Mit dem ADC Award zeichnet der Art Directors Club Deutschland bereits seit über 50 Jahren die kreativsten und exzellentesten Kommunikationsarbeiten im deutschsprachigen Raum aus. Der ADC Talent Award als separater Nachwuchswettbewerb würdigt gezielt herausragende Kommunikations- und Gestaltungsleistungen junger Kreativer.
Sowohl im Hauptwettbewerb als auch im Nachwuchswettbewerb werden Goldene, Silberne und Bronzene Nägel sowie Auszeichnungen in einer Vielzahl von Kategorien vergeben. Diese decken die verschiedenen Teilbereiche und Gewerke des Designbereichs ab – von Webdesign bis Illustration, von Inszenierung bis Verpackung, von Werbung bis Fotografie.
Die Fakultät für Gestaltung der THA zeigte sich in diesem Jahr besonders stark: Insgesamt haben Studierende und Absolvierende der Studiengänge Kommunikationsdesign und Interaktive Medien der THA einen Goldenen Nagel, drei Silberne Nägel, sieben Bronzene Nägel und neun Auszeichnungen erhalten. Damit landet die THA im Ranking der erfolgreichsten Hochschulen im Wettbewerb auf dem zweiten Platz.
Besonders hervorzuheben ist die Leistung von Joshua Fritsch, Absolvent des Bachelorstudiengangs Kommunikationsdesign und derzeit Masterstudent an der Fakultät für Gestaltung der THA: Er erhielt einen Silbernen Nagel, zwei Bronzene Nägel und drei Auszeichnungen und stellt damit die am häufigsten ausgezeichnete Arbeit im gesamten Wettbewerb. Bereits im vergangenen Jahr war Fritsch mehrfach für zwei Projekte ausgezeichnet worden: für FORE (gemeinsam mit Amelie Kallup) mit einem Goldenen und einem Silbernen Nagel sowie für Gutty mit einem Goldenen Nagel und einer Auszeichnung.
Preisgekrönte Projekte
Jonathan Stiber, Stella Gayde und Angelina Ongert: KVIKK (Goldener Nagel)
Jonathan Stiber, Stella Gayde und Angelina Ongert haben sich im Kurs „Traffic Jam“ unter Leitung von Prof. Kai Bergmann mit der Neugestaltung der Markenidentität des Nahverkehrssystems in Tromsø (Norwegen) auseinandergesetzt. Für die drei Studierenden gab es dafür von der Jury einen Goldenen Nagel in der Kategorie Brand Identity/Brand Design.
Extreme Helligkeit im Sommer, lange Dunkelheit im Winter sowie Schnee und wechselndes Wetter prägen den Alltag in Tromsø. Gleichzeitig ist die Stadt ein wichtiges Touristenziel, wodurch ein verständlicher und klarer ÖPNV besonders wichtig wird. „Kvikk" (norwegisch für „quick") ersetzt den bisherigen Anbieter „Svipper", der wenig identitätsstiftend und generisch auftritt. KVIKK verbindet Bus, Fähre und zusätzlich die Fjellheisen-Gondel in einem klar erkennbaren Verkehrsverbund, der sowohl für Einheimische als auch für Touristinnen und Touristen intuitiv nutzbar ist.
Ein konsistentes Designsystem verbindet alle Elemente: Bus, Fähre und Gondel erhalten eigene Bildmarken, inspiriert von norwegischen Strickmustern. Daraus entstehen charakteristische Muster und Borten für die Gestaltung. Alle Elemente basieren auf einem gemeinsamen Raster, auf dem auch die Piktogramme des Systems aufbauen. Anwendungen nutzen diese visuellen Elemente. Ein Light- und Dark-Mode reagiert auf Mitternachtssonne und Polarnacht und sorgt ganzjährig für gute Sichtbarkeit.
Weitere Informationen:
- ADC: https://www.adc.de/wettbewerb/adc-gallery/detail/year/2026/entry/94999/
- Casefilm

Joshua Fritsch: ERIS (Silberner Nagel, zwei Bronzene Nägel, drei Auszeichnungen)
In seiner Bachelorarbeit ERIS (Betreuung: Prof. Kai Bergmann) entwickelte Joshua Fritsch eine fiktive Marke, die Gewalt bewusst als Lifestyleprodukt inszeniert und vermarktet. Dafür wurde er mit einem Silbernen Nagel (Kategorie Künstlerische Gestaltung, Experiment), zwei Bronzenen Nägeln (Kategorien Communication Arts und Kreativer Einsatz von Technik (AI)) und drei Auszeichnungen (Kategorien Brand Identity/Brand Design, Graphic Design/Motion Design und Illustration) ausgezeichnet.
