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Von historischen Karten zum SPIEGEL bis ins Museum

 
Carsten Juwig von Dr. Götze Land & Karte GmbH erläutert historische Kartenwerke.
28.05.2026
Augsburg/Hamburg

Studierende des Kurses „Anatomy of Insight: Designing How Things Work“ von Prof. Michael Stoll reisten im Rahmen einer Fachexkursion nach Hamburg und besuchten unter anderem die Dr. Götze Land & Karte GmbH, die Infografik- und Datenvisualisierungsabteilung von DER SPIEGEL sowie das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg.

 

Erster Programmpunkt am Freitag, dem 16. Mai, war der Besuch der Abteilung für alte Landkarten der Dr. Götze Land & Karte GmbH. Dort wurde die Gruppe von Carsten Juwig empfangen, der in einem Vortrag anhand ausgewählter historischer Atlanten und Kartenwerke die Entwicklung kartografischer Darstellungen vom 15. bis zum 19. Jahrhundert erläuterte. Besonderes Augenmerk lag dabei auf den Beziehungen zwischen publizistischer Intention, visueller Gestaltung und nutzerseitiger Interpretation. Historische Karten wurden so nicht nur als geografische Dokumente, sondern auch als Beispiele früher Formen des Informationsdesigns betrachtet.

 
„Sagen, was ist.“ Gruppenfoto unter dem bekannten Zitat von Rudolf Augstein, dem SPIEGEL-Gründer.
„Sagen, was ist.“ Gruppenfoto unter dem bekannten Zitat von Rudolf Augstein, dem SPIEGEL-Gründer.
 
Studierende präsentieren der Infografik-Abteilung des SPIEGEL den Stand ihrer Arbeiten.
Studierende präsentieren der Infografik-Abteilung des SPIEGEL den Stand ihrer Arbeiten.
Das Verlagsgebäude des SPIEGEL an der Eceriusspitze in Hamburg.
Das Verlagsgebäude des SPIEGEL an der Eceriusspitze in Hamburg.
 

Ein besonderes Highlight stellte die Präsentation einer Ausgabe von James Nasmyths „The Moon Considered as a Planet, a World and a Satellite“ aus dem Jahr 1885 dar. Die darin enthaltenen scheinbar fotografischen Darstellungen der Mondoberfläche basieren tatsächlich auf Fotografien detailreicher Gipsmodelle, die Nasmyth selbst angefertigt hatte – ein eindrucksvolles Beispiel für die Konstruktion visueller Evidenz lange vor dem digitalen Zeitalter.

Im Anschluss führte ein kurzer Spaziergang durch die Hamburger Innenstadt die Gruppe zum Verlagshaus von DER SPIEGEL an der Ericusspitze. Dort wurden die Studierenden von Klaas Neumann sowie Nina Krug aus der Abteilung Infografik und Datenvisualisierung empfangen. Nach einem Rundgang durch das Verlagshaus, die Redaktions- und Visualisierungsbereiche sowie die von Verner Panton gestaltete Spiegel-Kantine präsentierten die Studierenden den aktuellen Stand ihrer Projekte aus dem Kurs von Prof. Michael Stoll.

Im anschließenden fachlichen Austausch erhielten sie ausführliches Feedback zu strategischen, konzeptionellen und gestalterischen Fragestellungen. Diskutiert wurden unter anderem Fragen narrativer Struktur, visueller Vermittlung komplexer Inhalte sowie der Umgang mit Daten und Informationshierarchien im journalistischen Kontext.

 
Gemeinsames Abendessen (v.l.n.r.) mit Nina Krug (DER SPIEGEL), Jonas Jetzig (Süddeutsche Zeitung), Studierenden und Niklas Marienhagen  (DER SPIEGEL).
Gemeinsames Abendessen (v.l.n.r.) mit Nina Krug (DER SPIEGEL), Jonas Jetzig (Süddeutsche Zeitung), Studierenden und Niklas Marienhagen (DER SPIEGEL).
 

Der Austausch wurde am Abend in informeller Runde fortgesetzt. Gemeinsam mit weiteren Alumni des Fachgebiets – darunter Niklas Marienhagen vom SPIEGEL sowie Jonas Jetzig von der Süddeutsche Zeitung – entwickelte sich eine intensive Diskussion über die Rolle künstlicher Intelligenz im Journalismus und in der visuellen Kommunikation. Aus diesen Gesprächen entstand die Idee für ein mögliches Forschungsprojekt, das nun weiter konkretisiert werden soll.

Einige Studierende besuchten anschließend noch ein Post-Punk-Konzert in der Hamburger Innenstadt. Andere am nächsten Morgen den Alten Botanischen Garten, bevor dann ein Besuch des Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg auf dem Programm stand. Dort besichtigte die Gruppe die Ausstellung zum Lebenswerk des Fotografen Hans Hansen sowie verschiedene Sammlungen des Hauses zu Design-, Medien- und Kulturgeschichte.

Bevor die Rückreise angetreten wurde, wurde eingekauft für das traditionelle „Dinner on the Train“ – ein gemeinsames Abendessen im Zug. Der ICE 683 verließ Hamburg am späten Nachmittag planmäßig um 16:19 Uhr von Gleis 14 Richtung Augsburg. Dass die Reise dennoch nicht  fahrplanmäßig endete, bleibt an dieser Stelle lieber unerwähnt.

 
Blick in die Ausstellung Hans Hansen im Museum für Kunst und Gewerbe.
Blick in die Ausstellung Hans Hansen im Museum für Kunst und Gewerbe.
 
Die von Verner Panton gestaltete ehemalige Kantine des SPIEGEL wie sie im Museum für Kunst und Gewerbe zu sehen ist.
Die von Verner Panton gestaltete ehemalige Kantine des SPIEGEL wie sie im Museum für Kunst und Gewerbe zu sehen ist.