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- Bayerisch-Schwäbischer Innovationspreis Transfer 2026
Vöhlinschloss in Illertissen wird zur Hall of Fame für herausragende Kooperationen von Wissenschaft und Praxis
Technische Hochschule Augsburg zeigt Transferstärke bei der Preisverleihung zum „Bayerisch-Schwäbischen Innovationspreis Transfer 2026“

Mit der insgesamt 9.000 Euro dotierten Auszeichnung „Bayerisch-Schwäbischer Innovationspreis Transfer 2026“ wurden unter den 34 Einreichungen die Teams folgender Transferprojekte ausgezeichnet: „GiFaTex – Einsatz von recycelten Alttextilfasern in Gipsfaserplatten“ (Technische Hochschule Augsburg), „PIO-Oberallgäu – Digitale Plattform für ambulante Pflegedienste: bedarfsgerecht, anpassungsfähig, nachhaltig“ (Hochschule Kempten) und „stand-by.care – für ein sicheres Leben zuhause“ (Hochschule Neu-Ulm). Den mit 1.000 Euro dotierten „Wirtschaftspreis der IHK Schwaben“ erhielt ein junger Informatik-Student der Technischen Hochschule Augsburg für das Transferprojekt „DocPilot – Digitales Datenmanagement für den Glasfaserausbau“. Das Team des Siegerprojekts „DocPilot“ der Technischen Hochschule Augsburg durfte sich zudem über den „Publikumspreis der Stadt Illertissen“, ebenfalls in Höhe von 1.000 Euro, freuen, der während der Veranstaltung live vergeben wurde.
Unter dem Leitmotiv „Society meets Science“ werden mit dem „Bayerisch-Schwäbischen Innovationspreis Transfer“ Projekte ausgezeichnet, die den Wissens- und Technologietransfer zwischen Hochschulen, Wirtschaft und Gesellschaft in besonderer Weise voranbringen. Der Preis wurde von Werner Martin, Geschäftsleiter des Hochschulzentrums Vöhlinschloss, initiiert und 2024 erstmals gemeinsam mit der Technischen Hochschule Augsburg (THA), der Hochschule Kempten (HKE) und der Hochschule Neu-Ulm (HNU) verliehen. 2026 wurde für jede Hochschule ein Preis in Höhe von 3.000 Euro vergeben, gestiftet von den jeweiligen Fördervereinen. Die IHK Schwaben sowie die Stadt Illertissen stellten zusätzlich jeweils 1.000 Euro für den Wirtschafts- beziehungsweise Publikumspreis bereit.
Auszeichnung für starke Impulse im regionalen Transfer
Neben den Preisträgerinnen und Preisträgern nahmen rund 85 Hochschulangehörige, Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft und Politik sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger an der feierlichen Preisübergabe teil, durch die Comedian und Moderator Thieß Neubert führte.
Die Hochschulleitungen der drei bayerisch-schwäbischen Hochschulen betonten die Bedeutung des intensiven Austauschs zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft: Er führe dazu, dass innovative Lösungen für drängende Zukunftsfragen gemeinsam erfolgreich entwickelt werden können.
