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Gesundheitliche Versorgung obdachloser und wohnungsloser Menschen in Bayern

Eine explorative Feldstudie im Fachbereich Soziale Arbeit der Technischen Hochschule Augsburg

 
Soziale Arbeit
Wo liegt der Schlüssel für die gesundheitliche Versorgung obdachloser und wohnungsloser Menschen in Bayern? Antworten wollen Forschende des Fachbereichs Soziale Arbeit der THA mit der explorativen Feldstudie „GeWo-Bay” geben. Bild: Colourbox
01.02.2026 - 31.01.2027

Studiengang

Soziale Arbeit (B.A.)

Projektbeschreibung

Wohnungslosigkeit lässt sich als extremste Form von Armut verstehen. Sie geht meist mit äußerst prekären Lebenslagen einher, womit in der Regel auch erhebliche gesundheitliche Ungleichheiten verbunden sind. In der explorativen Feldstudie „GeWo-Bay – Gesundheitliche Versorgung obdachloser und wohnungsloser Menschen in Bayern” wird von Forschenden der THA unter der Leitung von Prof. Dr. Daniel Niebauer im Fachbereich Soziale Arbeit exemplarisch anhand ausgewählter Regionen untersucht, wie wohnungslose Menschen in Bayern Gesundheitsangebote nutzen oder nicht nutzen, welche Barrieren, Bedarfe und Versorgungslücken bestehen und welche strukturellen Bedingungen und Mechanismen dahinterliegen.

Die GeWo-Bay-Studie ist im Fachbereich Soziale Arbeit an der Fakultät für angewandte Naturwissenschaften (AGN) an der Technischen Hochschule Augsburg angesiedelt. Zum Forschungsteam zählen Marco Heinrich, M.A. und Vera Richter, M.Sc. – beide wissenschaftliche Mitarbeitende der THA. Die Studie läuft vom 01.02.2026 bis 31.01.2027 und wird vom Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales gefördert.

 

Wohnungslosigkeit zählt zu den extremsten Form von Armut. Die äußerst prekären Lebenslagen der Betroffenen führen in der Regel auch zu erheblichen gesundheitlichen Ungleichheiten. So zeigen diverse nationale und internationale Studien deutlich höhere Raten körperlicher und psychischer Erkrankungen bei wohnungs- und obdachlosen Menschen als in der Allgemeinbevölkerung. Zudem sind häufig unbehandelte und chronifizierte Krankheitsverläufe, Mehrfachdiagnosen (Komorbidität) sowie ein fehlender Versicherungsstatus der Betroffenen zu verzeichnen.

Die Gesundheitsversorgung obdach- und wohnungsloser Menschen stellt somit eine anspruchsvolle Aufgabe sowohl gesamtgesellschaftlich als auch insbesondere für medizinisch-psychosoziale Berufsgruppen dar. Es ist festzustellen, dass das gesundheitliche Regelversorgungssystem von obdach- und wohnungslosen Menschen kaum oder nur unzureichend genutzt werden kann, und es somit diesen Personenkreis keinesfalls ausreichend erreicht. Aus diesem Grund existieren inzwischen diverse medizinische Angebote für obdach- und wohnungslose Menschen außerhalb der Regelversorgung, wie z.B. medical streetwork oder medizinische Sprechstunden in Notunterkünften.

Für diese Parallelstruktur der gesundheitlichen Versorgung lässt sich eine gewisse (regionale) Unübersichtlichkeit konstatieren. Hierzu liegen bislang nur vereinzelt Studien vor, sodass kaum systematisches Wissen, sondern überwiegend regionales und implizites Praxiswissen, vorhanden ist, was auch auf das Bundesland Bayern bislang zutrifft.

Hier möchte die GeWo-Bay-Studie ansetzen und dezidiert die bislang dominierende medizinische Forschung um eine sozial(arbeits)wissenschaftliche Perspektive bezüglich der Gesundheitsversorgung obdach- und wohnungsloser Menschen in Bayern erweitern.

In der explorativen Feldstudie wird exemplarisch anhand ausgewählter Regionen untersucht, wie wohnungslose Menschen in Bayern Gesundheitsangebote nutzen oder nicht nutzen, welche Barrieren, Bedarfe und Versorgungslücken bestehen und welche strukturellen Bedingungen und Mechanismen dahinterliegen. Hierfür werden anhand überwiegend qualitativer Forschungsmethoden (u.a. Interviews, Fokusgruppen, teilnehmende Beobachtungen) sowohl die Perspektiven von Fachkräften als auch von obdach- und wohnungslosen Menschen erfasst. Die Erkenntnisse der Studie sollen schließlich Anknüpfungspunkte für den Ausbau bedarfsgerechter und passgenauer Hilfen im Sinne von Handlungsoptionen und fachlichen Empfehlungen liefern.

 

Externe Partner

Förderung

Bayerische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales