Im Unterschied zu konventionellen Lösungen verfolgt die Neue Mobilität einen systemischen Ansatz. Automatisierte kleinere Fahrzeuge (Cab), die die ersten und letzten Meilen bedienen, vereinen sich auf längeren Strecken zu einem Konvoi, der von einem größeren automatisierten Fahrzeug (Pro) gezogen wird. Die Cabs werden maximal 450 Kilogramm plus Batterie wiegen und Platz für bis zu vier Personen bieten. Die Pros dienen als mobile Ladesäule und ermöglichen im Konvoi höhere Reichweiten und Geschwindigkeiten. Durch die Kombination der beiden Fahrzeuge erreicht das Gesamtsystem eine bisher unerreichbare energetische Effizienz.
Ziel des Projekts NeMo.bil ist die Umsetzung eines innovativen Mobilitätsansatzes, der erhebliche Verbesserungen in den Bereichen Nutzerakzeptanz, Kosten, Ressourceneinsatz und Emissionen hervorbringt. Zentrale Bestandteile sind kompakte, elektrifizierte und sehr leichte Fahrzeuge, die bedarfsgerechte Transportleistungen erbringen. Der bestehende öffentliche Nahverkehr soll durch NeMo.bil-Fahrzeuge erweitert und die Attraktivität gesteigert werden. Das System dient dazu, eine individuelle öffentliche Mobilität zu ermöglichen, die so komfortabel wie die Nutzung des eigenen PKW sein soll.
Die Technische Hochschule Augsburg ist im Projekt NeMo.bil mit rund 1,2 Millionen Euro beteiligt. Die F&E-Aktivitäten erfolgen im TTZ Landsberg im Bereich Autonome Systeme. Im Fokus steht dabei die fahrtechnische Automatisierung. Dabei wird das autonome Fahren der Leichtbaufahrzeuge weiterentwickelt, insbesondere der Koppel- und Entkoppelprozess sowie die Konvoifahrten.
Während der Entwicklungsphase werden Testfahrten auf dem Gelände des ADAC Testzentrum Mobilität in Penzing durchgeführt.