Prof. Dr. phil. habil. László Kovács, Vizepräsident für Studium und Lehre der Technischen Hochschule Augsburg: „Herausfordernde Zeiten erfordern mehr denn je innovative Lösungen, die in enger Zusammenarbeit von Menschen mit unterschiedlichen Expertisen entwickelt und realisiert werden. Mein größter Respekt gilt allen, die das tun. Transferprojekte bieten dazu eine Chance. Die Technische Hochschule Augsburg zeichnet mit dem Bayerisch-Schwäbischen Innovationspreis Transfer 2026 das Team des Transferprojekts GiFaTex aus. Hier werden Expertisen aus dem Bauwesen und dem Textilrecycling von Forschenden und Praxispartnern gebündelt, um Alttextilfasern, die in großen Mengen bislang nicht recycelt werden, in Gipsfaserplatten, die in hoher Stückzahl verbaut werden, sinnvoll zu verwerten. Ziel ist, ein Musterhaus in der Region Bayerisch-Schwaben zu errichten. Ein Leuchtturmprojekt für eine ökologisch-technologische Win-win-Situation.“
Prof. Dr. Wolfgang Hauke, Präsident der Hochschule Kempten: „PIO Oberallgäu zeigt beispielhaft, wie erfolgreicher Transfer gelingt: Wissenschaft, Verwaltung, Wirtschaft und Praxis entwickeln gemeinsam Lösungen für konkrete gesellschaftliche Herausforderungen. Das Projekt verbessert nicht nur die Koordination der ambulanten Pflegeversorgung, sondern schafft zugleich eine wertvolle Datengrundlage für die regionale Versorgungsplanung. Damit leistet es einen wichtigen Beitrag, um die Pflege im ländlichen Raum zukunftsfähig zu gestalten. Ich freue mich sehr, dass dieses herausragende Engagement mit dem Bayerisch-Schwäbischen Innovationspreis Transfer ausgezeichnet wird. Mein besonderer Dank gilt allen beteiligten Partnern sowie dem Förderkreis für die Hochschule Kempten e. V., der die Auszeichnung ermöglicht.“
Prof. Dr. Julia Kormann, Präsidentin der Hochschule Neu-Ulm: „Das Projekt stand-by.care steht exemplarisch für den Anspruch der HNU, anwendungsorientierte Forschung in praxisnahe Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen zu übersetzen. Besonders überzeugt mich, dass die Bedürfnisse der späteren Nutzerinnen und Nutzer des selbstaktivierenden Notfallwarnsystems – alleinlebende Seniorinnen und Senioren – von Beginn an konsequent in die Entwicklung eingeflossen sind: So konnte eine Innovation entstehen, die nicht nur technologisch überzeugt, sondern auch im Alltag Akzeptanz findet und echten gesellschaftlichen Mehrwert schafft. Ich gratuliere dem gesamten Projektteam herzlich zu dieser verdienten Auszeichnung! Sie ist das Ergebnis einer engagierten und partnerschaftlichen Zusammenarbeit, die weit über unsere Hochschule hinaus Wirkung entfaltet.“
Innovative Ideen mit Wirkung für Wirtschaft und Gesellschaft
Die ausgezeichneten Teams präsentierten ihre Projekte gemeinsam mit ihren Praxispartnern in kurzen Pitches. Die Bandbreite der Themen verdeutlichte dabei die Vielfalt des regionalen Wissens- und Technologietransfers – von technologischen Entwicklungen bis hin zu gesellschaftlich relevanten Innovationen.
„Nah an der Zukunft, nah an der Wirtschaft, nah am Menschen. Dafür stehen für mich die Hochschulen für angewandte Wissenschaften mit ihren herausragenden Transferprojekten“, resümierte Werner Martin. Besonderen Dank sprach er den Fördervereinen der Hochschulen sowie der Stadt Illertissen und der IHK Schwaben aus, die mit den Preisgeldern die hochschulischen Transferaktivitäten entscheidend unterstützen.
Wirtschaftspreis der IHK Schwaben
Im Anschluss vergab die IHK Schwaben ihren Wirtschaftspreis. Dr. Matthias Köppel, Bereichsleiter Standortpolitik bei der IHK Schwaben, gratulierte dem Sieger: „Wir brauchen junge Talente, die Herausforderungen erkennen, unternehmerische Lösungen entwickeln und sich mit hohem Engagement einbringen. Mein größter Respekt gilt Rishi Kumar, Student der Informatik der Technischen Hochschule Augsburg, der die App DocPilot entwickelt hat, die das digitale Datenmanagement für den Glasfaserausbau revolutioniert. Herzlichen Glückwunsch zum Wirtschaftspreis der IHK Schwaben. Es ist unglaublich: Entwickelt wurde DocPilot von einem 20-jährigen Informatikstudenten, der aus Indien stammt, auf der Suche nach einem Nebenjob war, um sein Studium zu finanzieren, und als Werkstudent bei der Geggos FTTX GmbH begann. Geschäftsführer Samiyel Akdil erkannte rasch das Potenzial seines jungen Mitarbeiters, der die Herausforderungen bei der technischen Dokumentation auf den verschiedenen Glasfaserbaustellen des Unternehmens erlebte und eine ausgeklügelte App entwickelte, mit der sich alle Arbeitsschritte direkt auf der Baustelle unkompliziert dokumentieren lassen. Wissenschaftlich unterstützt wurde Rishi Kumar an der Technischen Hochschule Augsburg von Prof. Dr. Stephan Zimmermann, Professor für Wirtschaftsinformatik und Leiter des Bachelorstudiengangs International Information Systems an der Fakultät für Informatik.“
Publikumspreis der Stadt Illertissen
Für den Publikumspreis der Stadt Illertissen war neben den drei Hochschul-Siegerprojekten auch das IHK-prämierte Projekt nominiert. Nach einer kurzen Zusammenfassung aller Projekte in Videoform stimmten die Gäste live über ihren Favoriten ab. Ihre Wahl fiel auf das Projekt „DocPilot“ der Technischen Hochschule Augsburg.
„Der Bayerisch-Schwäbische Innovationspreis Transfer veranschaulicht eindrucksvoll, wie aus der Zusammenarbeit von Wissenschaft und Praxis konkrete Lösungen für die Herausforderungen unserer Zeit entstehen. Das Hochschulzentrum Vöhlinschloss ist ein Ort des Austauschs, an dem innovative Ideen sichtbar werden und regionale Netzwerke gestärkt werden. Als Stadt Illertissen freuen wir uns, diesen Wissenstransfer mit dem Publikumspreis zu unterstützen und den ausgezeichneten Projekten eine Plattform zu bieten“, betonte Susanne Schewetzky, Leiterin Kultur und Kommunikation der Stadt Illertissen.
Impressionen von der Preisverleihung










„Bayerisch-Schwäbischer Innovationspreis Transfer 2026“
Die prämierten Transferprojekte im Detail
Das Siegerprojekt der Technischen Hochschule Augsburg (#InnoT26)

GiFaTex
Einsatz von recycelten Alttextilfasern in Gipsfaserplatten
Es könnte sein, dass Gipsfaserplatten künftig blau sind, weil darin keine Zellulose-, Glas- oder Kunststofffasern mehr verarbeitet sind, sondern ausgediente Jeans. Im Transferprojekt GiFaTex werden Alttextilien, die beim mechanischen Textilrecycling in großen Mengen als Reststoff anfallen, in einem massenhaft eingesetzten Bauprodukt verwertet. Damit erzielen die Projektpartner aus der Textil- und Bauwirtschaft eine ökologisch-technologische Win-win-Situation auf dem Weg zu einer ressourceneffizienten Kreislaufwirtschaft. Eingebunden sind Forschende der THA, u.a. Prof. Dr.-Ing. Sergej Rempel und Doktorand Vincent Mack vom Technologietransferzentrum (TTZ) in Aichach, Prof. Dr.-Ing. Stefan Schlichter, Sprecher der DATIpilot Innovationscommunity Circular Textiles, sowie Prof. Dr.-Ing. Mesut Cetin und Sarah Hepp vom ITA Augsburg – Institut für Textiltechnik Augsburg gGmbH im Recycling Atelier Augsburg der THA, das im Rahmen des „KI-Produktionsnetzwerks Augsburg“ ins Leben gerufen wurde. Kooperationspartner sind Alexander Polischuk / Knauf Gips KG, Isabella Schmid / Schmid Trockenbau GmbH und Heiko Schenuit / Trützschler Nonwovens GmbH.
Das Siegerprojekt der Hochschule Kempten

PIO Oberallgäu
Digitale Plattform für ambulante Pflegedienste: bedarfsgerecht, anpassungsfähig, nachhaltig
Der demografische Wandel und der zunehmende Fachkräftemangel stellen die ambulante Pflege vor große Herausforderungen. Mit PIO Oberallgäu haben das Landratsamt Oberallgäu, ambulante Pflegedienste der Region, die Care Pioneers GmbH sowie das Bayerische Zentrum Pflege Digital (BZPD) der Hochschule Kempten eine digitale Plattform entwickelt, die Pflegeanfragen zentral koordiniert und die regionale Versorgung stärkt. Die Plattform ermöglicht ein digitales Anfrage-Assessment für Pflegebedürftige, die zentrale Steuerung von Neuanfragen für Pflegedienste sowie ein datengestütztes Monitoring der Versorgungssituation. Dadurch werden Pflegekräfte entlastet, Angehörige unterstützt und Versorgungslücken frühzeitig sichtbar. Das wissenschaftlich begleitete Modellprojekt zeigt, wie digitale Innovationen die Pflegeversorgung im ländlichen Raum nachhaltig verbessern können und dient als übertragbares Modell für andere Regionen.
Projektbeteiligte: Anne Henning und Andrea Schmid (Landratsamt Oberallgäu), Philipp Zell und Melanie Philip (Care Pioneers GmbH) sowie Dr. Stefanie Sauter, Annika Hudelmayer, Dr. Tobias Wörle, Dr. Florian Fischer und Prof. Dr. Mario R. Jokisch (BZPD).
Das Siegerprojekt der Hochschule Neu-Ulm

stand-by.care
für ein sicheres Leben zuhause
Sicherheit in den eigenen vier Wänden ist eine zentrale Voraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben im Alter. Doch viele bestehende Notfalllösungen stoßen im Alltag an ihre Grenzen: Notrufarmbänder müssen etwa aktiv ausgelöst und dauerhaft getragen werden, während Sturzmatten meist nur einzelne Bereiche der Wohnung überwachen. Das DATIpilot-Projekt „stand-by.care“, ein Kooperationsprojekt zwischen der HNU und Praxispartner artiso GmbH, schafft Abhilfe: Prof. Dr. Johannes Schobel, HNU-Forschungsprofessor für digitale Medizin und Pflege, die wissenschaftliche Mitarbeiterin Jennifer Kircher, Claus Allgaier, Head of Business and Product Innovations bei artiso, und Alexander Eble, Software Engineer bei artiso, entwickelten ein selbstaktivierendes, niedrigschwelliges Assistenzsystem, das typische Alltagsaktivitäten erkennt und im Notfall automatisch reagiert – ohne das Verhalten der Seniorinnen und Senioren einzuschränken. Über vernetzte Sensoren und eine lokale Homebox werden Bewegungs- und Aktivitätsmuster datenschutzkonform direkt im häuslichen Umfeld ausgewertet. Bleibt eine erwartete Aktivität aus, können Angehörige, Nachbarn oder Pflegepersonen automatisch informiert werden. Dabei ermöglicht eine intuitive App individuelle Einstellungen und sorgt für Transparenz. Von Beginn an wurde das System gemeinsam mit den späteren Nutzerinnen und Nutzern entwickelt: Interviews, Prototypentests und Usability-Studien flossen kontinuierlich in die technische und gestalterische Weiterentwicklung ein. So entstand eine praxisnahe Lösung, die Sicherheit, Datenschutz und Nutzerfreundlichkeit miteinander verbindet.
„Wirtschaftspreis der IHK Schwaben“ und „Publikumspreis der Stadt Illertissen“


DocPilot
Digitales Datenmanagement für den Glasfaserausbau
Der Glasfaserausbau zählt aktuell zu den größten Infrastrukturprojekten weltweit. Schnelles Internet zu jederzeit an jedem Ort – das bieten Glasfasernetze. Der Ausbau dauert, da von der Genehmigung bis zum Betrieb sehr viele Zwischenschritte erforderlich sind. Beim Verlegen der Kabel arbeiten mehrere Gewerke Hand in Hand. Dabei sind alle Arbeitsschritte eng verzahnt und müssen dokumentiert werden. Bislang erfolgt dies auf Papier, in Excel-Tabellen und in nicht aufeinander abgestimmten Datenablagen, was äußerst zeitaufwändig und auch fehleranfällig ist. Mit DocPilot, einer webbasierten Plattform, kann es künftig schneller, effizienter und kostengünstiger gehen. Rishi Kumar, ein Informatikstudent der Technischen Hochschule Augsburg (THA), hat als Werkstudent bei der Geggos FTTX GmbH die Herausforderungen auf Glasfaser-Baustellen erkannt und eine App für das Echtzeit-Management von Felddokumentation in Glasfaser-Infrastrukturprojekten entwickelt, die auf alle Infrastruktur- und Handwerksbereiche übertragbar ist, und so die Effizienz, Transparenz und Qualität in Infrastrukturprojekten steigert. Wissenschaftlich begleitet hat DocPilot an der THA Prof. Dr. Stephan Zimmermann, Professor für Wirtschaftsinformatik und Leiter des Bachelorstudiengangs International Information Systems an der Fakultät für Informatik.
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