„ERIS“ reflektiert die ästhetisierte Darstellung von Gewalt in Unterhaltungsmedien gestalterisch. Ziel des Projektes war es, ein Kommunikationsdesign zu entwickeln, das sowohl die Faszination als auch die Problematik medialer Gewalt sichtbar macht und beim Publikum eine kritische Auseinandersetzung anstößt.
Ausgangspunkt der Arbeit ist die Idee eines fiktiven Unternehmens, das Gewalt bewusst als Lifestyleprodukt inszeniert und vermarktet. Über Branding, Bildsprache und Produktgestaltung wird Gewalt ästhetisch aufgeladen, stilisiert und als attraktives Konsumgut dargestellt. Diese bewusst überzeichnete Inszenierung macht sichtbar, wie Gestaltung Wahrnehmung beeinflussen und Begehrlichkeit erzeugen kann.
Die Bachelorarbeit besteht aus einer radikal inszenierten Markenwelt, die Gewalt als ästhetisches und emotionales Erlebnis erfahrbar macht. Mit aggressiver visueller Sprache, klarer Symbolik und einer provokativen Haltung entsteht ein Designkonzept, das Rage und Konflikt sichtbar macht und zugleich die Verantwortung von Gestaltenden und Konsumierenden im Umgang mit solchen Bildern und Inhalten hinterfragt.
Weitere Informationen:

Ludwig Wagner: Rapid Eye Movement (Silberner Nagel, Auszeichnung)
Im Mittelpunkt der Bachelorarbeit von Ludwig Wagner (Betreuung: Prof. Kai Bergmann) steht der Schlaf. Für „Rapid Eye Movement“ – die Entwicklung einer fiktiven Bewegung, die Schlaf als Lifestyle-Marke inszeniert und ihn auf eine Ebene mit den anderen Säulen des menschlichen Wohlempfindens, Bewegung und Ernährung, hebt – erhält Ludwig Wagner einen Silbernen Nagel in der Kategorie Brand Identity/Brand Design und eine Auszeichnung in der Kategorie Graphic Design/Typography.
Wagner setzt sich in der Arbeit mit Schlafmangel in der Gesellschaft auseinander: Viele Menschen seien sich der Bedeutung des Schlafs bewusst, trotzdem schliefen sie zu wenig. Dabei liege das Problem nicht am Wissen, sondern an der Priorität im Alltag. In unserer Leistungsgesellschaft werde Schlaf oft zugunsten von Arbeit, Sport oder Bildschirmzeit gekürzt. Während Sport und Ernährung gesellschaftlich präsent und positiv besetzt seien, besitze Schlaf nicht den gleichen kulturellen Stellenwert.
Statt über Schlaf aufzuklären, setzt Wagners Projekt auf Haltung. Mit visuellen Codes aus Sport und Lifestyle wird bewusst mit der üblichen Schlafästhetik wie blauem Sternenhimmel und romantischen Sternschnuppen gebrochen. Dadurch entsteht eine neue visuelle Sprache für Schlaf, die ihn als aktive Grundlage für Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden positioniert – kein Ratgeber, sondern eine Bewegung.
Mit „The Rapid Eye Movement" entstand eine soziale Bewegung mit einer klaren visuellen Identität: prägnante Bildwelt, reduzierte Typografie und eine Community-Struktur, der man angehören will. Der Start erfolgt über Guerilla-Aktionen im öffentlichen Raum und wird über Plakate, Social Media und Produkte weitergeführt. So wird Schlaf neu inszeniert, öffentlich sichtbar und erhält den notwendigen Stellenwert im Alltag.
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Selina-Nell Bednarski: The Bitter Trend (Silberner Nagel, Auszeichnung)
Einen Silbernen Nagel (Kategorie Brand Identity/Brand Design) und eine Auszeichnung (Kategorie Grafikdesign/Typography) erhält Selina-Nell Bednarski. Die Studentin entwickelte im Rahmen ihrer Bachelorarbeit unter Betreuung von Prof. Christina Strenger sechs konzeptionelle Verpackungsboxen für Matcha.
Matcha ist weit mehr als ein Trendgetränk. In Japan ist er seit Jahrhunderten Teil einer Teezeremonie, die Achtsamkeit, Ritual und kulturelle Werte vermittelt. Im Westen hingegen hat sich Matcha zunehmend zu einem Lifestyle-Produkt entwickelt – als Latte, Superfood oder Social-Media-Hype. Dabei gerät sein kultureller Ursprung oft in den Hintergrund und wird von Marketingbotschaften überlagert.
The Bitter Trend macht diese Entwicklung sichtbar und hinterfragt die Mechanismen hinter Trend, Vermarktung und Konsum. Die Initiative möchte nicht nur informieren, sondern dazu anregen, das eigene Konsumverhalten bewusster zu reflektieren und die kulturelle Bedeutung von Matcha neu zu entdecken.
Im Zentrum stehen sechs konzeptionelle Verpackungsboxen als direkte Touchpoints. Sie erzählen die Geschichte und Hintergründe von Matcha und zeigen auf, wie traditionelle Kultur für Marketingzwecke vereinnahmt werden kann. Jede Box verweist auf eine Website mit weiterführenden Inhalten. So wird die Verpackung zum Medium der Aufklärung und Reflexion, der Kauf zu einer bewussten Entscheidung – und Konsum zu einer Möglichkeit, kulturelles Verständnis zu fördern.
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Philipp Hein, Emma Hingerl, Simon Jocham: Infectus (zwei Bronzene Nägel)
Philipp Hein, Emma Hingerl und Simon Jocham gewinnen zwei Bronzene Nägel in den Kategorien Editorial Products/Corporate Publishing Products und Experiment/Communication Arts für ihr Semesterprojekt Infectus – Parasiten des Kapitalozän, entstanden im Kurs Biographics unter Betreuung von Prof. Christina Strenger. Die Studierenden haben ein spekulatives „Recovery Kit“ entworfen, das die Dysfunktionen des Kapitalozäns als parasitäre Organismen sichtbar machen soll.
Laut der Studierenden prägten im Zeitalter des Kapitalozäns Profitgier, Selbstoptimierung und blinder Konsum das gesellschaftliche Handeln. Mensch, Tier und Mitwelt würden geschädigt. Ziel des Projekts war es demnach, diese systemischen Fehlentwicklungen wie soziale Ungleichheit, psychische Belastung und ökologische Krise sichtbar und verständlich zu machen.
Infectus übersetzt gesellschaftliche Dysfunktionen in biologische Metaphern. Parasitäre Organismen stehen für sieben Sünden des Kapitalozän, wie etwa Entfremdung, Gier oder Verschwendung. Sie verdichten sich zu einem dystopischen Gesellschaftsbild und formulieren somit Kritik.
Infectus erscheint als Recovery Kit. Nach einer Anamnese erhalten Nutzerinnen und Nutzer ein physisches Set. Ein Editorial skizziert die sieben Parasiten wissenschaftlich und visuell. Jedem Parasiten ist ein Werkzeug zugeordnet, das Selbstwirksamkeit und aktive Intervention fördert. Das klinische Design macht die Mechanismen des Kapitalozäns erfahrbar und visualisiert Symptome wie Anonymität, Entmenschlichung und Quantifizierung.
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Luisa Huber und Hannah Illgner: ADEA (Bronzener Nagel, Auszeichnung)
Einen Bronzenen Nagel und eine Auszeichnung in der Kategorie Brand Identity/Brand Design erhalten Luisa Huber und Hannah Illgner für ihr Semesterprojekt ADEA. Darin haben die beiden Studentinnen Maßnahmen entwickelt und gestalterisch umgesetzt, um für FLINTA (Frauen, Lesben, Inter, Nicht-binäre, Trans* und Agender Personen) mehr Sicherheit im öffentlichen Raum zu schaffen. Die Semesterarbeit entstand im Kurs „Traffic Jam“ unter Leitung von Prof. Kai Bergmann.
Ausgangspunkt der Arbeit sei laut Huber und Illgner das gesamtgesellschaftliche Problem, dass sich Frauen* nachts nicht sicher fühlen. Studien zeigen, dass fast jede vierte Frau im ÖPNV bereits sexuell bedrängt wurde, weswegen viele Frauen* insbesondere nachts den ÖPNV meiden.
Mit ADEA möchten die beiden Studentinnen ein Netzwerk für mehr Sicherheit auf dem Nachhauseweg für Frauen* im ÖPNV schaffen – durch Kooperationen mit Städten und Verkehrsbetrieben, Share-Mobility und einer Service-App. Ziel sei eine Gesellschaft, in der sich Frauen sicher, frei und selbstbewusst bewegen können. Frauen* können sich an Knotenpunkten, den Adea-Stelen, treffen und den Nachhauseweg gemeinsam antreten, einer Route in der App zum ÖPNV folgen und in für Frauen* gekennzeichnete Bereiche fahren. Zusätzlich steht Share Mobility zur Verfügung. Die Service App bietet ein Notfallsystem, eine Kartenübersicht, eine Standortmeldung und Datenerhebung für Städte, um diese sicherer zu gestalten.
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Verena Besler: Human Fossils (Bronzener Nagel, Auszeichnung)
Mit einer spekulativen Auseinandersetzung mit „Technofossilien des Anthropozäns“ beschäftigt sich die Semesterarbeit von Verena Besler, entstanden im Designprojekt Biographics unter Leitung von Prof. Christina Strenger. Dafür wurde sie mit einem Bronzenen Nagel in der Kategorie Experiment und einer Auszeichnung in der Kategorie Kreativer Einsatz von Technik (AI) ausgezeichnet.
Am Anfang des Projekts stand die Frage, wie sich menschliches Handeln in dauerhaften geologischen Spuren manifestiere und welche materiellen Hinterlassenschaften unsere Gegenwart zukünftigen Erdzeitaltern überlasse. Ziel war es, diese abstrakten Zeitdimensionen in ein visuelles Format zu übersetzen und die geologischen Lasten unseres Konsums, unserer Technologien und unserer Lebensweise sichtbar zu machen.
Das Projekt regt zur Reflexion der eigenen Rolle im Anthropozän an. Entstanden ist ein interaktives Editorial, das fiktive Technofossilien inszeniert und ihren Fund aus einer zukünftigen Perspektive dokumentiert. Alltagsobjekte erscheinen darin als mineralisierte Relikte einer vergangenen Zivilisation. Wissenschaftliche Berichte und geologische Einordnungen schaffen eine glaubhafte Zukunftssicht, in der Realität und Fiktion verschmelzen und langfristige Folgen unseres Handelns erfahrbar werden.
Das Editorial kombiniert Fotografie und KI-Bilder, überführt reale Objekte in spekulative, sedimentäre Kontexte und schafft so eine hybride Bildsprache. Dokumentation und Konstruktion verschwimmen bewusst: Fotografie und KI verschränken sich iterativ. Die inszenierten Technofossilien wirken wie Funde aus der Zukunft und eröffnen einen Reflexionsraum über Verantwortung, Materialität und die Spuren menschlicher Existenz – gemäß der Frage: „Wer werden wir gewesen sein?“ (Roger Willemsen).
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Tobias Frank: Aro-Fest (Bronzener Nagel)
Einen Bronzenen Nagel in der Kategorie Brand Identity/Brand Design gewinnt Tobias Frank für die Gestaltung der visuellen Identität eines fiktiven Festivals, bei dem der Geruchssinn im Mittelpunkt steht. Die Semesterarbeit entstand im Kurs Visuelle Kommunikation III unter Betreuung von Prof. Christina Strenger.
Ausgangspunkt der Arbeit ist die Erkenntnis, dass unsere Welt von visuellen und auditiven Reizen geprägt ist und der Geruchssinn oftmals vernachlässigt wird – was erstaunlich ist, da die menschliche Nase über rund 350 bis 400 verschiedene olfaktorische Rezeptortypen verfügt und theoretisch bis zu einer Billion unterschiedliche Gerüche wahrnehmen kann. Dennoch ist unser sprachliches Vokabular für diese Vielfalt vergleichsweise begrenzt. Das „ARO Fest“ macht die Potenziale des Dufts als Zukunftsraum erlebbar. Zwischen Forschung, multisensorischer Gestaltung, Kunst sowie medizinischen und technologischen Anwendungen eröffnet das Festival neue Perspektiven auf das Riechen als eigenständiges Erfahrungs- und Forschungsfeld. Es richtet sich an alle, die neue Formen sinnlicher Wahrnehmung entdecken möchten.
Der Name „ARO“ leitet sich von „Aroma“ ab und wirkt zugleich zugänglich und zukunftsorientiert. Das modulare Gestaltungssystem basiert auf Duftstreifen, die Vielfalt, Intensität und Erlebnisdimension von
Düften visualisieren. Gleichzeitig verweisen sie auf den experimentellen Charakter des Festivals. So macht das Design sichtbar, was das Festival vermittelt: Riechen ist ein unterschätzter Sinn mit großem Zukunftspotenzial.
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Sophie Lochbihler, Tabea Schlothauer und Lena Winterholler: Wuppertal schwebt (Auszeichnung)
Für „Wuppertal schwebt“ – das Rebranding der Wuppertaler Stadtwerke und des ÖPNV – erhalten Sophie Lochbihler, Tabea Schlothauer und Lena Winterholler eine Auszeichnung in der Kategorie Brand Identity/Brand Design. Die Semesterarbeit im Bachelorstudiengang Kommunikationsdesign entstand im Kurs „Traffic Jam“ unter Leitung von Prof. Kai Bergmann.
Im Mittelpunkt des Designprojekts stand die Frage: Wie lassen sich neues Selbstbewusstsein und lokale Identität stärken und auf den gesamten Verkehrsverbund übertragen? Denn die Schwebebahn präge seit 125 Jahren die Stadt Wuppertal, stehe für Mut, Ingenieurskunst und Leichtigkeit. Gleichzeitig kämpfe die Stadt mit einem Imageproblem und dem Eindruck von Stillstand. Der Ruf der grauen Stadt und das fehlende Selbstbewusstsein führten dazu, dass Potenziale ungenutzt blieben.
Das Schweben bildet den Kerngedanken des Rebrandings. Aus den „Wuppertaler Stadtwerken“ wird das „Schwebewerk Wuppertal“. Das zurückhaltende Erscheinungsbild der „Wuppertaler Stadtwerke“ wird neu gedacht. Die Schwebebahn bewegt sich über Wupper, Straßen und Dächer hinweg und eröffnet die Idee einer Stadt auf mehreren Ebenen.
Das „Schwebewerk Wuppertal“ gliedert sich in drei Bereiche: Wasser, Verkehr und Elektrizität. Alle drei Bereiche tragen dazu bei, dass der Alltag in Wuppertal reibungslos funktioniert. Diese Sektoren sowie die Ebenen der Stadt finden sich im neuen Erscheinungsbild wieder. Das markante Gerüst der Schwebebahn wird rot eingefärbt, um die enorme technische Leistung hervorzuheben. Das Rot wird zum visuellen Leitfaden des gesamten Rebrandings und zieht sich durch Stadtbild und Gestaltung.
Weitere Informationen:

Lisa Kerridge, Florentine Schwab, Elisabeth Breitenhuber, Lena Vogentanz, Tom Henkel, Elias Ginter, Alexandra Zerbe, Philipp Hettenkofer, Leonie Bulling und Johannes Dejori: Lonis Weltraumreise (Auszeichnung)
Lonis Weltraumreise ist eine interaktive Tablet-Anwendung, die Kindern die Krebserkrankung eines Elternteils altersgerecht und spielerisch anhand einer personalisierten Weltraumgeschichte erklärt. Dafür wurden Lisa Kerridge, Florentine Schwab, Elisabeth Breitenhuber, Lena Vogentanz, Tom Henkel, Elias Ginter, Alexandra Zerbe, Philipp Hettenkofer, Leonie Bulling und Johannes Dejori mit einer Auszeichnung in der Kategorie Konzeption & Design von digitalen Produkten/Services geehrt. Die Semesterarbeit entstand unter Betreuung von Prof. Daniel Rothaug (Fakultät für Gestaltung) und Prof. Alexandra Teynor (Fakultät für Informatik) im Studiengang Interaktive Medien.
Erkrankt ein Elternteil an Krebs, betrifft die Diagnose die gesamte Familie. Neben der eigenen Belastung stehen Eltern vor der Herausforderung, ihren Kindern eine komplexe und oft abstrakte Krankheit verständlich zu erklären. Lonis Weltraumreise unterstützt Eltern dabei, mit ihren Kindern über die Erkrankung zu sprechen und medizinische Zusammenhänge altersgerecht zu vermitteln.
Lonis Weltraumreise übersetzt die Erfahrung einer elterlichen Krebserkrankung in eine modulare Weltraumgeschichte. Die Familie der Protagonistin Loni reist zu verschiedenen Planeten, auf denen Ursachen der Krankheit, Behandlungsschritte und Therapieformen entdeckt werden. Umgesetzt wurde die Geschichte als interaktive Tablet-Anwendung. Kinder können Therapieformen entdecken, Inhalte in Lernspielen vertiefen und einzelne Abschnitte bei Bedarf erneut aufrufen. So entsteht eine personalisierte Lernreise, die medizinische Aufklärung altersgerecht vermittelt und zugleich Raum für Fragen, Gespräche und Verarbeitung schafft.











